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Ein unruhiges Grab Thriller von Dunne, Steven (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.08.2015
  • Verlag: Berlin Verlag
eBook (ePUB)
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Ein unruhiges Grab

Als Inspector Brook in die Abteilung für unaufgeklärte Fälle versetzt wird, ist er wenig begeistert. Eine Kindesentführung hält gerade ganz Derby in Atem und es nagt an ihm, nicht bei der Aufklärung mithelfen zu dürfen. Doch bald entdeckt er in den alten Akten zwei lange zurückliegende Morde an Jungen aus der Gegend mit erschreckenden Parallelen zu einem Fall, den Brook aus seiner Zeit als Polizist in London nur zu genau kennt. Gibt es da einen Zusammenhang? Holen seine Dämonen ihn nach all den Jarehn ein? Und sollte ein Serienmörder über einen so langen Zeitraum unentdeckt geblieben sein? Er weiß nur eins, wenn er mit dieser Theorie Recht hat, muss er schnell sein, denn ein offenbar fatales Datum rückt näher ...

Seit dem Abschluss seines Studiums an der Kent University hat Steven Dunne immer geschrieben, meistens eher zum Vergnügen. Eine Zeitlang hat er sich - allerdings wenig erfolgreich - als Comedy-Autor versucht und als freier Journalist für die Times, den Independent und den Guardian gearbeitet. Daneben spielte er Theater. Der Erfolg seines ursprünglich im Selbstverlag erschienenen ersten Kriminalromans, "Der Schlitzer", war so groß, dass man beim Verlag Harper Collins auf ihn aufmerksam wurde und Dunne ermutigte, mit seinem Helden DI Brooke weiterzumachen. Steven Dunne lebt mit seiner Frau in Derby und arbeitet als Englischlehrer.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 608
    Erscheinungsdatum: 10.08.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783827077943
    Verlag: Berlin Verlag
    Serie: DI Damen Brook 2
    Größe: 656kBytes
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Ein unruhiges Grab

1

Samstag, 22. Dezember 1973, Derby

Der Junge schaute von den Fußballkarten auf, die er sortiert hatte, und beobachtete, wie seine Mum sich noch eine Zigarette ansteckte. Ihre Hände wirkten unbeholfen und steif, als sie nach Feuerzeug und Schachtel griff, doch schließlich, nach dem leisen Zischen von Gas und einer flackernden Flamme war es geschafft. Das goldene Feuerzeug warf sie auf den Kaffeetisch, nahm zitternd einen Zug und behielt das blaugraue Gift einen Herzschlag lang in den Lungen, ehe sie es quer durch den Raum blies.

Jeff sah ihr schweigend zu, wie sie versuchte, sich zurückzulehnen und zu entspannen. Doch es ging nicht. Sie hockte sich wieder auf die Sofakante, die Beine leicht angewinkelt, die verspannten Schultern unter den ungekämmten Haaren unsichtbar. Sie rang die von der Hausarbeit geröteten Hände, knibbelte an ihren eingerissenen Nägeln und drehte die zwei Ringe um ihren Ringfinger.

"Ich bin hungrig, Mum", sagte Jeff. Ein typisch kindlicher Satz, eine implizierte Bitte.

Ohne zu ihm zu schauen, antwortete sie mit heiserer und erstickter Stimme. "Dad kommt in einer Stunde heim."

Jeff starrte sie an, ohne zu blinzeln, und wartete, dass sie nachgab. Was nicht passierte. "Aber ich habe jetzt Hunger."

"Du kriegst ein Sandwich, wenn Dad nach Hause kommt", antwortete sie und versuchte, sich nicht anmerken zu lassen, wie dieses Gespräch sie zunehmend mitnahm. Sie schaute in seine Richtung, als wollte sie ihn beschwichtigen. Doch es klappte nicht.

"Aber ..."

"Du musst warten", blaffte sie. Wieder wandte sie das Gesicht ab, als sehnte sie sich danach, wieder in die Träumerei zu verfallen. In jenes Land der Leere, in dem sie sich vor dem Schmerz verstecken und sich einreden konnte, dass es irgendwann vorbei war.

"Darf ich mir dann eine Scheibe Brot mit Schmalz machen?" Seine Mum gab keine Antwort. Sie starrte nur auf den Bärenfellteppich, als wäre ihr Sohn gar nicht da und hätte nichts gesagt. Aber er war da und er wollte eine Antwort. Er spürte, wenn er noch einmal nachhakte, bekam er, was er wollte. "Darf ich ...?"

"Mach dir halt eins", bellte sie und drehte an den Ringen, als versuchte sie, sich den Finger abzuschrauben. "Mach dir ruhig eins", wiederholte sie leise mit geschlossenen Augen. Ein blindes Nicken, als wollte sie sich bestätigen, dass sie die Kontrolle hatte.

Jeff starrte teilnahmslos ihr blasses, angespanntes Gesicht an und versuchte vergebens, mit ihren rotgeweinten Augen Kontakt aufzunehmen. Schließlich legte er die Karten in zwei Stapeln ab - die zum Behalten und die zum Tauschen - und trottete in die Küche. Okay. Musste er sich eben selbst was zu essen machen. Nicht der beste Ausgang, aber immer noch ein kleiner Erfolg. Ein Lichtstreif, ein Spalt in der Mauer des Schweigens, die seine Mum und sein Dad um ihn und das, was passiert war, errichtet hatten.

Es war Ewigkeiten her, verdammt. Ihr habt immer noch mich.

Er zog die Küchentür hinter sich zu und ließ einen Spalt offen, durch den er ins Wohnzimmer spähen konnte. Nach seinem Verschwinden schaute seine Mum kurz zu dem Kamin, ehe sie weiter den Teppich anstarrte und ein zerknülltes Taschentuch aus dem Ärmel zog.

Jeff hatte das erwartet und sein Blick folgte kurz ihrem zu dem einzigen Foto, das noch auf dem Kaminsims stand: das Foto seines toten Bruders, des kleinen Donny. Das unbeholfen über einer Ecke des Rahmens befestigte schwarze Band verdeckte ein Ohr und teilweise sein dämliches, schiefes Grinsen. Donnys Grinsen, das Grinsen, das alle herumkriegte. Mit dem er noch immer den Löwenanteil von allem bekam, vor allem, wenn es um die Liebe ihrer Eltern ging.

Leugne es nicht, Mum. Du mochtest Donny lieber. Das war schon immer so gewesen. Mum nahm immer Donnys Wort für wahr, damit Jeff an allem die Schuld bekam. Jeff konnte fast Donnys weinerliche Stimme hören, die ihn ankl

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