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Ein mörderischer Ruf von Bieber, Horst (eBook)

  • Verlag: Uksak E-Books
eBook (ePUB)
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Ein mörderischer Ruf

Renate, die Tochter des Unternehmers Dr. Gassler verschwindet, ohne eine Spur zu hinterlassen. Wurde sie ermordet? Oder ist sie untergetaucht? Privatdetektiv Rolf Kramer soll die Wahrheit herausfinden. Bei seinen Nachforschungen taucht er tief in die Geheimnisse der Familie ein, in der jeder - gut oder schlecht - etwas zu verbergen hat.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 120
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783738912944
    Verlag: Uksak E-Books
    Größe: 591 kBytes
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Ein mörderischer Ruf

Roman:

Das Baby schrie.

Laut und ausdauernd.

Doch weder der Mann, noch die beiden Frauen schienen sich daran zu stören. Im Gegenteil. Sie unterhielten sich angeregt. Erst als die Wohnzimmertür geöffnet wurde, verstummte ihr Gespräch. Ein hochgewachsener Mann trat ein. Er hatte schütteres graues Haar, einen schmallippigen Mund und dunkle Augen.

" Mein Gott, kümmere dich endlich um dein Kind", herrschte Dr. Gassler seine Frau an.

" Ganz wie der Herr befehlen", entgegnete Yvonne. Sie hatte eine warme, vibrierende Stimme mit einem starken französischen Akzent.

Ihre gute Laune war verflogen. Sie liebte ihr Kind, dennoch sehnte sie sich manchmal danach, kein Babygeschrei zu hören, keine Windeln wechseln zu müssen, und keine durchwachten Nächte. Es wäre zu schön. Zumal sich Hannes so gut wie gar nicht um das Kind kümmerte. Er arbeitete viel und sie sah ihn manchmal nur wenige Minuten am Tag.

Langsam erhob sie sich aus dem Sessel und ging auf ihn zu. Sekundenlang blickten sie sich stumm an. Dann drängte sie sich an ihm vorbei und verschwand in einem der angrenzenden Räume. Kurz darauf verstummte das Babygeschrei. Dr. Gassler wandte sich an den Mann in seiner Begleitung.

" Kommen Sie rein! Die anderen warten schon."

Schweigend musterten der Mann und die beiden Frauen den Besucher, der dort zur Tür hereinkam. Ein dicker Teppich sorgte dafür, dass man sich lautlos wie ein Schatten bewegen konnte. Das Wohnzimmer war mit allem erdenklichen Komfort ausgestattet. Dr. Hannes Gassler hatte an nichts gespart.

Alles war teuer. Die Vorhänge, die Beleuchtungskörper aus venezianischem Kristall, die Perserteppiche, natürlich handgewebt. Privatdetektiv Rolf Kramer hatte viel für solche Häuser übrig, die etwas ausstrahlten, was manchem modernem Gebäude abgeht: Atmosphäre. In diesem Fall erinnerte ihn die Atmosphäre jedoch eher an ein Museum.

In den Vitrinen standen alte Tonkrüge, Gefäße, Schalen und Behälter der nordamerikanischen Ureinwohner. Alle sehr dekorativ bemalt. An den Wänden hingen Masken und Kultgegenstände. Sahen sie bei Tageslicht schon schrecklich aus, so wirkten sie bei der schummrigen Dämmerung, die an diesem Nachmittag im Raum herrschte, beängstigend.

Vor allem, wenn man näher an die grell bemalten Fratzen herantrat, konnte man glauben, dass sich die Augen in den Höhlen bewegen würden. Kramer hatte dieses Phänomen schon bei seinem ersten Besuch vor einigen Wochen bemerkt. Aber es war eine Täuschung. Sie wurde durch die herrschenden Lichtverhältnisse hervorgerufen.

" Guten Tag", sagte Rolf Kramer.

" Guten Tag", erwiderten Inge Weinrich, Friwi Gassler und Jutta Kindel fast gleichzeitig.

" Herr Kramer ist der Privatdetektiv, von dem ich euch erzählt habe", erklärte Dr. Gassler. "Die meisten kennen ihn ja schon. Auf seine Bitte hin haben wir uns heute Nachmittag hier getroffen."

" Ja", bestätigte Kramer. "Vielen Dank für Ihre Bereitwilligkeit. Ich muss Ihnen allen einige Fragen stellen. Wichtige Fragen, und in einigen Fällen auch unangenehme Fragen, wie ich fürchte."

Er nahm in einem Sessel mit kariertem Kissen Platz. Dr. Gassler ließ sich ihm gegenüber in den Zweiten sinken und faltete seine Hände im Schoß. Er war ein hochgewachsener Mann von 55 Jahren, dessen Profil sich auf der Titelseite eines jeden Herrenmagazins gut gemacht haben würde. Aber er hatte es nicht nötig, sich auf diese Weise Geld und Publicity zu verschaffen. Er war reich und hatte es mit viel Geschick verstanden, dieses Vermögen beständig zu vermehren.

Hannes Gassler wuchs in einer konservativ geprägten Unternehmerfamilie auf. Sein Vater gründete nach dem Zweiten Weltkrieg eine

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