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Ein Klinik-Krimi Wie in einer Deutschen Universitätsklinik ein Professor kaltgestellt wurde oder: Die neun Kröten von Beck, Oskar Josef (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.02.2016
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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Ein Klinik-Krimi

Es liest sich wie ein Krimi, wenn ein weltbekannt erfolgreicher und anerkannter Neurochirurg, der seit 1985 Professor der Neurochirurgie ist, 1992 Präsident der Laser Association of Neurological Surgeons International (LANSI) war, 1995 ohne juristisch haltbaren Grund mit einem Operations- und Dienstverbot bestraft wurde. Der Kern dieses Buches beschreibt wahrheitsgetreu neun Gerichtsfälle (die neun Kröten), deren Verlauf bei einem normalen Gerechtigkeitsempfinden nur schwer, eigentlich gar nicht nachvollziehbar ist. Das Wegschauen bei Straftaten eines Ordinarius, die in Gerichtsakten, Briefen und Aufzeichnungen dokumentiert sind, zeigt die enge Verbundenheit von KuMi, Universität, Gutachtern und Justiz. Zurück bleibt die Erkenntnis, dass ein Ordinarius noch am Übergang zum 21. Jahrhundert mit einer Machtfülle ausgestattet ist, der von keiner demokratischen Institution Einhalt geboten werden kann.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 240
    Erscheinungsdatum: 18.02.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783739267586
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 48416kBytes
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Ein Klinik-Krimi

2. Chefarztberufung und Chefarztwechsel

2.1 Allgemein

2.1.1 Chefarztberufung

Eine korrekte Chefarztberufung hat zum Ziel, die Besten für das betreffende Fachgebiet auszuwählen. Jede Klinik handhabt diesen Prozess anders. Die Stadt München übernimmt, bei entsprechender Qualifikation, den Ersten Oberarzt als Chefarzt. Alle Ärzte einer Klinik haben jahrelang die Möglichkeit sich von den Fähigkeiten des Ersten Oberarztes zu überzeugen, eine sinnvolle Entscheidung, wie ich meine.

So hatte der Pathologe Dr. K. als Erster Oberarzt die letzten Jahre tausende Präparate befundet. Durch intensive Zusammenarbeit mit der Neuropathologie hatte er sich auch auf diesem schwierigen Gebiet einen Namen gemacht. Er war in erster Linie ein Pragmatiker, und die Chefarztstelle in Bogenhausen war mit ihm hervorragend besetzt.

An dieser Stelle möchte ich meine persönliche Erfahrung an einem Beispiel aufzeigen. Meine Labrador-Hündin hatte vor 12 Jahren am rechten Ohrläppchen einen rasch wachsenden Tumor, den ich selbst operativ entfernte. Der histologische Befund aus der Pathologie der Universitäts-Veterinärklinik war niederschmetternd: Bösartig, Bestrahlung und Chemotherapie. In meiner Verzweiflung ging ich zu meinem alten Klassenkameraden K. Dieser sah sich das Präparat kurz an und sagte: "Ich sehe Zellen, die zu keinem Tumor passen." Und wie Recht er hatte! Nach 12 Jahren erfreut sich mein Hunderl immer noch bester Gesundheit und wedelt mit dem Schwanz, wenn es seinen Lebensretter sieht, ohne Bestrahlung und ohne Chemotherapie.

In kleineren Städten oder an Kreiskrankenhäusern ist die Besetzung häufig auch eine politische Entscheidung, wobei von den Kandidaten nicht immer der Beste, sondern der ausgewählt wird, der politisch am besten ins Gefüge der Stadt oder des Landkreises passt. Um den Frieden im Haus zu wahren, hören die verantwortlichen Politiker dabei auch auf die Meinungen der Chefs anderer Fachrichtungen.

Ein persönliches Beispiel: Obwohl ich von München nie weg wollte, wäre Rosenheim aufgrund seiner Gebirgsnähe für mich akzeptabel gewesen. So trug ich mein Anliegen meinem alten Schulfreund und Chefarzt der Orthopädie Dr. F. und dem Chefanästhesisten Dr. S. vor, den ich noch von der Poliklinik in München kannte. F. sagte mir dann in aller Freundschaft: "Ossi, wenn Rosenheim eine Neurochirurgie bekommt, sorgen wir dafür, dass Du den Chefposten erhältst, aber ich werde alles dafür tun, dass Rosenheim keine Neurochirurgie bekommt". F. war seit Generationen der Stadt Rosenheim verbunden und fürchtete hohe Kosten zu Lasten etablierter Abteilungen. Vielleicht witterte er auch in mir Konkurrenz, weil die Neurochirurgen damals schon die Bandscheiben-Eingriffe unter dem Mikroskop operierten und deshalb bessere Ergebnisse erzielten. Die Politiker hörten auf F. und die Neurochirurgie kam einige Jahre später nach Vogtareuth, im Landkreis Rosenheim, weit ab von der Autobahn München - Salzburg. In Nähe der Autobahn wäre die Neurochirurgie wegen der Unfälle wohl besser aufgehoben gewesen.

Die Chefarztberufung an der Universität ist ein aufwändiger und lang anhaltender Vorgang. Ein bis zwei Jahre vor dem Chefarztwechsel werden Kommissionen ins Leben gerufen, die dann von den Bewerbern meist sechs bis zwölf Kandidaten auswählen, die sich persönlich mit Vorträgen vor der Fakultät bewähren müssen. Von den Bewerbern kommen drei in die engere Wahl, wobei der zukünftige Chef von einer neuen Kommission, in der die Entscheidungsträger der Universität sitzen, berufen wird. Dabei werden unzählige Telefongespräche geführt, um einen Entscheidungsträger für den gewünschten Kandidaten zu mobilisieren. Eine wichtige Rolle spielen hierbei Emeriti, d. h. ehemalige Ordinarien, die beratend für Berufungen besonders viel Zeit aufwenden, da sie selbst nicht mehr ins Geschehen eingreifen können. Der nun auf Nr.1 gesetzte Kandidat wird dem Kultusminister präse

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