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Dunkles Arles Ein Provence-Krimi mit Capitaine Roger Blanc von Rademacher, Cay (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 22.05.2018
  • Verlag: DuMont Buchverlag
eBook (ePUB)

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Dunkles Arles

Eine dramatische Hetzjagd in den Gassen von Arles - Der fünfte Fall für Capitaine Roger Blanc Capitaine Roger Blanc hatte es sich so schön vorgestellt: ein gemeinsames Wochenende in Arles mit seiner Geliebten Aveline. Doch schon nach wenigen Minuten finden sich der Gendarm und die Richterin in einem Albtraum wieder. Aveline wird Zeugin eines brutalen Mordes und entgeht dabei selbst nur knapp dem Tod. Der Täter entreißt ihr eine Tasche mit wichtigen Dokumenten - und kennt nun ihre Identität. Blanc und Aveline bleibt nichts anderes übrig, als sich auf ein Katz-und-Maus-Spiel einzulassen, das tödlich enden wird ... Mord in der Provence - Capitaine Roger Blanc ermittelt: Band 1: Mörderischer Mistral Band 2: Tödliche Camargue Band 3: Brennender Midi Band 4: Gefährliche Côte Bleue Band 5: Dunkles Arles Band 6: Verhängnisvolles Calès Band 7: Verlorenes Vernègues Alle Bände sind eigenständige Fälle und können unabhängig voneinander gelesen werden. Cay Rademacher, geboren 1965, ist freier Journalist und Autor. Bei DuMont erschienen seine Kriminalromane aus dem Hamburg der Nachkriegszeit: Der Trümmermörder Der Schieber Der Fälscher Mörderischer Mistral Tödliche Camargue Brennender Midi Gefährliche Côte Bleue Dunkles Arles Verhängnisvolles Calès Verlorenes Vernègues

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 352
    Erscheinungsdatum: 22.05.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783832184018
    Verlag: DuMont Buchverlag
    Größe: 3031 kBytes
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Dunkles Arles

1

Montag

Wieder dieser Traum. Immer derselbe verdammte, erstickende Traum. Kyra Slagter liegt im Bett, im Jogginganzug, eine Tasse dampfenden Kamillentee neben sich auf dem Nachttisch. Manchmal hilft das, die quälenden Gedankenschleifen zu unterbrechen, dem Herumwälzen ein Ende zu machen. Aber diesmal nicht.

Mama sitzt am Küchentisch, das Handy klingelt, sie geht dran. Sonntagmorgen. Ihr rosafarbener Kimono klafft vorne etwas auf, man sieht den Spitzen- BH . Sie stellt die Kaffeetasse hin, ohne einen Schluck getrunken zu haben. Ihr Gesicht ist schreckverzerrt. So sieht Todesangst aus.

Kyra rollt sich fluchend auf die Seite, schaltet die Nachttischlampe ein und greift zu ihrem Buch. Sie gähnt. Kapitel 11. "An Introduction to Crime Reconstruction. Insect Activity". Fliegen, Ameisen, Käfer. Blutige Wunden voller Eier und Maden. Der schwarze geöffnete Mund eines Toten, der dem Schmeißfliegennachwuchs sicheren Unterschlupf bietet.

Mama wird schlagartig leichenblass. Sie will etwas sagen, aber verschluckt sich am eigenen Speichel. Sie hustet. Weint. Lässt sich nicht beruhigen. Den ganzen Tag über wiederholt sie gebetsmühlenartig - anderen gegenüber, aber auch zu sich selbst: Das ist nicht gut, das ist nicht gut ...

Sechzig Kilometer. Eine Fliege kann einen Kadaver unmittelbar nach dem Tod in einem Radius von sechzig Kilometern riechen. Innerhalb von acht Stunden werden die ersten Eier gelegt. Manchmal fast unmittelbar nach Eintritt des Todes. Nach fünfzehn Stunden schlüpfen die ersten Larven, die vom Fleisch der Leiche zehren.

Panik. Vater, Mutter und Bruder reden durcheinander, und ihr dreht sich der Kopf. Ist sie ... Kann es sein ... Könnte ... Vielleicht ... Jarno verschickt fieberhaft SMS . Mama macht sich erbittert Vorwürfe. Sie hätten viel früher ... Warum haben sie nicht ... Wenn ...

Bereits nach dreißig Minuten können sich Leichenflecken bilden. Das Blut sammelt sich an den am tiefsten gelegenen Körperstellen. Dreht man die Leiche um, verlagern sich die Leichenflecken. Das Phänomen hält so lange an, bis sich das Blut zu zersetzen beginnt.

Die Sonne scheint ihr in die Augen. Sie sieht alles grellweiß. Sie hat etwas verloren. Sie blickt sich panisch um. Wo zum Teufel ist es? Sie wird sterben, wenn sie es nicht findet. Jemand wird sterben, wenn sie es nicht findet.

Ihre Mutter schreit. Schrill und gellend. Wie eine Industriesäge, die durch Hartholz fährt. Kyra hält sich die Ohren zu. Sie steht in der Küche. Der Wasserhahn läuft. Sie will ihn abstellen, wagt aber nicht, die Hände von den Ohren zu nehmen.

Mama läuft in der Küche auf und ab. Sie hat kein Gesicht. Kyra sieht nur ihre Hände, die an den Kopf greifen, sich verschränken wie zum Gebet. Dieses entsetzliche Klagelied! Dieses Heulen! Sie kann es nicht ertragen. Die Trauer von Generationen scheint darin mitzuschwingen. Krankheit, Verlust, Tod.

Plötzlich steht Jarno in der Küche, einen großen Koffer neben sich. Er brüllt etwas, bedrohlich und tief. Sie beginnt zu zittern.

"Wir müssen los!", ruft ihr Bruder. "Sofort!"

Aber ich habe etwas verloren, denkt Kyra. Ich muss es suchen. Ich brauche es unbedingt. Die Angst ist erdrückend. Eine Unruhe erfasst sie, ein mächtiger Drang zu fliehen. Sie muss ... sie muss ... Sie weiß nicht was.

Sie machen sich auf den Weg. Mutter, Vater, Bruder. Sie stehen auf der Straße, im alles überstrahlenden Sonnenlicht. Die Häuser wachsen, dehnen sich aus, berühren einander irgendwo hoch über ihr. Es wird dunkel.

"Du nicht", sagt ihre Mutter, während sie in ein riesiges Auto einsteigt. "Du bist noch zu klein."

Sie hat etwas verloren.

Ihr

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