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Ein Mord zu Weihnachten Roman von Duncan, Francis (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.10.2017
  • Verlag: DuMont Buchverlag
eBook (ePUB)
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Ein Mord zu Weihnachten

Alljährlich lädt Benedict Grame Familie, Freunde und Bekannte zum großen Weihnachtsessen auf sein kleines britisches Landgut ein. Im Kreise seiner Lieben inszeniert er ein großes Festtagsspektakel. Dieses Jahr steht auch Mordecai Tremaine auf der Gästeliste. Der ehemalige Tabakhändler mit einer Schwäche für Liebesromane hat sich auch als Hobbydetektiv einen Namen gemacht - und ist vom Privatsekretär des Gastgebers beauftragt worden, die Geladenen im Auge zu behalten. Und tatsächlich: Jedes Mitglied dieser illustren Gesellschaft scheint etwas zu verbergen. Mordecai tastet sich durch ein Netz aus Lügen, Untreue, Erpressung und Verrat. Spätestens als um Mitternacht zwischen den Geschenken unter dem Baum eine Leiche liegt, ist ihm klar: Diese Weihnacht wird alles andere als besinnlich. Erstmals 1949 veröffentlicht, ist dieser stimmungsvolle Krimi eine echte Weihnachtswiederentdeckung. Der britische Weihnachtskrimiklassiker endlich auf Deutsch! Francis Duncan wurde 1914 unter dem Namen William Underhill in Bristol geboren. Er arbeitete viele Jahre als Lehrer und veröffentlichte mehr als zwanzig Kriminalromane, darunter Ein Mord zu Weihnachten

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 336
    Erscheinungsdatum: 12.10.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783832189778
    Verlag: DuMont Buchverlag
    Originaltitel: Murder for Christmas
    Größe: 1417 kBytes
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Ein Mord zu Weihnachten

1

"Ich glaube", rief Denys aufgeregt, "wir bekommen es doch!"

Aus den Tiefen des großen Armlehnenstuhls vor dem prasselnden Kamin erhob sich fragend eine Stimme.

"Was bekommen wir?"

"Ein richtig schönes, altmodisches Weihnachtsfest!" Denys löste ihren Blick vom bleigrauen Himmel und jauchzte vor Freude, als sie die erste Schneeflocke sanft vor dem dunklen Hintergrund der Lorbeerbüsche an der Einfahrt niederschweben sah. "Schau nur, Roger! Was für ein herrlicher Zuckergussschnee!"

Im Armlehnenstuhl stöhnte es.

"Grässlich!", erklärte die Stimme. "Nasses, abscheuliches, unangenehmes Zeug. Wir werden uns vor den frechen Jungs aus dem Dorf hüten müssen. Kalte Schneebälle im Nacken, kaum dass man es wagt, seinen Grund und Boden zu verlassen. Brrr!"

Denys Arden lachte fröhlich. Ihr Lachen hatte eine geradezu verheerende Wirkung auf Roger Wyntons Selbstbeherrschung.

Er war natürlich in sie verliebt. Er war verliebt, seit er seinen Wagen ein wenig zu forsch durch eine Kurve der engen Straßen gesteuert hatte, die sich durch die üppige Landschaft um den tief im Tal wurzelnden Weiler Sherbroome schlängelten. Denys' Pferd hatte sich erschrocken aufgebäumt, und Roger Wynton hatte ihren Zorn zu spüren bekommen.

Dies hatte sich Anfang des vergangenen Jahres ereignet, an einem Tag, als die Straßen vor Frost klirrten. Ein scharfer Wind hatte Denys Arden Farbe ins Gesicht getrieben und ihre kastanienbraunen Locken zerzaust. Ihre Empörung war an ihm abgeglitten, denn er hatte die schlanke Gestalt im Reitkostüm so voller Bewunderung angestarrt, dass ihr Wangenrot nicht mehr allein dem Wind zuzuschreiben war. Und als die junge Dame spürte, dass ihr die Situation zu entgleiten drohte, hatte sie ein letztes Mal zornig den Kopf zurückgeworfen und wortlos ihr Pferd gewendet.

Als er wieder zu Hause war, hatte Wynton sofort damit begonnen, Erkundigungen einzuholen. Er stammte aus einer alteingesessenen Familie, doch sein Beruf als Architekt sowie ein längerer Auslandsaufenthalt hatten dazu geführt, dass er den Kontakt zum gesellschaftlichen Leben im Ort verloren hatte. Ihm wäre keines der einfältigen Schulmädchen von früher eingefallen, aus dessen sommersprossigem Kokon ein so temperamentvolles junges Wesen hätte entschlüpfen können, wie es ihm gerade begegnet war.

Die Lösung des Rätsels lautete, dass Sherbroome House wieder bewohnt war. Das ehrwürdige graue Gemäuer, das abseits des Dorfes stand und dennoch die dicht gedrängten Fachwerk-Cottages mit ihren moosbewachsenen Dächern zu beherrschen schien, hatte ihn schon als kleinen Jungen verzaubert. Die vernachlässigten Obstgärten und verfallenen Nebengebäude von Sherbroome House waren sein Abenteuerspielplatz gewesen, den er mit den tapferen Gestalten seiner Fantasie bevölkert hatte.

Die Melvins waren nach Sherbroome gekommen, nachdem der erste Sir Hugo, der mit Wilhelm dem Eroberer den Kanal überquert hatte, in Richtung Südwesten geritten war. Sherbroome House wurde zum Regierungssitz für das Umland. Nachdem Sir Reginald Melvin sein eigenes Schiff in Brand gesetzt und dazu beigetragen hatte, die spanische Armada an der Felsenküste des elisabethanischen Englands zu vernichten, hatte die Regentin ihm die Ehre eines fünftägigen Besuchs erwiesen, der zwar Sir Reginalds Vermögen getilgt, ihm dafür jedoch eine Freiherrenwürde eingetragen hatte.

Das waren große Zeiten gewesen für die Melvins, die Barone von Sherbroome. Am Ende jedoch sollte ihre Loyalität zur Krone sie teuer zu stehen kommen. Als Royalisten in einem Landesteil, der während des Bürgerkriegs vom Parlament gehalten wurde, waren sie nach dessen Ende unter Charles dem Zweiten zur Macht zurückgekehrt, hatten dann jedoch den fatalen Fehler begangen, weiterhin zu den Jakobiten zu halten, als Georg von Hannover König von England wurde. Und nachdem die blutige Schlacht bei Culloden verloren war und Charles Stuart akzeptiert hatte, dass das nun das En

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