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Ein echter Amerikaner Spionage-Krimi von Allbeury, Ted (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 29.08.2014
  • Verlag: Edel Elements
eBook (ePUB)
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Ein echter Amerikaner

Andrej Aarons ist zwanzig, als er zum Spion wird. In einem strengen Auswahlverfahren auf Herz und Nieren geprüft, wird er durch die Sowjets perfekt ausgebildet und 1938 in die USA eingeschleust. Er lebt in New York unauffällig als Buchhändler, baut ein Agentennetz auf und beliefert seine Auftraggeber mit äußerst wichtigen Informationen. Es braucht Jahrzehnte, bis Moskaus ranghöchster Geheimagent in den USA in seiner Überzeugung ins Wanken gerät... Ein hochklassiger Spionagekrimi - spannendes Lesevergnügen für alle Fans von John Le Carré!

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 482
    Erscheinungsdatum: 29.08.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783955305574
    Verlag: Edel Elements
    Größe: 2383 kBytes
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Ein echter Amerikaner

ERSTES KAPITEL

Mary Taylor fragte sich, warum man keine Fernsehteams zugelassen und die Pressekonferenz nur auf die Vertreter der Printmedien und Radiosender beschränkt hatte. Sogar die Fotografen waren ausgeschlossen worden. Meistens waren bei den Pressekonferenzen in Camp David drei oder vier Kamerateams zugegen. Sicherheitsgründe konnten es nicht sein. Vielleicht wollte er nur den Zeitrahmen so knapp wie möglich halten. Fernsehleute machten sich immer wichtig und zogen alles in die Länge.

Die Techniker waren noch mit dem Überprüfen der Mikrofone und Aufnahmegeräte beschäftigt, als er zum Podium schritt. Blaues Hemd, keine Krawatte, graue Hose und Reebok-Turnschuhe, die so aussahen, als kämen sie tatsächlich zum Einsatz. Die feinen Haare hoben sich leicht im Wind, und um seinen Mund spielte bereits das gewinnende, etwas schiefe Lächeln, als ihm jemand das Hauptmikrofon hinschob. Sie hatte ihn immer gemocht, schon damals, bevor er Vizepräsident geworden war. Eigentlich hatte er nichts mit Reagan gemein, aber in mancher Hinsicht wirkten sie sehr ähnlich. Typisch liebenswerte amerikanische Jungs. Aber Bush war anders, weil er die Hebel in der Hand hatte und seine Hausaufgaben nicht nur machte, sondern sie auch verstand. Dafür hatte schon seine Arbeit als Chef der CIA gesorgt. Kaum wahrscheinlich, daß er Bolivien mit Brasilien verwechselte. Nicht daß Ronald Reagan wegen derartiger Schnitzer Wählerstimmen verloren hätte. Die Mehrzahl der Amerikaner war nicht in der Lage, anhand einer Weltkarte zu zeigen, wo die Tschechoslowakei lag. Reagan gab den Wählern das Gefühl, daß sie durchaus Präsident der Vereinigten Staaten werden könnten, wenn sie nur wollten.

Es gab die üblichen Fragen zu den Themen Abrüstung und "Star Wars", wie die Presse das SDI-Programm getauft hatte, das den Aufbau eines im Weltraum stationierten Waffensystems zur Abwehr sowjetischer Interkontinentalraketen vorsah. Die Sonderberichterstatterin der Washington Post versuchte ihm eine Stellungnahme zum Thema Abtreibung zu entlocken, aber er bedachte sie mit einem Lächeln und deutete auf den Mann von der Londoner Times.

"Ja, Mister Long."

"Mister President, manche Menschen in Europa und meines Wissens nach auch in den USA fragen sich, ob man im Weißen Haus nicht der Entwicklung hinterherhinkt, nun, da sich durch Glasnost und Perestroika das internationale politische Klima verändert hat. Haben sie recht, Mister President?"

"Nun - wir haben bei unseren Abrüstungsverhandlungen mit den Sowjets beträchtliche Fortschritte gemacht, zum Beispiel bei der Ächtung chemischer Waffen und beim Truppenabbau. Ich würde das nicht gerade als Hinterherhinken bezeichnen."

"Mister President, ich habe dabei mehr an die psychologischen Aspekte von Glasnost gedacht. Für alle Welt sieht es so aus, als wollten uns die Sowjets die Hand zum Frieden reichen und die US-Regierung reagiere darauf eher zurückhaltend. Als sei sie nicht bereit, sich mit dem Ende des Kalten Krieges abzufinden."

Der Präsident lächelte. "Freut mich sehr, daß die Presse zur Abwechslung einmal guten Nachrichten soviel Platz einräumt. Aber lassen Sie mich klarstellen, daß diese Regierung, wie alle anderen Regierungen auch, für die Sicherheit der Vereinigten Staaten und ihrer Bevölkerung verantwortlich ist. Wir hatten vierzig Jahre lang Kalten Krieg - und der ging, wie ich hinzufügen möchte, nicht von uns aus. Wir begrüßen die Veränderungen in den Ländern des Ostblocks und in der Sowjetunion von ganzem Herzen - und wir sind nur zu gern bereit, diese demokratischen Entwicklungen zu unterstützen. Aber man kann in diesen Ländern nicht über Nacht eine allmächtige Diktatur in eine Demokratie umwandeln - es gibt keinerlei organisierte politische Parteien, die in der Lage wären zu garantieren, daß sich demokratische Regierungsformen durchsetzen. Das dauert eine Zeitlang, und wir müssen ihnen diese Zeit lassen - wir dürfen in unser

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