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Drei Stunden Thriller von Roslund, Anders (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 21.01.2019
  • Verlag: Blanvalet
eBook (ePUB)
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Drei Stunden

Ein Meisterwerk der nordischen Spannung! In einem Stockholmer Krankenhaus wurde eine Leiche in die Obduktion eingeschleust - niemand weiß, wer der Tote ist. Als plötzlich weitere Leichen am selben Ort gefunden werden, ahnt Kommissar Ewert Grens: Jemand versucht elegant seine Spuren zu verwischen. Die Fährte führt zu einem Massengrab, wo außerdem ein Handy auftaucht, auf dem Fingerabdrücke gesichert werden: die des Doppelagenten Piet Hoffmann. Ewert Grens muss erneut gegen seinen Freund ermitteln - doch wo steckt dieser? Anders Roslund, der für seinen investigativen Journalismus mit mehreren Preisen ausgezeichnet wurde, ist einer der erfolgreichsten und anerkanntesten skandinavischen Krimiautoren unserer Zeit. Roslund ist Teil des Autorenduos Roslund & Hellström, das viele wichtige Preise erhielt, u.a. den CWA International Dagger, den Skandinavischen Krimipreis und den Preis der schwedischen Krimiautoren. Die Romane von Roslund & Hellström werden gerade sowohl in Europa als auch in Hollywood verfilmt. 'Made in Sweden' ist Anders Roslunds siebter Roman und der erste, den er gemeinsam mit Stefan Thunberg verfasst hat.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 544
    Erscheinungsdatum: 21.01.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641231705
    Verlag: Blanvalet
    Serie: Piet Hoffmann .3
    Originaltitel: Tre Timmar (Piet Hoffmann 3)
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Drei Stunden

ZWEITER TEIL

DIE STRASSE WAR eigentlich keine Straße. Aber das ausgetrocknete Flussbett verwandelte sich während der Hungersaison in eine Fahrbahn für Autokonvois, die die Sahara durchquerten. Eine unebene, kurvige Transportstrecke östlich von Filingué, auf den letzten Kilometern zu dem Flüchtlingslager und den Tausenden von provisorischen Zelten, die zum Schutz gegen die unerbittliche Sonne errichtet worden waren, die Stunde für Stunde die nackte Haut mit ihrer Hitze peitschte. Ein Fluss, der früher Wasser geführt hatte und Begleiter und Wegweiser für eine ganz andere Art von Karawane gewesen war, für jene Menschen, die auf ihren Kamelen von Westafrika bis zum Mittelmeer gewandert sind.

Piet Hoffmann richtete den Blick suchend durch die Windschutzscheibe und sah Sand und noch mehr Sand, während er versuchte, nicht in der flimmernden Schicht zu ertrinken, die scheinbar unablässig über der Erde schwebte, als hätte die Hitze ein eigenes Leben. Er hatte Sehnsucht. Nach Zuhause. Nach Zofia und Hugo und Rasmus und dem Haus im südlichen Stockholm. Morgen Abend würden sie sich wiedersehen. Dann würde er das rostige Gartentor öffnen und ihre Stimmen schon auf den letzten Schritten bis zur Haustür hören, er würde sie an sich drücken und sie umarmen, bis sie ihn anflehten, damit aufzuhören. Die Sehnsucht war immer stärker, wenn er nicht mehr so lange warten musste, wenn er sich erlaubte, dem Gefühl nachzugeben.

Aber in fünf Minuten würden sie schon einmal miteinander telefonieren, wenigstens. Der wichtigste Augenblick des Tages und fast so gut wie ein gemeinsames lautes, plapperndes, krümeliges Frühstück in der Küche der Familie Hoffmann.

Die Sonne hatte den halben Weg an dem knallblauen und wolkenfreien Himmel geschafft. Sie waren jetzt knapp einen Tag unterwegs, nachdem sie gestern Vormittag Burkina Faso verlassen hatten, wo die Ware immer auf die Lastwagen geladen wurde. Irgendwann am Nachmittag hatten sie die Grenze nach Niger passiert, und im Laufe des Abends und der Nacht hatten sie sich in Richtung Nordosten vorgearbeitet, mit dem Ziel Wüste und Hunger.

Dreiunddreißig Grad. Fast windstill. Eine schwache Brise aus westlicher Richtung, das war alles. Nur die Reifen der Lastwagen wirbelten den Sand auf.

Immer die Umgebung checken - egal, wie groß der Raum oder die Fläche war.

Immer bereit sein.

Piet Hoffmann schielte zum Beifahrersitz und dem Mann, der dort saß. Den er noch nicht richtig kennengelernt hatte. Ein Neuer. Frank irgendwas. Aus Dänemark. Groß, muskulös, jung. So anders als der deutlich ältere Mann, der vorher dort gesessen hatte - Rick aus Nottingham, der jahrelang hart gearbeitet hatte, um nächstes Jahr nach Hause zurückzukehren und in Rente zu gehen. Er hatte, wie jeder hier in dieser modernen Form der Fremdenlegion, im Auftrag einer südafrikanischen Sicherheitsfirma für tausend Dollar am Tag die Transporte geschützt, die die U N -Soldaten weder schützen durften noch konnten - er hatte schlicht und ergreifend dafür gesorgt, dass die Lebensmittel ihr Ziel erreichten. Rick war schon in der vergangenen Woche nach Hause geflogen. Aber nicht, um in Rente zu gehen. Sondern weil seine Frau krank geworden war. Rick hatte jahrelang jeden Tag sein Leben riskiert - und dann bekam die Frau, die er liebte, Krebs.

Viertel vor acht. Auf die Sekunde.

Hoffmann zog das Satellitentelefon aus der Westentasche und gab eine der wenigen vorprogrammierten Nummern ein, dann wartete er, während das Gerät eine Verbindung herstellte.

Er saß im Führungsfahrzeug, ganz vorn in einem Minikonvoi aus fünf Wagen. Das war die Position, die bei einem Angriff immer als Erstes attackiert wurde. Mit Rick an seiner Seite hatte er sich jeden Morgen während des Telefonats entspannen können, sich auf die Stimmen a

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