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Du kennst sie nicht Die Roxane-Weary-Reihe 2 - Kriminalroman von Lepionka, Kristen (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.03.2019
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
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Du kennst sie nicht

Privatermittlerin Roxane Weary hat noch mit den Nachwehen ihres letzten Falls zu kämpfen und so kommt es ihr gelegen, als Arthur Ungless sie bittet, seine Verlobte Marin Strasser zu beschatten: ein einfacher Auftrag. Bis die Polizei vor der Tür steht. Marin Strasser ist tot, und Roxanes Klient der Hauptverdächtige. Roxane hält es für ausgeschlossen, dass Arthur ein Mörder ist, und ermittelt auf eigene Faust. Die Spur führt in Marins Vergangenheit. Doch je mehr Roxane über die Tote herausfindet, umso gefährlicher wird dieses Wissen. Für Roxane selbst - und für alle, die ihr nahestehen ... Wer Kristen Lepionka in ihren Jugendjahren suchte, fand sie wahrscheinlich in der Bibliothek hinter einem großen Stapel Krimis. Als Erwachsene ist sie in Polizeiwagen mitgefahren und hat gelernt, wie man Schlösser knackt - natürlich stets im Dienste der Spannungsliteratur. Sie lebt in Ohio, USA.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 448
    Erscheinungsdatum: 18.03.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641232641
    Verlag: Goldmann
    Serie: Roxane Weary .2
    Originaltitel: What You Want to See
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Du kennst sie nicht

ZWEI

Die Sonne schien mir warm auf den Rücken, als ich auf Arthurs Eingangsveranda stand. Er wohnte in einem modernen einstöckigen Haus mit Blick über Rush Run, eine bewaldete Schlucht, die abgeschieden wirkte, obwohl die North High Street nur ein paar Hundert Meter westlich lag. Letzte Woche hatte ich hier bereits einige Zeit verbracht und einen Häuserblock entfernt im Auto darauf gewartet, dass Marin auftauchte. Heute parkte ich hingegen direkt vor der Tür. Ich hatte eigentlich eine lange Reihe abgestellter Fahrzeuge in Arthurs Einfahrt erwartet - meine Mutter hatte nach dem Tod meines Vaters im letzten Jahr einen endlosen Besucherstrom empfangen -, aber die Zufahrt war leer bis auf Arthurs eigenen Wagen, einen dunkelgrauen Jeep, sozusagen die männliche Variante von Marins Auto. Nach meinem zweiten Klopfen bewegte sich ein Vorhang, dann machte Arthur die Tür auf und blinzelte mir bleich und benommen vor Kummer entgegen. "Sie sind es", murmelte er leise.

"Arthur, ich habe das mit Marin gehört. Es tut mir wahnsinnig leid", sagte ich.

Er starrte mich an und strich sich langsam über seine Hemdbrust. Seine Augen waren rot gerändert.

"Die Polizei war heute Nachmittag bei mir", fuhr ich fort. "Entschuldigen Sie, dass ich hier einfach so auftauche, aber ich wollte mit Ihnen über ..."

"Die Polizei." Er räusperte sich. "Oh. Ich hätte Sie vielleicht vorwarnen sollen. Daran habe ich gar nicht gedacht."

"Nein, nein, machen Sie sich deswegen keine Sorgen."

Er fuhr sich mit der Hand übers Gesicht. "Ich bin einfach ... hören Sie ... ach, warum kommen Sie nicht kurz rein? Sie müssen allerdings die Unordnung entschuldigen ..."

Die Einrichtung, die ich hinter ihm erspähen konnte, erinnerte in ihrer altmodischen Opulenz an die Neunzigerjahre - dick gepolsterte Möbel, ein geometrisch gemusterter schwarz-grauer Teppich und ein Wohnzimmertisch mit Glasplatte. Ein eigenartiger Stil im Domizil einer Inneneinrichterin. Noch auffallender war allerdings, dass es in Arthurs Wohnzimmer aussah, als hätte ein Orkan gewütet. Ein Sideboard an der gegenüberliegenden Wand war leer geräumt und sein Inhalt über den ganzen Raum verteilt, und aus einem auf die Seite gekippten Bücherregal ergossen sich die Taschenbücher wie ein Wasserfall von den Regalbrettern auf den Boden.

Während ich Arthur hineinfolgte, fragte ich: "Was ist denn hier passiert?"

"Meine verdammte Pistole", antwortete Arthur. Er schob einen Stapel Zeitschriften vom Sofa und ließ sich darauf nieder. "Ich kann sie nirgendwo finden." Er drehte den Kopf und sah mich an. "Die Polizei ist auf der völlig falschen Fährte. Ich meine, okay, wir haben uns gestritten. Im Restaurant. Ich bin der Erste, der zugibt, dass es ein ziemlich heftiger Streit war. Aber ich würde ihr niemals etwas antun, auch nicht nachdem ... nach allem. Ich muss einfach meine Pistole finden. Wenn ich sie finde, müssen die mir glauben, oder?"

Ich setzte mich vorsichtig auf den Rand des Wohnzimmertisches. Arthur hatte offenbar eine reichlich naive Vorstellung von der Vorgehensweise der Polizei. Wenn mein letzter größerer Fall mich eines gelehrt hatte, dann, dass Ordnungshüter Geschichten gerne so drehten, wie es ihnen passte. "Wann haben Sie sie denn zuletzt gesehen?"

"Keine Ahnung, ich habe sie seit Jahren nicht mehr in der Hand gehabt. Wirklich, seit Jahren. Gekauft habe ich sie, als ich noch drüben in Linden wohnte, damals gab es eine Einbruchsserie in unserer Straße. Aber das ist, wie viel ... zwanzig Jahre und zwei Häuser her." Er blickte ein wenig hilflos umher. "Sie muss hier irgendwo sein. Mein Gott, dass man sich in einer solchen Situation auch noch um so etwas Gedanken machen muss!"

Ich betrachtete das Chaos um mich herum. Ich war zwar gut darin, Dinge wiederzufinden - genau deshalb war ich Detektivin geworden -, doch eine Waffe, die seit zwei Jahrzehnten nicht mehr gesehen worden war, hätte wohl niemand so ohne Weiteres a

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