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Ein Mörder zieht die Fäden Ein Cornwall-Krimi von Michéle, Rebecca (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 31.10.2019
  • Verlag: Dryas Verlag
eBook (ePUB)
7,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Ab 31.10.2019 per Download lieferbar

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Ein Mörder zieht die Fäden

Sandra Flemming, Managerin des Higher Barton Romantic Hotel in Cornwall, freut sich auf das Weihnachtsfest, welches mit einer großen Feier in ihrem ausgebuchten Haus begangen werden soll. Selbst ihre Eltern aus Schottland wollen kommen. Dass kurz vor dem Fest ein Doppelmörder aus dem Gefängnis flieht, bekommt Sandra nur am Rande mit. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse: Der Flüchtige tötet erneut, ein Freund von Sandra entgeht nur knapp einem Anschlag, eine ihrer Mitarbeiterinnen verschwindet, und ein Dieb scheint sein Unwesen im Hotel zu treiben. Sandra kommt dem Doppelmörder auf die Spur, muss aber schweigen, um ihr Leben und das ihrer Lieben zu retten. Rebecca Michéle, geboren 1963 in Süddeutschland, lebt mit Ihrem Mann in der Nähe von Stuttgart. Seit dem Jahr 2000 widmet sie sich ausschließlich dem Schreiben und hat bereits zahlreiche historische Romane und Krimis veröffentlicht.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 330
    Erscheinungsdatum: 31.10.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783940855916
    Verlag: Dryas Verlag
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Ein Mörder zieht die Fäden

Higher Barton Romantic Hotel,
Dezember 2018

Mit einem schlichten Reifen schob Sandra Flemming ihre dunklen, gewellten Haare aus der Stirn, zupfte den Wasserfallkragen ihres roten Pullovers zurecht, lächelte ihrem Spiegelbild zu und sagte laut: "Dann wollen wir mal, Sandra. Die werden vielleicht Augen machen."

Bevor sie ihr Cottage verließ, nahm sie den auf dem Tisch liegenden Umschlag und steckte ihn in die Handtasche. Der Brief war ihr heute Morgen per Einschreiben zugestellt worden. Seit Tagen hatte Sandra ungeduldig auf diese Nachricht gewartet, hatte befürchtet, eine Widrigkeit könnte ihre Pläne im letzten Moment zunichtemachen, doch nun war es amtlich und mit allen notwendigen Siegeln beurkundet. So richtig glauben konnte es Sandra immer noch nicht, obwohl Alan Trengove, ihr Anwalt und der Mann ihrer Freundin, seit Wochen darauf hingearbeitet hatte. Eine große Herausforderung stand vor Sandra. In den vierunddreißig Jahren ihres Lebens hatte sie sich nie derart zuversichtlich und voller Tatendrang gefühlt wie am heutigen Tag.

Von dem zweistöckigen, weit über einhundert Jahre alten Cottage mit den weiß getünchten Wänden und den Sprossenfenstern waren es nur wenige Schritte zum Hotel. Obwohl Sandra seit neunzehn Monaten täglich diesen Weg ging, blieb sie nach einigen Yards stehen und blickte auf das Herrenhaus mit dem klangvollen Namen Higher Barton Romantic Hotel . Erbaut vor über vierhundert Jahren aus dem typischen grauen Stein der Gegend, zu Ehren von Königin Elisabeth in Form eines großen E's, zwei Voll- und ein Dachgeschoss, mit Steinpfosten durchbrochene Fenster, die Scheiben bleiverglast. Higher Barton war der Inbegriff eines elisabethanischen Landsitzes, wie man ihn sich in Südengland vorstellte. Jahrhundertelang war das Haus im Besitz derselben Familie gewesen, vor drei Jahren dann an eine Hotelkette verkauft und umgebaut worden, ohne dass der Charme alter Zeiten verlorengegangen war. Im Frühjahr des vergangenen Jahres war Sandra aus Schottland in den Südwesten Englands gekommen, um das Hotel zu leiten. Zwar war ihr Start in Cornwall holprig gewesen, und auch später hatte Sandra einige Schwierigkeiten überwinden müssen, doch sie war eine Frau, die Hindernissen, gleich welcher Art, entschlossen und mutig entgegentrat. Vor zwei Monaten hatte Sandra befürchten müssen, ihre Stellung zu verlieren. Im Hotel waren schreckliche Dinge geschehen, an denen sie keine Schuld trug und die sie auch nicht hätte verhindern können, doch der Vorstand der Hotelkette sah es anders. Er vertrat die Meinung, Sandra sei als Managerin zu jung und nicht in der Lage, ein entsprechendes Haus zu führen, ohne dass es zu Katastrophen kam. Bei der Erinnerung daran grinste Sandra. Nun hatte sich alles verändert. Wochenlang hatte sie geschwiegen, obwohl sie bei ihren Bemühungen, das Geheimnis zu wahren, fast geplatzt wäre, und heute war es endlich soweit.

Sandra ging die fünf Stufen zum Haupteingang hoch, stieß die nur angelehnte Tür auf und trat in die Halle. Auch hier war das Ursprüngliche längst vergangener Tage weitgehend erhalten geblieben. Die hellgestrichenen Wände zierten alte, nicht mehr funktionstüchtige Waffen und farbenfrohe Drucke mit Motiven der cornischen Klippenlandschaft; in einer Ecke stand eine Ritterrüstung; vor dem mannshohen Kamin mit dem lodernden Feuer lud eine gemütliche Sitzgruppe zum Verweilen und Teetrinken ein. Eine breite, geschwungene Treppe aus poliertem Eichenholz führte in die oberen Etagen. Am letzten Novemberwochenende war Higher Barton weihnachtlich geschmückt worden. Zwischen der Treppe und dem Zugang zu den Wirtschaftsräumen stand eine deckenhohe Tanne, deren Nadeln Wohlgeruch verbreiteten und die geschmückt war mit Dutzenden von Lichtern, Strohsternen und Kugeln aus silber- und goldglänzendem Glas. Es hatte drei starke Männer gebraucht, den Baum aufzustellen. Über dem Kamin baumelte ein Mistelzwe

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