text.skipToContent text.skipToNavigation

Dr. Knox Krimi Neuerscheinung 2018 von Spiegelman, Peter (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 02.07.2018
  • Verlag: HarperCollins
eBook (ePUB)
8,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Dr. Knox

Dr. Adam Knox hat den Drang, das Richtige zu tun, auch wenn es gerade das Falsche ist. Das hat ihn schon in den Bürgerkriegsgebieten Afrikas fast das Leben gekostet. Zurück in L.A. hält er seine Armenklinik mit nächtlichen Notfalleinsätzen seines Söldnerkumpels Sutter über Wasser. Dabei behandelt Knox, von Filmstars bis hin zu Bankräubern, jeden, der ihn bezahlen kann und nicht ins Krankenhaus will.
Als eine Unbekannte den kleinen Alex in der Klinik zurücklässt, muss er sich plötzlich mit dem russischen Mob und einem durchgedrehten Großindustriellen herumschlagen. Doch Dr. Knox ist auch diesmal entschlossen, das Richtige zu tun ...

"Ein fantastischer Krimi. Er zieht dich immer weiter und weiter in Peter Spiegelmans brillant gezeichnete Welt."
James Ellroy

"Mr Spiegelman hat mit Dr Knox einen einzigartigen Protagonisten erschaffen."
The Wall Street Journal

Peter Spiegelman ist Träger des Shamus Awards und Autor von fünf Büchern. Bevor er sich sich dem Schreiben widmete, arbeitete er über 20 Jahre in der Finanzbranche. Peter wurde in New York City geboren und wuchs dort, unterbrochen von einem kurzen Abstecher nach L.A., auch auf. Mittlerweile lebt er mit seiner Familie in Connecticut.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 496
    Erscheinungsdatum: 02.07.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783959677622
    Verlag: HarperCollins
    Originaltitel: Dr. Knox
    Größe: 1865 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Dr. Knox

1. KAPITEL

Mia hätte die Letzte für den Tag sein sollen. Sie hatte eine Rippenprellung und eine Schnittwunde am langen weißen Bein, allerdings nicht vom Rasieren. Sie fürchtete, dass eine geschäftsschädigende Narbe zurückbleiben könnte. Sie warf sich das dunkle Haar über die Schulter und klimperte mit ihren schwarz getuschten Wimpern. "Aber es gibt auch Typen, die auf Narben stehen", sagte sie. Ihre Stimme war tief und kratzig.

"Berechne es ihnen extra", schlug ich vor.

Während sie lachte, hüpfte ihr Adamsapfel auf und ab. "Sie haben einen ausgeprägten Geschäftssinn, Dr. Knox. Wie viele Stiche krieg ich?"

"Gar keine. Nur eine Tetanusspritze und Klammerpflaster", sagte ich. "War das Jerome?" Jerome war Mias Freund, Zuhälter und angeblich auch Verlobter. Er hatte gesagt, nach der Behandlung bei mir würde er sie heiraten, aber ich hielt ihn für einen Mistkerl. Ich war mir sicher, dass Mia im Grunde ihres Herzens genauso dachte.

Wieder klimperte sie mit den Wimpern. "Er hat's nicht so gemeint."

"Jerome ist ein Arschloch."

"Er war sauer, weil Azul von Tigres abserviert worden ist und er viel Geld verloren hat."

"Dann ist er also ein heruntergekommener Zocker, ein peinlicher Loser und ein Arschloch - eine Dreierkombinationswette", sagte ich, während ich ihr mit einem alkoholgetränkten Wattebausch über den dünnen Arm strich. "Eines Tages wird er dir was wirklich Schlimmes antun."

Mia blinzelte und zuckte zusammen, als ich ihr die Nadel in den Arm stach. " Au! Warum holen Sie mich nicht einfach raus aus meinem Scheißleben?"

"Ich bin zu alt für dich."

"Sie haben einen hohen Meilenstand, klar, aber Ihr Motor läuft noch wie geschmiert. Sie haben diesen Drahtiger-Alternder-Surfer-Look - oder vielleicht auch alternder Skilehrer, keine Ahnung. Was auch immer, jedenfalls gefällt es den Mädchen. Und Kerlen auch."

"Das mit dem Altern stimmt schon mal", sagte ich und klebte ein Pflaster auf den Einstich.

"Keine Sorge, Doc", sagte Mia. "Ich hab Power für zwei." Sie lachte rau und zeigte mit dem Finger auf mich. "Und, sieh an, Sie sind nicht mal zu alt, um rot zu werden."

"Ich führe ein ruhiges Leben."

"Wer's glaubt, wird selig", sagte sie kichernd. "Ein bisschen durchgeknallt sind Sie auf jeden Fall." Sie tippte gegen mein Tattoo - ein Tribal-Muster am Oberarm, das aus dem kurzen Ärmel meines Arztkittels herauslugte. "Oder haben Sie es sich in der Bücherei stechen lassen?"

"Kurzzeitiger Verlust meines Urteilsvermögens. Halt das Bein sauber."

"Ich halte alles an mir sauber", sagte Mia. "Jeden Zentimeter."

Dann zwinkerte sie mir noch einmal zu und stöckelte aus dem Behandlungszimmer.

Ich sah auf die Uhr. Kurz vor sieben. Fast geschafft.

Vor Mia war Greggie da gewesen, ein bleiches, zittriges, vor sich hin murmelndes Gespenst mit fettigem Haar auf der Jagd nach verschreibungspflichtigen Medikamenten. Ich hatte ihm B12, ein Sandwich und eine Einweisung in die Entzugsklinik angeboten - das tat ich immer, wenn er mit irgendwelchen vorgeschobenen Symptomen bei mir aufkreuzte -, worauf Greggie sich eine Weile die Hände kratzte und schließlich sagte: Fick dich. Alle zwei Wochen ging es so, Greggie das Uhrwerk.

Und vor ihm, seit frühmorgens, war die traurige Parade der Obdachlosen bei mir aufmarschiert. Unter sedimentartigen Schichten verrottender Kleidung hatte ich drei Lungenentzündungen entdeckt, eine Bindehautentzündung, einen Durchfall, vier Staphylokokkeninfektionen, zwei Mal Läuse, Stichwunden, Quetschungen und Prellungen, Rattenbisse sowie zahllose Varianten vereiterter Hautausschläge - und jeder Patient hatte einen derart üblen, durchdringenden Gestank verströmt, dass ich jedes Mal von Neuem beinahe erstickt wäre.

Lydia Torres, meine Krankenschwester und Klinik-Managerin, nannte es die Brückenkrankheit . I

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen