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Dunkles Leid von Burton, Mary (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.11.2016
  • Verlag: INK
eBook (ePUB)
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Dunkles Leid

LEBENDIG BEGRABEN

Die Psychologin Jolene Granger wird an das Sterbebett des Serienkillers Harvey Lee Smith gerufen. Smith, der bereits seit einigen Jahren hinter Gittern sitzt, will seine letzten Geheimnisse mit Jolene teilen: Leichen, die niemals gefunden wurden, und einem Schützling, der das grausame Werk vollenden soll. Da tauchen tatsächlich neue Opfer auf - und so wie einst wurden auch diese lebendig begraben. Ohne es zu bemerken wird Jolene immer tiefer in Smiths abscheuliche Pläne verwickelt. Ihr Leben steht auf dem Spiel, und Jolenes einzige Hoffnung ist Brody Winchester: Der Mann, der vor vielen Jahren ihr Herz gebrochen hat, aber Smith schon einmal das Handwerk legen konnte ...

Mary Burton ist im Süden der USA aufgewachsen und hat an der Universität von Virginia Englisch studiert. Nach einer Karriere im Bereich Marketing begann sie äußerst erfolgreich Thriller zu schreiben. Burton lebt und arbeitet in Virginia.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 432
    Erscheinungsdatum: 11.11.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783736303270
    Verlag: INK
    Originaltitel: No Escape
    Größe: 1527 kBytes
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Dunkles Leid

Prolog

Zentral-Texas

Zehn Jahre zuvor

Sanftes Mondlicht tröpfelte auf den verrosteten blauen Chevy Impala, Baujahr neunundsiebzig, der quer am Ende einer staubigen Landstraße geparkt war. Mehrere Meter davon entfernt zweigte ein gewundener Fußweg ab und verschwand in einem verkümmerten Wäldchen. Irgendwo heulte ein Kojote.

Robbie war noch nie hier gewesen, doch sein Vater, Harvey Lee Smith, war in der Nähe dieses Grundstücks aufgewachsen. Er hatte oft davon gesprochen und geschworen, sich noch an jeden Stein, jede Erhebung und jeden Baum auf dem Gelände erinnern zu können, das jetzt im Frühling von Bluebonnets, den texanischen blauen Wiesenlupinen, übersät war.

Harvey sagte, dass die Bluebonnets immer seinen gehetzten Geist beruhigten und die Dämonen verscheuchten. Doch das Meer der zarten violetten Blüten konnte Robbies Furcht kaum verringern.

Harvey zog die Handbremse, beugte sich über das Lenkrad und sah zu dem Pfad hinüber, der sich auf die geliebten Blumen zuschlängelte. "Jede Wette, dass meinem kleinen Mädchen die Blumen gefallen würden. Oh ja, die würden ihr gefallen."

"Sie ist kein kleines Mädchen mehr, Harvey", sagte Robbie. "Sie ist zweiundzwanzig. Ein Jahr jünger als ich."

Das Lächeln des Älteren verblasste, und ein Schatten legte sich über seine Züge. "Nein, ich schätze, sie ist wohl kein kleines Mädchen mehr, Robbie. Sie hat die Uni abgeschlossen. Hat ihren Bachelor und macht jetzt ihren Doktor. Kluges Mädchen. Ganz der Papa."

Jähe Eifersucht durchzuckte Robbie, als er Harvey ansah. "Du solltest sie mal besuchen. Ihr sagen, wie stolz du auf sie bist."

Harvey schüttelte den Kopf und schaute auf seine glatten Hände, die das Lenkrad umfassten. "Hab schon daran gedacht. Oft sogar. Aber wie schon gesagt, es ist keine gute Idee."

"Vielleicht wüsste sie ja gerne, dass du da draußen bist und an sie denkst." Robbie war klar, dass er an eine alte Wunde rührte, die sein Vater mit sich herumtrug. Aber das war ihm egal. Er hatte es satt, ständig mit dem von Harvey idealisierten Mädchen verglichen zu werden und sich minderwertig zu fühlen.

Mit finsterer Miene zog sein Vater am Türgriff und drückte mit der Schulter gegen die Tür. Ächzend ging sie auf. "Na los, Junge. Die Nacht dauert nicht ewig."

Harvey warf die Tür zu und ging um den Impala herum.

Robbie wischte sich die verschwitzten Handflächen an den Jeans ab und beobachtete im Rückspiegel, wie Harvey einen Schlüssel in das Kofferraumschloss steckte.

Robbie drehte sich der Magen um, und wieder hoffte er, dass ihm nicht vor Furcht schlecht werden würde. Er wäre lieber nicht hier gewesen. Er öffnete die Beifahrertür, stieg schwerfällig aus und versteifte sich angesichts der kühlen Nachtluft. Neben der Wagentür blieb er stehen.

Den Schlüssel immer noch in der Hand, schaute Harvey hinauf in das helle Mondlicht, als wollte er auskosten, wie gut die Sterne hier im Texas Hill Country zu sehen waren, fern von den hellen Lichtern von Austin. Er atmete tief ein und genoss die weiche, kühle Frühlingsluft. "Gott, hab ich es vermisst, hier raufzukommen."

Robbie steckte die zitternden Hände in seine Jeanstaschen. "Wieso kommst du nicht öfter her?"

Harvey schüttelte den Kopf und drehte den Schlüssel, worauf das Schloss sich öffnete. "Letztes Mal ist es hier oben nicht so gut gelaufen, deshalb bin ich nicht mehr hergekommen. Inzwischen ist mir klar, dass der Ausflug damals ein Fehler war."

"War das hier denn nicht das Haus deiner Familie?"

"Nee. Nur ein Ort, wo ich gerne hingegangen bin."

Mit wachsender Nervosität näherte Robbie sich dem Kofferraum und schaute hinein. Bei dem Anblick der Frau, die geknebelt und verschnürt darin lag, wie ein Spanferkel, bevor es aufgespießt wurde, unterdrückte er ein Schaudern.

Mit von Wimperntusche verschmierten Augen, die vom Weinen gerötet waren

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