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Du findest sie nicht Die Roxane-Weary-Reihe 1 - Kriminalroman von Lepionka, Kristen (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.07.2018
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
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Du findest sie nicht

Vor 15 Jahren wurde Brad Stockton zum Tode verurteilt. Er soll seine Freundin Sarah, ein hübsches blondes Mädchen, entführt und ihre Eltern getötet haben. Nun schwört Brads Schwester, Sarah vor Kurzem gesehen zu haben. Sie engagiert Roxane Weary, und obwohl die junge Privatermittlerin den Fall für aussichtslos hält, nimmt sie ihn aus Geldnot an. Als man Roxane aber von ihren Ermittlungen abbringen will, verbeißt sie sich - und stößt tatsächlich auf weitere hübsche blonde Mädchen, die spurlos verschwanden. Doch je tiefer Roxane gräbt, umso gefährlicher wird es: für sie selbst, für die vermissten Frauen und für Brad, dessen Zeit abläuft ...

Wer Kristen Lepionka in ihren Jugendjahren suchte, fand sie wahrscheinlich in der Bibliothek hinter einem großen Stapel Krimis. Als Erwachsene ist sie in Polizeiwagen mitgefahren und hat gelernt, wie man Schlösser knackt - natürlich stets im Dienste der Spannungsliteratur. Sie lebt in Ohio, USA.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 496
    Erscheinungsdatum: 16.07.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641220280
    Verlag: Goldmann
    Serie: Roxane Weary Bd.1
    Originaltitel: The last Place you look / 01
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Du findest sie nicht

EINS

"Matt hat gesagt, dass Sie Dinge finden. Dass das Ihr Beruf ist", erklärte die Frau am Telefon.

Ich lag auf dem Teppich unter meinem Schreibtisch. Ans Telefon war ich nur gegangen, damit das schrille Klingeln aufhörte. Das Innere meines Mundes schmeckte nach Schlagsahne und Whiskey, und mein Kopf dröhnte bei jedem Atemzug, aber wenigstens war ich allein und befand mich in meiner eigenen Wohnung. "Das ist richtig", antwortete ich.

"Was für Dinge?" Ihr Tonfall war misstrauisch, als sei es ihr oberstes Ziel, als falsch zu entlarven, was auch immer ihr mein ältester Bruder über mich erzählt hatte.

"Gegenstände. Personen. Antworten. Was eben gefunden werden soll."

"Können Sie das gut?"

Ich hatte in den letzten neun Monaten kaum gearbeitet und auch jetzt eigentlich keine Lust, wieder damit anzufangen. Mein Kontostand war anderer Ansicht. "Ja. Matt mag mich nicht besonders, Sie können es also als Vertrauensbeweis werten, dass er Ihnen überhaupt meine Nummer gegeben hat."

Das war alles an Eigenwerbung, was ich zustande brachte. Illusionen halfen in der Detektivbranche niemandem weiter - weder den Klienten noch mir.

Die Frau lachte. "Er hat mir prophezeit, dass Sie das sagen würden. Also, können Sie mir helfen?"

Ich dachte darüber nach. Wenn man etwas verloren hat, geben einem die Leute oft die absurdesten Ratschläge: Gehen Sie noch einmal denselben Weg zurück. Beten Sie zum heiligen Antonius. Versuchen Sie sich zu erinnern, wo Sie den Gegenstand zuletzt gesehen haben. Bei den Dingen, die wirklich wichtig sind, nützt das alles nichts, denn die hat man normalerweise direkt vor der Nase, ohne es zu merken. Man findet sie nicht, indem man nach ihnen sucht, sondern indem man sich alles andere anschaut. "Was wollen Sie denn wiederfinden?", fragte ich schließlich.

"Die Frau, die meinen Bruder vor der Todesstrafe bewahren kann."

Neunzig Minuten später saßen wir im Wohnzimmer meiner Wohnung, das gleichzeitig als improvisiertes Detektivbüro diente. Drei Tassen grüner Tee mit Minze hatten mich so weit gestärkt, dass ich eine einzelne eingeschaltete Lampe ertrug, auch wenn ich es vorzog, in dem am weitesten von ihr entfernten Sessel zu sitzen. Aus dem nach Westen weisenden Fenster unterhalb der Zimmerdecke fiel das Licht des Montagmittags herein, aber die Jalousien der übrigen Fenster hatte ich fest verschlossen gelassen. Falls meiner neuen Klientin die höhlenähnliche Atmosphäre merkwürdig vorkam, ließ sie es sich nicht anmerken.

"Bis zu jenem Abend", berichtete Danielle Stockton, "hatte ich sie fünfzehn Jahre nicht mehr gesehen. Niemand hat sie in dieser Zeit gesehen."

Danielle war eine hübsche, gepflegte Frau um die dreißig in königsblauem Cardigan und Jeans. Ihre Haare waren zu einem straffen Knoten gebunden, und um ihren schlanken Hals hatte sie kunstvoll ein Halst uch mit Leopardenmuster drapiert. Bis auf den dunkel roten Lippenstift war sie ungeschminkt. Sie arbeite bei American Electric Power, hatte sie mir eingangs erzählt, und sei während ihrer Mittagspause hergekommen. "Sarah Cook", fügte Danielle nun hinzu. "So heißt sie. Eine Weiße. Mein Bruder und sie waren damals ein Paar. Das sei sein Motiv, haben sie behauptet: dass ihre nette weiße Familie ihn abgelehnt habe."

Sie, das waren die Vertreter der Staatsanwaltschaft im Prozess gegen ihren älteren Bruder, über den sie mich gerade in Kenntnis gesetzt hatte. Vor fünfzehn Jahren war Bradford Stockton mit knapp zwanzig des Mordes an den Eltern seiner Freundin für schuldig befunden worden. Schuldig, die beiden in ihrem Wohnzimmer mit einem Kershaw-Klappmesser erstochen zu haben, das die Polizei, in ein T-Shirt von Sarah gewickelt, im Kofferraum seines Toyota Kombi gefunden hatte. Die siebzehnjährige Sarah wiederum war in jener Nacht verschwunden. Die Anklage unterstellte, Brad habe sie ebenfalls umgebracht und ih

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