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Dunkle Gewässer Krimi von Lansdale, Joe R. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 21.02.2013
  • Verlag: Tropen
eBook (ePUB)
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Dunkle Gewässer

Sue Ellen findet, dass ihre tote Freundin May Lynn etwas Besseres verdient hat. Wenn schon kein Filmstar aus ihr wird, wie sie sich immer erträumte, soll wenigstens ihre Asche in Hollywood verstreut werden. Beim Durchsuchen von May Lynns Habseligkeiten stößt sie mit ihren Freunden Terry und Jinx auf einen Hinweis, der sie zur Beute eines Banküberfalls führt. Zusammen mit Sue Ellens labiler Mutter flüchten die drei Freunde Hals über Kopf mit dem Floß in Richtung Süden. Habgierige Verwandte und der wenig gesetzestreue Constable hängen sich sofort an ihre Fersen. In Panik geraten die Flüchtenden jedoch erst, als sie merken, dass der sagenumwobene Killer Skunk ebenfalls hinter ihnen her ist. Dem wahnsinnigen Fährtenleser ist angeblich noch nie jemand entkommen. Joe R. Lansdale, geboren 1951 in Gladewater in Texas, hat mehr als ein Dutzend Romane geschrieben, für die er zahlreiche Auszeichnungen erhielt, u.?a. den American Mystery Award, den Edgar Award und sieben Bram Stoker Awards. Seine Werke sind in zahlreiche Sprachen übersetzt. Er lebt mit seiner Familie in Nacogdoches, Texas.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 320
    Erscheinungsdatum: 21.02.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783608103588
    Verlag: Tropen
    Originaltitel: Edge of Dark Water
    Größe: 3775 kBytes
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Dunkle Gewässer

1

In jenem Sommer hörte Daddy auf, Fische mit dem Telefon oder mit Dynamit zu fangen, stattdessen vergiftete er sie mit grünen Walnüssen. Das Dynamit richtete jedes Mal eine ziemliche Schweinerei an, außerdem hatte er sich dabei vor ein paar Jahren zwei Finger weggesprengt. Deshalb prangte auf seiner Wange auch ein Brandfleck, der auf den ersten Blick wie Lippenstift von einem Kuss aussah und auf den zweiten wie ein Ausschlag.

Fische mit dem Telefon zu fangen funktionierte recht gut, wenn auch nicht ganz so gut wie mit Dynamit, aber Daddy hatte keine Lust, so lange am Telefon zu kurbeln, bis der Draht, der ins Wasser führte, heiß genug war, um die Fische mit einem Stromschlag zu massakrieren. Er meinte, er hätte immer Angst, einer von den kleinen farbigen Jungs, die stromaufwärts von uns wohnten, könnte da draußen rumschwimmen und eine Ladung abkriegen, und der wäre dann toter als ein Baumstumpf oder hätte bestenfalls einen Gehirnschaden wie Daddys Vetter Ronnie, der nicht mal genügend Grips besaß, um sich bei Regen irgendwo unterzustellen, sondern manchmal sogar bei einem Hagelschauer im Freien rumrannte.

Meine Oma, die fiese alte Schachtel, ist ja inzwischen zum Glück tot, aber sie hat immer behauptet, Daddy hätte das zweite Gesicht, was so viel heißt, wie dass er die Zukunft sehen kann. Na ja, wenn das stimmt, hätte er doch vorher wissen müssen, dass es keine gute Idee war, betrunken mit Sprengstoff rumzumachen, und dann hätte er auch noch alle seine Finger.

Außerdem hatte ich noch nie mitgekriegt, dass ihn groß interessierte, wie es den Farbigen geht, also dachte ich mir schon, dass das nur eine Ausrede war, um nicht mehr am Telefon rumkurbeln zu müssen. Meine Freundin Jinx Smith, die schwarz ist, konnte er nicht leiden, und er tat immer so, als wären wir was Bessres als sie und ihre Familie, obwohl sie ein kleines, aber sauberes Haus hatten und wir ein großes schmutziges mit einer durchhängenden Veranda und einem Kamin, der auf der einen Seite mit einem dicken Balken abgestützt werden musste, und in unserem Hof wälzten sich ein paar Schweine in tiefen Kuhlen. Für seinen Vetter Ronnie hatte Daddy wohl genauso wenig übrig, und er machte sich oft lustig über ihn und tat so, als würde er gegen Wände laufen und rumsabbern. Wenn er ordentlich betrunken war, musste er natürlich gar nicht erst so tun.

Andererseits konnte Daddy vielleicht doch in die Zukunft schauen, war aber einfach zu dumm, um damit was anzufangen.

Jedenfalls hatte er sich irgendwelche Jutesäcke besorgt, und er und Onkel Gene stopften da haufenweise grüne Walnüsse rein und noch ein paar Steine, wegen dem Gewicht, und sie knoteten Seile dran fest und warfen sie ins Wasser. Die Seile banden sie am Ufer an Wurzeln oder Bäume.

Ich und mein Freund Terry Thomas waren mit runtergegangen, um zuzuschauen und ihnen zu helfen, weil wir sonst nichts Besseres vorhatten. Terry wollte erst nicht mitkommen, als ich ihm davon erzählte, aber schließlich gab er nach und half mir, Säcke ins Wasser zu werfen und Fische rauszuziehen. Bei der ganzen Sache war ihm überhaupt nicht wohl, denn er konnte weder meinen Vater noch meinen Onkel leiden. Ich mochte sie auch nicht besonders, aber ich war gerne draußen, und mit Männern Männerarbeit zu machen gefiel mir. Allerdings wäre ich mit einer Schnur und einem Haken glücklicher gewesen als mit Säcken voller Walnüsse. Trotzdem, ich war lieber am Fluss und im Freien als mit einem Mopp in der Hand im Haus.

Meine Oma väterlicherseits hat immer behauptet, ich würde mich überhaupt nicht wie ein Mädchen benehmen, und ich sollte doch daheim bleiben, einen Garten anlegen, Erbsen schälen und Frauenarbeit ma

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