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Dunkler Abgrund von Almstädt, Eva (eBook)

  • Verlag: Medion AG
Dunkler Abgrund
eBook (ePUB)
3,49 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Dunkler Abgrund

Pia Korittkis Schwester heiratet! Doch statt zu feiern steckt die Lübecker Kommissarin bald schon mitten in einem Mordfall, der in jeder Hinsicht Grenzen überschreitet ... Ein neuer kurzer Urlaubskrimi mit der sympathischen Ermittlerin aus dem hohen Norden.
 
 Pia freut sich auf die Hochzeit ihrer Schwester Nele und auf ein paar unbeschwerte Tage mit ihrer Familie in dem Schlosshotel in Mecklenburg-Vorpommern. Doch dann macht einer der Gäste in den Ruinen eines nahegelegenen Dorfes einen unheimlichen Fund, der Pia keine Ruhe lässt. Ihre Nachforschungen treten allerdings rasch in den Hintergrund, als eine Hotelangestellte ermordet aufgefunden wird - bis Pia Hinweise für einen möglichen Zusammenhang entdeckt. Ehe sie sich versieht, steckt sie mitten in einem Strudel an Ereignissen, der auch auf die Hochzeitsgesellschaft nicht ohne Auswirkungen bleibt ...

Produktinformationen

    Herausgeber: Medion AG
    Untertitel: Ein Urlaubskrimi mit Pia Korittki
    Sprache: Deutsch
    Seitenanzahl: 160
    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    ISBN: 9783947177011

Dunkler Abgrund

1. Kapitel


»Dieser Weg führt nirgendwohin!« Jakob Blank, der auf der Rückbank des schwarzen Polo saß, stützte sich auf den Lehnen der Vordersitze auf. Bei jedem Buckel in der Fahrbahn stieß er mit dem Kopf gegen den Dachhimmel.

Mathilda Schubert drehte sich vom Beifahrersitz zu ihm herum. Ihr sommerblondes Haar kitzelte ihn an der Wange. »Ich hab euch doch gleich gesagt, dass der alte Kolonnenweg nirgends hinführt.«

»Da war doch ein Ortsschild«, sagte Leon.

»Ach ja? Ich sehe nur keine Häuser«, erwiderte Mathilda.

»Und ich sehe nur Wald«, ergänzte Jakob.

»Also mir gefällt’s.« Leon steuerte seinen Wagen den holprigen und von Büschen und Bäumen beinahe zugewachsenen Weg entlang. »Oder habt ihr es eilig, zu euren Eltern zu kommen?«

Die drei Jugendlichen waren auf dem Weg zur Hochzeit von Jakobs Onkel Markus, die in den folgenden Tagen in großem Rahmen gefeiert werden sollte. Das Schlosshotel, in dem sie erwartet wurden, lag laut Leons Navi noch eine knappe halbe Stunde entfernt, und gerade vergrößerte sich die Distanz, anstatt sich zu verringern.

»Wir sind hier falsch. Dahinten ist ein See und …« Der Wagen kam vor einem umgestürzten Baum zum Stehen, der die ohnehin schmale Fahrspur versperrte.

»Das war’s dann wohl«, sagte Mathilda. »Will einer von euch Jungs den Baum zur Seite ziehen? Oder habt ihr vielleicht eine Säge oder eine Axt dabei?«

Für Mathilda hätte Jakob gern einen Baum abgesägt, aber das einzige Werkzeug, das er griffbereit hatte, war ein winziger Schraubendreher für seine Brille. Nicht, dass er viel Erfahrung mit Sägen hätte. Jakob wartete, bis Leon und Mathilda ausgestiegen waren, bevor er den Vordersitz umklappte und ebenfalls den Wagen verließ. Die Waldluft war schwülwarm. In den letzten Tagen hatte es ein paar heftige Regengüsse gegeben, und heute lag die Temperatur knapp über fünfundzwanzig Grad.

»Du siehst aus wie ein verhakter Zollstock, wie du dich aus dem Auto rausschälst«, spottete Leon.

»Dann besorg dir einen anständigen Wagen«, murrte Jakob. Er stellte sich neben Mathilda, die die umgestürzte Birke mit in die Hüften gestützten Händen betrachtete. Leon schob einen Ast ein Stück zur Seite, doch der schnellte zurück, und ein Zweig klatschte gegen Jakobs Arm.

»Du musst hier irgendwo umdrehen.« Mathilda blickte über die Schulter zurück. Hinter ihnen bedrängte üppig wuchernde Vegetation den ehemaligen Kolonnenweg, bis er in der Ferne vom Grün verschluckt wurde.

»Oder ziemlich lange rückwärtsfahren«, feixte Jakob.

Leon kümmerte sich nicht um die Kommentare. Er stieg über den Baum hinweg und wanderte weiter den Weg hinunter.

»Was soll das, Leon? Wir kommen zu spät«, mahnte Jakob. »Die fragen sich bestimmt schon alle, wo wir bleiben.«

»Du wolltest mit deinem Cousin Leon mitfahren«, sagte Mathilda. »Also komm, sei kein Spielverderber! Wir schauen uns den See da unten mal an. Vielleicht gibt es eine Badestelle.«

Jakob zuckte mit den Schultern und trottete den beiden anderen hinterher. Die Sonne stand noch hoch am Himmel und schickte flirrende Strahlen durch das dichte Blätterdach. Mücken umschwirrten sie, und in der Ferne klopfte ein Specht. Nach ein paar Minuten wurde der Wald lichter. Leon schlug sich nach rechts. Mathilda folgte ihm. Von schräg oben konnte Jakob auf ihren von der Sonne geröteten Scheitel blicken. Sie war ein Jahr älter als er, volljährig. Waren sie nicht noch vor Kurzem in etwa gleich groß gewesen? Jakob war erst in den letzten Monaten auf seine Körpergröße von fast ein Meter neunzig hochgeschossen. Manchmal fühlte es sich so an, als bewegte er sich in einem fremden Körper. Seine langen Füße in den Sportschuhen, dem dritten Paar in diesem Jahr, blieben an Baumwurzeln hängen, und er musste bei fast jedem Schritt den Kopf einziehen, um nicht gegen Äste zu stoßen. Jakob sah zu, dass er nicht den Anschluss verlor. Er traf Mathilda nicht allzu häufig. Sie war die Tochter einer alten Freundin der Familie und das Patenkind seines Onkels. Sie lebte auch in Hannover. Mathilda wohnte allerdings in Bothfeld und Jakob in der List. Er rutschte aus und sah hinunter auf das, was unter dem Laub verborgen gewesen war.

»Wartet mal!«, rief er. »Guckt euch das einmal an.« Es war ein Fliesenboden aus quadratischen orangeroten Fliesen.

Leon kam hinzu und kratzte mit dem Schuh in der Erde. Er förderte weitere Bodenfliesen zutage. »Wie krass ist das denn?«

Mathilda begann ebenfalls, mit den Füßen zu scharren, ungeachtet der Tatsache, dass sie sich damit ihre feinen Ledersandalen ruinierte. Zwischen Unkraut und Laub erschienen weitere rötliche Fliesen.

Jakob ging in die Hocke und wischte über die glatte Oberfläche. »Hier muss mal ein Haus gestanden haben. Wir stehen wohl mitten in der ehemaligen Küche oder der Diele.« Er ging ein paar Schritte weiter. »Hier liegen auch Mauersteine und Reste eines Fundaments.«

Mathilda sah sich um. »Komisch. So mitten im Wald.«

»Ob an dieser Stelle noch mehr Häuser standen?«, fragte Leon.

Jakob sah sich mit zusammengekniffenen Augen um. »Ich hab mal gelesen, dass sie damals in der DDR die Dörfer, die sich zu nahe an der innerdeutschen Grenze befanden, einfach plattgemacht haben.«

»Ein geschleiftes Dorf.« Leon lächelte. »Aufregend.«

Sie fanden weitere Mauerreste, einen Schacht, der mit Brettern und einem brüchigen Betondeckel gesichert war, einen Eisenring in einem Rest Beton, der wahrscheinlich zu einem alten Stall gehörte und an dem einst Kühe oder Pferde festgebunden worden waren. Jakob, der sich für Geschichte interessierte, hatte gelesen, dass es in der Gegend ein paar Wüstungen gab: Siedlungen, die innerhalb der fünf Kilometer breiten Sperrzone an der innerdeutschen Grenze gelegen hatten. Die Bewohner waren umgesiedelt worden, die Dörfer hatte man später zerstört. Seltsam, dass sie zufällig auf eines gestoßen waren … Sie waren sicher weit und breit die einzigen Menschen, und trotzdem fühlte er sich in dem Bewusstsein dessen, was hier gewesen und geschehen war, beobachtet. Als sie weitergingen, lichtete sich der Wald und führte sie auf eine Wiese.

Mathilda entdeckte einen Gedenkstein, einen Findling mit der Inschrift: Blenkow, 1209 – 1976, geschleift. »Wie traurig«, sagte sie.

»Auf dem Ortsschild vorhin stand auch Blenkow.« Jakob betrachtete die Gegenstände, die auf dem Gedenkstein abgelegt worden waren: Backstein, Bruchstücke verschiedener Fliesen, ein zerbrochener Isolator aus Keramik.

»Ist doch schon lange her«, sagte Leon. »Wen kratzt das noch?«

»Einige Leute ja wohl offensichtlich schon.« Jakobs Blick wanderte zu dem vertrockneten Blumenstrauß, der unter dem Gedenkstein lag.

»Ich finde es nicht so toll hier.« Mathilda trat von einem Fuß auf den anderen. »Lasst uns wieder zum Auto gehen.«

»Und wenn es gar nicht mehr dort steht?« Leon rollte mit den Augen »Huhuh! Gruselig, was?«

»Wohl kaum.«

Jakob sah sich um. »Aber spannend ist es schon.« Über die ausgedehnte Wiese wehte ein frischer Wind. Mathildas Arme hatten sich mit einer Gänsehaut überzogen. Jakob wollte sie gern an sich ziehen, um sie zu wärmen. Wenn nur Leon nicht da wäre, der ihn beobachtete und alles, was er tat, kommentierte. »Trotzdem hat Mathilda recht. Wir müssen los.«

»Ich dachte, wir wollten noch im See da unten baden?«

»Wir sind zwei gegen einen, wir fahren jetzt zurück«, forderte Jakob.

»Es ist mein Auto. Ich bin der Fahrer. Wenn wir in dem See schwimmen waren, geht’s weiter.«

»Wir haben nicht mal Badesachen dabei.«

Leon bedachte Jakob mit einem verächtlichen Blick.

»Also, ich geh zum Auto.« Mathilda marschierte los.

Leon stieß Jakob mit dem Ellenbogen in die Seite. »Und ich dachte, du wolltest sie gern mal nackt sehen«, raunte er seinem Cousin zu.

»Halt die Klappe!«

Mathilda war schon am Waldrand angelangt. Sie drehte sich um. »Kommt ihr? Ich hab Hunger und Durst. Unsere Eltern und die anderen warten bestimmt schon auf uns.«

»Da entdecken wir ein Mal was Spannendes, und du willst zurück?«, fragte Leon.

»Wir können ja heute Abend noch mal herkommen«, schlug Mathilda vor. »Aber nur, wenn wir jetzt weiterfahren.«

Leon lief los und holte Mathilda ein. »Versprochen? Mit einem Mitternachtsbad im See?«

Sie lachte. »Und wovon träumst du nachts?«

»Nur von dir.« Er bot ihr übertrieben galant seinen Arm an, und sie hakte sich bei ihm ein.

Jakobs Herz zog sich zusammen, und er wandte den Blick ab. Mürrisch schlenderte er hinter den beiden her, die sich über irgendetwas, das Leon gerade gesagt hatte, vor Lachen ausschütteten.

Nach der Fahrt zwischen goldgelben Feldern und sattgrünen Weiden hindurch, durch Alleen und verschlafene Dörfer hätte Pia die Abzweigung zum Schloss beinahe verpasst. Sie bremste scharf, bog rechts ab, fuhr an einem Teich vorbei, und dann lag es vor ihr: Schloss Tedendorf, in dem ihre Schwester Nele und ihr zukünftiger Mann Markus ihre Hochzeit feiern wollten.

»Felix, schau mal, da ist es schon!«, rief sie ihrem vierjährigen Sohn zu, der hinter ihr in seinem Kindersitz saß. Keine Reaktion. Sie warf einen Blick über ihre Schulter. Die ganze Fahrt über hatte Felix aufgeregt von Schlössern, Burgen, Rittern und Drachen erzählt, um sich im entscheidenden Moment einen verspäteten Mittagsschlaf zu gönnen.

Eine kreisrunde Auffahrt führte auf das Gebäude mit der klassizistischen weißen Fassade zu. In der Mitte der gepflegten Rasenfläche hoben zwei steinerne Hirsche ihren Kopf in den Himmel. Es gab einen Hotelparkplatz, wo die die Optik...

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