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DUNKEL Thriller von Jonasson, Ragnar (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.05.2020
  • Verlag: btb
eBook (ePUB)
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DUNKEL

Der Auftakt der großen Thriller-Trilogie - jetzt für kurze Zeit zum Einführungspreis von 4,99?! Eine junge Frau suchte Sicherheit, doch was sie fand, war der Tod. Hulda Hermannsdóttir, Kommissarin bei der Polizei Reykjavík, soll frühzeitig in Ruhestand gehen, um Platz für einen jüngeren Kollegen zu machen. Sie darf sich einen letzten Fall, einen cold case, aussuchen - und sie weiß sofort, für welchen sie sich entscheidet. Der Tod um eine junge Frau wirft während der Ermittlungen düstere Rätsel auf, und die Zeit rennt, um endlich die Wahrheit ans Licht zu bringen. Eine Wahrheit, für die Hulda ihr eigenes Leben riskiert ... Ragnar Jónasson, 1976 in Reykjavík geboren, ist Mitglied der britischen Crime Writers' Association und Mitbegründer des "Iceland Noir", dem Reykjavík International Crime Writing Festival. Seine Bücher werden in 21 Sprachen in über 30 Ländern veröffentlicht und von Zeitungen wie der New York Times und Washington Post gefeiert. Ragnar Jónasson lebt und arbeitet als Schriftsteller und Investmentbanker in der isländischen Hauptstadt. An der Universität Reykjavík lehrt er außerdem Rechtswissenschaften. Die preisgekrönte Hulda-Trilogie erscheint bei btb erstmals auf Deutsch.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 384
    Erscheinungsdatum: 01.05.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641251734
    Verlag: btb
    Originaltitel: DIMMA
    Größe: 1366 kBytes
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DUNKEL

X

Bjarturs Enthüllung hatte Huldas Ermittlung - wenn man es denn so bezeichnen konnte - eine völlig neue Richtung gegeben. Die Information war reinstes Dynamit. Alexanders Untersuchung war nicht nur extrem oberflächlich gewesen, der Tod der jungen Russin erschien in ganz neuem Licht. Die Frage war nur, wann Hulda ihren Chef von dieser unerwarteten Wendung unterrichten sollte. Im Moment wusste Magnús nicht einmal, welchen alten Fall sie sich ausgesucht hatte. Er gratulierte sich garantiert dafür, sie so elegant hinauskomplimentiert zu haben, wenn er überhaupt einen Gedanken an sie verschwendete, und nahm wahrscheinlich an, dass sie an ihrem Schreibtisch saß und über alten Polizeiakten brütete, um sich die Zeit zu vertreiben, während die Uhr unerbittlich auf den Ruhestand zutickte.

Tatsächlich war sie seit der verhängnisvollen Besprechung am Morgen nicht mehr in der Nähe ihres Schreibtischs gewesen. Zu ihrer Überraschung war der Tag viel schneller vergangen als befürchtet: Bei all der Herumfahrerei hatte sie gar keine Zeit gehabt, sich in Selbstmitleid zu suhlen. Dafür blieb ihr jetzt noch der Rest des Tages. Aber nein, sie hatte vor, früh zu Bett zu gehen und lange zu schlafen, um den Kopf freizubekommen. Sämtliche Pläne für ihre nächsten Schritte würde sie auf den Morgen verschieben. Dann konnte sie entscheiden, ob sie die Kraft - und den Mut - hatte, sich ganz dem Fall der jungen Russin zu widmen, oder ob sie einfach das Handtuch werfen und sich an ihr neues Leben als Pensionärin gewöhnen sollte. Sich eingestehen, dass ihre Laufbahn bei der Polizei beendet war. Aufhören, sich gegen das Unvermeidliche zur Wehr zu setzen. Die Jagd nach Phantomen einstellen, die womöglich nie existiert hatten.

Doch wie immer sie sich letztendlich entscheiden würde, ein loses Ende wäre noch zu verknoten. Sie ließ sich im alten, bequemen Sessel ihrer Mutter nieder und griff zum Telefonhörer. Dann zögerte sie kurz, die Nummer der unglückseligen Krankenschwester zu wählen, die sie am Tag zuvor vernommen hatte. Die Frau hatte dieses miese Drecksschwein von einem Pädophilen eindeutig angefahren. Während der gesamten Befragung hatte sie gezittert wie Espenlaub. Unter Garantie machte sie gerade die Hölle durch und war krank vor Sorge, von ihrem Sohn getrennt zu werden und auf Jahre hinter Gittern zu landen. Sie hatte die Tat gestanden. Trotzdem hatte Hulda bis jetzt nicht nur ihren offiziellen Bericht aufgeschoben, sie hatte auch ihren Chef angelogen und ihm erklärt, dass der Fall wohl kaum zu lösen sei. Bevor sie die arme Frau anrief, musste Hulda erst mit ihrem Gewissen ausmachen, ob sie bei ihrer Lüge bleiben und alles in ihrer Macht Stehende tun sollte, um Mutter und Sohn weiteres Leid zu ersparen, oder ob sie in ihrem Bericht bei der Wahrheit bleiben sollte, wohl wissend, dass man die Frau für ihre Tat höchstwahrscheinlich ins Gefängnis stecken würde.

Ihre Entscheidung stand eigentlich nicht in Frage. Hulda blieb im Grunde nur eine Wahl.

Auf den Namen der Frau waren ein Handy sowie ein Festnetzanschluss angemeldet. Ans Handy ging sie nicht, und das Festnetztelefon klingelte endlos, bevor endlich jemand ranging.

"Hier ist Hulda Hermannsdóttir von der Kriminalpolizei. Wir haben gestern miteinander gesprochen."

"Oh ... ja ... natürlich", sagte die Frau mit erstickter Stimme und atmete zittrig ein.

"Ich habe die Umstände des Unfalls noch einmal ausgiebig geprüft", flunkerte Hulda in absichtlich förmlicher Polizeidiktion, "und bin zu dem Schluss gekommen, dass die Beweise für eine Verurteilung nicht ausreichen."

"Was ... Was soll das heißen?", stammelte die Frau. Sie klang, als würde sie weinen.

"Ich habe nicht vor, in der Sache weitere Schritte zu unternehmen, soweit es Sie betrifft."

Am anderen Ende herrschte verblüfftes Schweigen. Dann krächzte die Frau: "Aber was ist mit ... mit dem, was ich Ihnen erzählt habe?"

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