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Eileens Geheimnis von Kastner, Corinna (eBook)

  • Verlag: hockebooks
eBook (ePUB)
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Eileens Geheimnis

Im Nachlass seines Vaters findet Daniel Blake das Foto eines Grabes mit keltischem Kreuz und kaum zu entziffernder Inschrift. Nur ein Name ist zu lesen: Eileen - jener Name, den sein Vater auf den Lippen trug, bevor er starb. Daniel begibt sich auf Spurensuche und trifft dabei auf Nathalie, die ihn auf einen kleinen Friedhof der Insel Guernsey führt. Schon bald können sie sich Eileens Geheimnis nicht mehr entziehen und machen sich gemeinsam daran, die Fäden zusammenzuführen, die das Schicksal ein halbes Jahrhundert zuvor gesponnen hat ... "Ein Buch zu schreiben, ist für mich wie ein Abenteuer, in dem ich selbst zuweilen genauso überrascht werde wie die Leser." Corinna Kastner, geboren in der Rattenfängerstadt Hameln, arbeitet am Institut für Journalistik und Kommunikationsforschung in Hannover. Seit 2005 veröffentlicht sie schauplatzorientierte Spannungsromane. Nachdem sie ihre Leser mit ihren ersten drei Romanen "Eileens Geheimnis", "Das Erbe von Ragusa" und "Die geheimen Schlüssel" (Lübbe) begeistert hat, belegte sie mit "Die verborgene Kammer" (ebenfalls Lübbe) 2010 den dritten Platz beim DeLia Literaturpreis. Es folgten die beiden Regios "Fischland-Mord" und "Fischland-Rache" (emons), mit denen sie nicht nur ihrer Liebe zum Fischland an der Ostsee, sondern auch der zum Genre Krimi folgte. Corinna Kastner lebt mit ihrem Mann, dem Schriftsteller Jörg Kastner, in Hannover.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 455
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783957512666
    Verlag: hockebooks
    Größe: 3813 kBytes
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Eileens Geheimnis

Juli 1952 - Eileens Hochzeitstag

Ein Fremder, hallte Rosies Stimme in Eileen wider, während Mr. Pierce sie noch immer wohlwollend musterte. Wieso dachte sie gerade jetzt daran? Sie hatte es doch eben noch geschafft, sich jeden beunruhigenden Gedanken zu verbieten. Schön, sie mochte nicht alles über Jack wissen, weit weniger jedenfalls, als sie damals bei dem Streit mit Rosie annahm, aber das änderte nichts an ihren Gefühlen für ihn.

Entschlossen drehte sie sich einmal um sich selbst, wie um die innere Unruhe abzuschütteln. Nach irgendetwas suchend, das sie ablenken konnte, ließ sie ihren Blick durch das Wohnzimmer schweifen. Wo sie bei dem Gedanken an Rosie war, wo blieb sie eigentlich?

"Wo sind meine Brautjungfern?", fragte Eileen etwas außer Atem.

Tante May antwortete nicht sofort, dafür öffnete sie schwungvoll die Tür, die zum Garten führte.

"Eine ist auf jeden Fall schon hier", sagte sie dabei und trat zurück, so dass Eileens Blick auf eine sehr schlanke junge Frau mit langen braunen Haaren traf, die ihr vollkommen fremd war.

"Bonjour, Eileen", grüßte das Mädchen mit verschmitztem Lächeln.

"Ist das nicht eine Überraschung?", rief Tante May strahlend und schaute Eileen erwartungsvoll an.

Deren Ratlosigkeit war nicht zu übersehen, und das Mädchen schien sich darüber außerordentlich zu amüsieren. "Es ist lange her ...", sagte sie.

Lange her? Was war lange her? Dann riss Eileen die Augen auf. "Gabrielle! Das kann doch nicht wahr sein, du bist Gabrielle!"

"Ich habe ziemlich viel Überredungskunst gebraucht, sie nach Guernsey zu lotsen. Immerhin ist es ein weiter Weg", ließ sich Tante May vernehmen, sichtlich stolz darauf, dass sie es letztlich geschafft hatte. "Aber ich dachte, deine Hochzeit wäre eine ganz besondere Gelegenheit, deine Cousine wiederzusehen. Wo du doch nur noch so wenige Verwandte hast."

Ein weit entfernter Sommer tauchte aus Eileens Erinnerungen auf, in dem ihr Vater unerwarteten Familienbesuch bekommen hatte. Damals waren sie und Gabrielle für vier Wochen unzertrennlich gewesen, beide acht Jahre alt und mit unstillbarem Unternehmungsgeist. Die Tränen beim Abschied hatten gar nicht mehr versiegen wollen, und nur das Versprechen eines Gegenbesuches konnte die Mädchen etwas trösten. Doch man schrieb das Jahr 1939. Zwölf Monate später sah die Welt ganz anders aus, Eileens Familie wurde nach England evakuiert, und sie und Gabrielle verloren einander aus den Augen.

Eileen stand da und wusste nicht, wen sie zuerst umarmen sollte: Tante May oder Gabrielle.

Tante May beschloss, auf die ihr eigene praktische Art das Problem zu lösen und zumindest zu diesem Zeitpunkt keine Sentimentalitäten aufkommen zu lassen. "Meine Lieben, ihr könnt später alte Erinnerungen austauschen, Gabrielle ist immerhin noch ein paar Tage hier. Wenn wir nämlich nicht bald losfahren, wird die Trauung ohne uns stattfinden!"

Damit gab sie Mr. Pierce einen sanften Schubs, der die Szene sichtlich gerührt mit angesehen hatte.

Eileens Kleid war ausladend, so dass sich die Unmenge von Tüll am Rock und von ihrem Schleier fast in der Tür des Wagens verklemmt hätte. Mr. Pierce setzte sich hinters Steuer, Gabrielle, Tante May und Mrs. Pierce, die wie immer ein griesgrämiges Gesicht machte, als ob sie nicht einmal an einem solchen Tag gute Laune haben konnte, nahmen auf der Rückbank Platz. Mr. Pierce drückte ungewohnt übermütig auf die Hupe und fuhr los zur St. Martin's Church. Eigentlich hätten Eileen und Jack in St. Sampson heiraten sollen, aber nachdem Eileen das Haus am Icart Point gekauft hatte, fiel die Entscheidung zugunsten der Kirche in St. Martin, die Eileen ohnehin viel lieber mochte, weil sie mit dem hügeligen Friedhof so hübsch zwischen all den alten Häusern lag.

Eileen hatte vorgehabt, Gabrielle während der Fahrt nach Strich und Faden auszufragen, doch sie merkte, dass sie sich unmöglich aufs Zuhören konzentrieren konnt

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