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Ein Grab auf Sylt von Folkers, Renate (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.03.2016
  • Verlag: CW Niemeyer Buchverlage GmbH
eBook (ePUB)
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Ein Grab auf Sylt

DAS AUSMASS DER TRAGISCHEN EREIGNISSE IST UNERMESSLICH UND SCHÄNDLICH Eine Tote am Rantumer Strand und die Aufzeichnungen eines Tagebuches beschäftigen Hauptkommissar Nane Lüders von der Husumer Kriminalpolizei. Ihm offenbart sich ein ergreifendes Schicksal. Die Feinsinnigkeit und Menschenkenntnis des Beamten führen schließlich zu der Gewissheit, dass der Tod eines Unschuldigen hätte verhindert werden können. Stalking, gepaart mit Symptomen der Borderline Krankheit, lässt zwei Menschen aufeinandertreffen, deren Zusammenspiel vernichtender nicht sein könnte. Die Geschichte scheint wie eine Inszenierung, eine Show und ist zugleich ein Abbild der zerstörenden Auswüchse jener Krankheitsbilder.

1950 auf Nordstrand bei Husum geboren; nach der Schule Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten; insgesamt über 25 Jahre an Schreibtischen öffentlicher Arbeitgeber; von 1978 bis 1988 Familiengründung und Kindererziehung (4); 2001 Lebensmittelpunkt nach Minden verlegt; 2009 Abschied aus dem Berufsleben und mit dem Schreiben begonnen; größte Herausforderung als Autorin der 2014 fertiggestellte Kriminalroman 'Der Tote hinter dem Knick'; mehr über Renate Folkers und ihre Aktivitäten erfahren Sie auf Facebook

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 354
    Erscheinungsdatum: 09.03.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783827198938
    Verlag: CW Niemeyer Buchverlage GmbH
    Serie: Mordundmeer Krimi Bd.2
    Größe: 3428kBytes
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Ein Grab auf Sylt

Abschied von alten Gewohnheiten

'HIN UND WIEDER AUSSERGEWÖHNLICHEN SEX IN ERSTKLASSIGEM AMBIENTE ERHÖHT DIE GENUSSFÄHIGKEIT', stand in großen Lettern auf dem Titelblatt einer Zeitschrift. Genau das hat er sich gegönnt, außergewöhnlichen Sex in erstklassigem Ambiente, intensivsten Genuss.

Hannes schließt den Reißverschluss seiner Hose und zupft das Hemd zurecht. Er schaut in den Spiegel, der die Sicht auf das luxuriöse Doppelbett im Nebenzimmer freigibt. Wie tot liegt der junge Frauenkörper inmitten der mit seidener Bettwäsche bezogenen Kissen und Decken. Das dichte, leuchtend rote Haar, das anfangs zu einem Zopf geflochten gewesen war, schlängelt sich wie züngelndes Feuer auf dem champagnerfarbenen Kissen.

"Nimm das Band aus dem Haar", hatte er gesagt, es ihr aus der Hand gezogen und um den Hals gelegt. Seine Finger hatten das Geflecht der Haare gelöst. Die wilde Mähne, die nun ungebändigt ihre Schultern berührte, verdeckte teilweise ihr Gesicht. Der schlanke, nackte Körper wand sich wie der einer Schlange. Ihre Augen mit Riesenpupillen, die sich in seinem Blick versenkten, hatten ihn in Ekstase versetzt und seine Hände die Enden des weinroten samtenen Haarbandes zusammenziehen lassen. Luftnot ließ sie auf das Bett sinken. In diesem Augenblick glaubte er, sie sei in anderen Sphären. Bewegungslos der Körper, nur der regelmäßige Rhythmus des Atems, der die Nasenflügel hob und senkte, ließ ihn wissen, dass sie nicht tot war. Das war das Spiel, das er liebte, das ihn reiten ließ auf einer Welle, die ihn erregte und berauschte, ihm eine an Wahnsinn grenzende Entspannung bescherte.

Karenina war keine professionelle Prostituierte, dafür war sie zu jung. Auf etwa fünfzehn Jahre schätzte er sie. Die meisten Mädels hier waren unwesentlich älter und auf Drogen, damit sie das Geschäft nicht ruinierten. Der Stoff machte sie auf unproblematische Art gefügig. Eine lohnende Investition für die Betreiber des Bordells. Die Zuhälter waren wenig zimperlich. Wer nicht parierte, wurde bedroht, geschlagen, gegebenenfalls rigoros aus dem Verkehr gezogen. Ein Scheißgeschäft irgendwie, und er machte mit. Er zahlte nicht schlecht, und wenn er nicht käme, gäbe es genügend andere. Immerhin behandelte er sie gut.

Karenina war high, das hatte ihm ihr Blick bereits beim Betreten des Etablissements verraten. Zwangsweise enthemmt, damit der Kunde zufrieden war, so konnte man es wohl ausdrücken. Genau das war es, was die Sache für ihn so reizvoll machte, dieses Enthemmtsein. Er liebte die jungen Mädels. Sie waren unverdorben, gefügig und sie konnten einen, wie gesagt, zum Wahnsinn treiben.

Seit seinem Umzug nach Husum war er nicht mehr hier gewesen. Das Etablissement, in dem er regelmäßig verkehrt hatte, war aufgeflogen. Er hatte davon in der Zeitung gelesen. In einer Nacht- und Nebelaktion hatten Polizei, Gewerbeamt, Zoll und Finanzbehörden erfolgreich zugeschlagen. Menschenhandel, Zuhälterei und Schutzgelderpressung wurden den Betreibern des illegalen Bordells vorgeworfen. Wegen Zwangsprostitution und sexueller Ausbeutung waren seine Kontaktperson und mit ihr einige Mitglieder des Schleuser- und Drogenrings in Haft genommen worden. Einige Tage später hatte man ihn angerufen und informiert, dass das Etablissement aus gegebener Veranlassung habe verlegt werden müssen. Leider sei Irina, das von ihm bevorzugte Püppchen, wie der Anrufer sich ausdrückte, wegen Vertrauensmissbrauch nicht mehr im Geschäft. Später hatte er erfahren, dass sie in Abschiebehaft gekommen war. Die Organisation hatte mit anderen Hintermännern die Stammkunden weiter bedient und ihm, wegen seiner Vorliebe für ganz junge Mädchen, ein perfektes Äquivalent zu Irina angeboten. Die Sache war ihm zu heiß gewesen, deshalb hatte er vorerst keinen Gebrauch davon gemacht.

Nun schien Gras über die Angelegenheit gewachsen zu sein. Er gönnte sich ein Wohlfühlwochenende in Düsseldorf, seiner alten Heimat, und dazu gehört

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