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Ein Toter, der nicht sterben darf Ein neuer Fall für Kea Laverde von Schmöe, Friederike (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 02.07.2014
  • Verlag: Gmeiner-Verlag
eBook (ePUB)
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Ein Toter, der nicht sterben darf

Alexa bekommt ein Herz transplantiert. Nun geschehen seltsame Dinge - lebt der Mann, der sterben musste, um sie leben zu lassen, in ihr weiter? Alexa forscht mit Ghostwriterin Kea Laverde nach und findet heraus, wer der Spender ist. Doch der ist an einem zweifelhaften Unfall gestorben ... Ein nachdenklicher, psychologisch ausgeklügelter Krimi über die Suche nach dem Ich und die Frage, ob man ein anderer werden kann.

Geboren und aufgewachsen in Coburg, wurde Friederike Schmöe früh zur Büchernärrin - eine Leidenschaft, der die Universitätsdozentin heute beruflich frönt. In ihrer Schreibwerkstatt in der Weltkulturerbestadt Bamberg verfasst sie seit 2000 Kriminalromane und Kurzgeschichten; sie gibt Kreativitätskurse für Kinder und Erwachsene und veranstaltet Literaturevents, auf denen sie in Begleitung von Musikern aus ihren Werken liest. Ihr literarisches Universum umfasst u.a. die Krimireihe um die Bamberger Privatdetektivin Katinka Palfy und eine Krimiserie mit der Münchner Ghostwriterin Kea Laverde als Hauptfigur. Der 2009 erschienene erste Band wurde von Brigitte unter den 'besten Taschenbüchern für den Urlaub' empfohlen. www.friederikeschmoee.de

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 248
    Erscheinungsdatum: 02.07.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783839245101
    Verlag: Gmeiner-Verlag
    Serie: Gmeiner Original Bd.7
    Größe: 5506kBytes
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Ein Toter, der nicht sterben darf

Kapitel 4

Denning. Eines von Münchens grünen Vierteln mit großen Gärten und Parks. "Senger" stand auf dem Messingschild an der Gartenpforte. Die Straße war eng. Eine Wohnstraße. Bis zur Leblosigkeit gepflegte Vorgärten, emaillierte Katzenschilder an den Zäunen. Irgendjemand hatte in Winkeln wie diesem immer Zeit, aus dem Fenster zu schauen, um zu kontrollieren, ob Leute etwas falsch machten. Passenderweise parkte mein Spider regelwidrig.

Ich klingelte. Eine Katze spazierte unter dem Gartentor durch und strich um meine Beine. Der Summer ging. Eine Dame erwartete mich an der Haustür. Sie war um die 60. Meine neue Klientin hatte ich mir anders vorgestellt.

"Womöglich habe ich mich in der Tür geirrt."

"Nein, Sie sind richtig. Meine Tochter wartet schon auf Sie." Sie trug das Haar kurz geschnitten, in so einer praktischen Art, die mich immer aufregte. Als fürchteten die Leute sich vor ihrem eigenen Haar. "Alexa!", schrie sie ins Haus.

Ich hörte etwas rumpeln. Alexa Senger hatte mir am Telefon gesagt, dass ihr vor anderthalb Monaten ein Herz transplantiert worden war. Ich erinnerte mich an meine eigenen Operationen nach dem Terroranschlag. Damals hatte ich Monate gebraucht, um mich zu erholen. Sowohl von den Verletzungen als auch von der Behandlung. Alexa dagegen sprang vor mir die Treppen hinunter wie ein Rennpferd, das endlich zur Bahn geführt werden wollte.

"Hallo. Toll, dass Sie kommen konnten! Möchten Sie was trinken?"

"Ich habe hausgemachte Limonade", schaltete ihre Mutter sich ein.

Es würde kein leichtes Gespräch werden. Überbehütende Mütter kamen in meinem beruflichen Erfahrungsschatz kaum vor. Denn üblicherweise meldeten sich Menschen bei mir, die sich längst von ihren Eltern abgenabelt hatten. Oder deren Eltern nicht mehr lebten.

Ich folgte Alexa in ein Wohnzimmer. Klavier, Katzenbaum, Sitzgruppe, moderne Kunst an den Wänden. Die Katze von vorhin sprang genau auf den Sessel, den Alexa mir anbot. Alexa schnappte das Tierchen und warf es auf den nächsten. "Seit ich im Krankenhaus war, hat sie sich miese Manieren angewöhnt." Sie lachte. Ein fröhliches Lachen, breite Zähne. Ein wenig Lippenstift, Mascara, weiße Jeans. Sie trug das rote Haar zu einem kurzen Bob geschnitten, und das Tanktop, das Piercing in ihrer Nase und die um ihren Hals baumelnde winzige Taschenuhr signalisierten, dass ihre bevorzugte Stilrichtung der Steampunk sein musste. Die Mutter servierte Limonade, eine große Karaffe mit Eiswürfeln und Zitronenstücken.

"Stärken Sie sich. Dann entführe ich Sie. Einmal rund um den See? Gleich hier um die Ecke."

"Alexa, ich weiß nicht, ob das eine gute Idee ist. Bei der Hitze ...", begann Frau Praktischer Haarschnitt.

Alexa achtete nicht auf den Einwurf. Sie schien innerlich zu brodeln, süchtig nach Bewegung zu sein. Fuhr sich durchs Haar, nahm das Glas in die Hand, musterte es, stellte es weg, schenkte ein, trank, fuhr sich durchs Haar. Sie hatte es eilig mit unserem Gespräch, und das war ein Phänomen, das ich allzu gut kannte. Manche Kunden kamen nicht in die Gänge, als hätten sie Angst vor dem Erzählen, sobald ich mit Diktafon und Block bei ihnen aufkreuzte. Sie hatten viel Zuwendung und Nachhelfen nötig, bevor sie den Mund aufmachten und loslegten. Im Extremfall besuchte ich einen Klienten mehrmals, bis er endlich einen Anfang fand. Andere hingegen verhaspelten sich ständig, weil die Schlingen der Erinnerung sich im Eiltempo entwirrten und ein Ereignis nach dem anderen in ihrem Innern losgetreten wurde. Alexa schien eindeutig zur zweiten Kategorie zu gehören. Solche Kunden sind mir pe

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