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Dr. Siri und die Geisterfrau Dr. Siri ermittelt 9 - Kriminalroman von Cotterill, Colin (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 20.06.2016
  • Verlag: Manhattan
eBook (ePUB)
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Dr. Siri und die Geisterfrau

In einem laotischen Dorf geschieht Merkwürdiges: Bei einem Überfall wird eine Frau getötet. Es folgen Trauerfeier und Einäscherung - kurz darauf taucht das Opfer wieder auf, kerngesund und bester Laune. Und weil die Frau seit dem Vorfall offenbar eine spirituelle Verbindung ins Jenseits pflegt, gelingt es ihr, den Fundort lange verschollener Gebeine zu bestimmen. Selbige sollen nun vom Grund eines Flusses geborgen werden, und der Pathologe Dr. Siri soll die Aktion überwachen. Könnte eine hübsche Reise für ihn und seine Gattin, Madame Daeng, werden. Das Problem: Siri verspürt großes Interesse für das weibliche Medium, Madame Daeng spürt den Stachel der Eifersucht - und ein finsterer Franzose spürt sie beide inmitten des Dschungels auf ... Colin Cotterill, in London geboren, begab sich nach einer Ausbildung zum Englischlehrer auf eine lange Weltreise. Mittlerweile lebt er in Chumphon, Thailand. Seine in Laos angesiedelte Krimireihe um Dr. Siri wurde bereits mehrfach ausgezeichnet.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 320
    Erscheinungsdatum: 20.06.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641180898
    Verlag: Manhattan
    Serie: Dr. Siri Paiboun .9
    Originaltitel: The Woman Who Wouldn't Die
    Größe: 2536 kBytes
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Dr. Siri und die Geisterfrau

2

DIE NINJAS VOM AMT

Sie lauerten im spätabendlichen Schatten. Drei volle Nächte hatten sie ausgeharrt, unter dem strassbesetzten Himmel, die Straßen erhellt von Abermillionen Sternen, bis endlich eine Wolkenbank aufgezogen war und ihnen einen Moment lang Deckung gewährt hatte. Sie waren zu fünft, allesamt marineblau und damit eigentlich fast schon schwarz gekleidet. Sodass man sie im sternenlosen Marineblau der Hauptstadtnacht wohl kaum gesehen hätte, wären ihre batteriebetriebenen Taschenlampen nicht gewesen, die all ihre Bemühungen - die dunkle Kleidung, die mit verkohltem Kork geschwärzten Gesichter - hell und grell zunichtemachten. Doch in den Vororten östlich des That-Luang-Denkmals gab es noch keine Straßenbeleuchtung, dafür aber jede Menge Schlaglöcher, in die man treten konnte. Es war elf Uhr abends, und die meisten Hausbesitzer lagen längst im Bett und träumten süß von besseren Zeiten. Nur hinter ein oder zwei Fenstern schimmerte gespenstisch der fahlgelbe Schein von Öllaternen, die nach und nach erloschen, als die Männer vorübergingen. Die Lichtstrahlen ihrer Taschenlampen zerfetzten die Nacht wie stumme Sirenen. Ganz Ost-That-Luang wusste, dass dort draußen etwas im Gange war, weshalb niemand es wagte, aus dem Fenster zu schauen.

Wenige Meter vor ihrem Ziel ging der Anführer in die Hocke und winkte seinen Männern, ihre Lampen auszuschalten. Im Nu hatte das Dunkel sie verschlungen, und sie saßen im schwarzen Bauch einer gigantischen Naga. Keiner von ihnen bewegte sich, aus Angst, ringsum habe sich vielleicht die Erde aufgetan. Doch da sie nicht als Feiglinge gelten mochten, verzichteten sie darauf, ihre Taschenlampen wieder einzuschalten, und sie rührten sich nicht vom Fleck.

"Gebt euren Augen ein paar Minuten Zeit, Leute", wisperte der Anführer, und sein Flüstern schien von den Betonmauern des Neubauviertels widerzuhallen.

Besagte Minuten quälten sich dahin, aber die Augen der Männer wollten sich partout nicht an die Dunkelheit gewöhnen. Trotzdem stand ihr Anführer auf. Der mächtige Schlüsselbund an seinem Gürtel klirrte. Sie wussten, dass es an der Zeit war, auf ihr Ziel - Haus Nummer 22B742 - vorzurücken. Sie hatten Schmetterlinge im Bauch. Augenblicke wie dieser konnten Karrieren begründen. Ein Orden war ihnen so gut wie sicher.

Im Gänsemarsch trippelten sie ihrem Anführer hinterdrein, der sich im Dunkeln mühelos zurechtzufinden schien. Vor ihnen erhob ihr Ziel sich aus der Nacht. Das Haus war geradezu schamlos hell erleuchtet. Kerzen flackerten in den beiden Vorderfenstern, und ... drang da etwa eine Melodie an ihre Ohren? In der Tat. Musik. Irgendein dekadenter Westlärm. Die Genossen dort drinnen waren offenbar auf Ärger aus. Sie bettelten förmlich darum. Heute Nacht würden sie bekommen, was sie verdienten. Der Kerzenschein erhellte den Vorgarten und spiegelte sich in den Knopfaugen der Männer. Der Anführer streckte den Arm aus.

"Du und du, zum Hintereingang", flüsterte er. "Lasst niemanden entkommen. Wir schnappen sie uns alle. Egal ob Mann, Frau oder Kind."

Die so Angesprochenen verschwanden in geducktem Gang, der nicht nur von fern an Groucho Marx erinnerte, in der schmalen Seitengasse. Doch ihr beherzter Flankenangriff wurde bald schon durch die Tatsache vereitelt, dass sich das Seitentor nicht öffnen ließ. Es war entweder verriegelt oder klemmte, und zum Hinüberklettern war es zu hoch. Sie blickten hilfesuchend zu ihrem Anführer, der sie im Schatten jedoch nicht sehen konnte. Da er die Nachhut auf ihrem Posten wähnte, marschierte er mit dem Rest seiner Mannschaft quer durch den Vorgarten zur Veranda. Er war kein Freund dieser Westquartiere mit ihren vielen kleinen Zimmern. Er brauchte Platz. Er hatte selbstverständlich einen Nachschlüssel für Nummer 22B742, doch der erwies sich als überflüssig. Die Tür war angelehnt. Er holte tief Luft und stemmte sich gegen das schwere Teakholz. Die wohlgeölte Tür gab etwas zu bereitwill

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