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Ein kalter Mord Thriller von McCullough, Colleen (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 27.06.2011
  • Verlag: Aufbau Verlag
eBook (ePUB)

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Ein kalter Mord

Der Mädchensammler. Carmine Delmoncio hat als Mordermittler einen eher ruhigen Job. Bis in einem Institut in einem Kälteraum, in dem eigentlich die Kadaver von Versuchstieren gelagert werden, Teile einer schwarzen Frauenleiche auftauchen. Schnell stellt sich heraus, dass ein beinahe genialer Serienmörder am Werk sein muss, der schon häufiger gemordet hat. Delmonico bleibt nicht viel Zeit, denn politische Kräfte wollen die Morde nutzen, um Unruhen zu schüren. Die Polizei ermittle nicht richtig, weil die Opfer farbig seien, so der Vorwurf. Zum Glück bekommt Delmonico unerwartet Hilfe - von Desdemona, der attraktiven Geschäftsführerin des Instituts. Doch plötzlich gerät auch sie ins Visier des Täters ... Ein herausragender Thriller von Colleen McCullough, der Autorin des Weltbestsellers 'Die Dornenvögel'. Colleen McCullough wurde in Australien geboren und hat lange als Neurologin gearbeitet, bevor sie mit dem Roman 'Die Dornenvögel' zu Weltruhm gelangte. Sie hat sich nun erfolgreich dem Thriller-Genre zugewandt. Sie lebt auf einer Insel im Süd-Pazifik.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 464
    Erscheinungsdatum: 27.06.2011
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783841202444
    Verlag: Aufbau Verlag
    Originaltitel: On Off
    Größe: 4230 kBytes
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Ein kalter Mord

Kapitel zwei

Donnerstag, den 7. Oktober 1965

Carmines Tag begann in Commissioner John Silvestris Büro, wo er in der Mitte eines Halbkreises vor dessen Schreibtisch saß. Links von ihm hatten Captain Danny Marciano und Sergeant Abe Goldberg Platz genommen und zu seiner Rechten Dr. Patrick O'Donnell und Sergeant Corey Marshall.

Nicht zum ersten Mal dankte Carmine seinen Glückssternen für die beiden älteren Männer, die in der Hierarchie über ihm standen.

Der südländische, gutaussehende John Silvestri war ein Schreibtischpolizist, war schon immer einer gewesen und ging zuversichtlich davon aus, dass er bei seiner Pensionierung in fünf Jahren von sich sagen könne, noch nie in einem Tumult seine Waffe gezogen, geschweige denn ein Gewehr oder eine Pistole abgefeuert zu haben. Was schon merkwürdig war, da er 1941 als Lieutenant in die U. S. Army eingetreten war und sie 1945 hochdekoriert wieder verlassen hatte, unter anderem mit der Medal of Honor, der höchsten Auszeichnung für Tapferkeit im Kampfeinsatz. Seine ärgerlichste Gewohnheit betraf allerdings Zigarren, die er eher nuckelte als rauchte, wodurch er quasi eine Spur schleimiger Stummel hinter sich ließ, die einen Geruch verströmten wie ein Spucknapf in einem Saloon von Dodge City im Jahre 1890.

In vollem Bewusstsein, dass Danny Marciano die Zigarrenstummel am meisten hasste, machte Silvestri sich stets ein besonderes Vergnügen daraus, seinen Aschenbecher direkt unter Marcianos Stupsnase zu schieben; Marciano hatte einen sommersprossigen hellen Teint und blaue Augen, die viele Sitzerei am Schreibtisch hatte ihm ein paar Extrapfunde beschert. Er war ein guter zweiter Mann, dem aber die listige Geduld abging, am Ende Commissioner zu werden.

Sie überließen Carmine und seinen Kollegen, den beiden anderen Lieutenants, die Erledigung der richtigen Polizeiarbeit, ignorierten jeden politischen Druck vonseiten der Stadt und der Universität sowie aus Hartford, der Hauptstadt von Connecticut, und man konnte sich darauf verlassen, dass sie sich für ihre Männer einsetzten. Jeder wusste, dass Carmine ihr Favorit war. Daraus entsprang jedoch keine Missgunst, denn in der Praxis bedeutete es, dass Carmine alle kitzligen Fälle erbte, die Diplomatie oder Zusammenarbeit mit anderen Strafverfolgungsbehörden erforderten. Außerdem war er der Chef der Mordkommission des Departments.

Delmonico hatte gerade sein erstes Studienjahr an der Chubb abgeschlossen, als Pearl Harbor angegriffen wurde. Also unterbrach er sein Studium und meldete sich freiwillig. Durch reinen Zufall wurde er zur Militärpolizei abgestellt, und nachdem er den einfachen Wachdienst und die Festnahme betrunkener Soldaten erst einmal hinter sich hatte, stellte er fest, dass er diese Arbeit liebte. Bei Kriegsende und im Anschluss an eine Dienstzeit im besetzten Japan war er Major und qualifiziert, sein Studium an der Chubb in einem beschleunigten Programm abzuschließen. Mit einem Diplom in der Tasche, das ihn berechtigte, englische Literatur oder Mathematik zu unterrichten, entschied er sich dann, dass ihm die Polizeiarbeit am besten gefiel. 1949 kam er so zur Polizei von Holloman. Silvestri, zum damaligen Zeitpunkt Lieutenant im Innendienst, erkannte bald sein Potential und versetzte ihn zu den Detectives, der Kriminalpolizei, wo er mittlerweile ranghöchster Lieutenant war. Holloman war nicht groß genug, um wie größere Städte ein eigenes Morddezernat oder andere Abteilungen für bestimmte Deliktsbereiche zu haben, weswegen Carmine alle möglichen Verbrechen bearbeitete. Morde waren jedoch seine Spezialität, und er hatte eine ausgezeichnete Aufklärungsquote: nahezu hundert Prozent.

Erwartungsvoll, aber entspannt saß er da; das hier würde interessant werden.

"Sie zuerst, Patsy", sagte Silvestri, der bereits jetzt den Fall nicht mochte, weil er mit Sicherheit in den Fokus der Öffentlichkeit geraten würde. Nur ein kurzer Absat

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