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Eine bittere Wahrheit Thriller von French, Nicci (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.10.2020
  • Verlag: C. Bertelsmann
eBook

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Eine bittere Wahrheit

Sie ist keine Mörderin. Oder doch? Der neue Thriller des Bestsellerduos Nicci French: intelligent konstruiert und absolut süchtigmachend!
Erst seit Kurzem lebt Tabitha wieder im Ort ihrer Kindheit, einem idyllischen Dorf an der englischen Küste. Doch der Wunsch, dort Ruhe zu finden, verwandelt sich in einen Alptraum, als sie des Mordes an ihrem Nachbarn beschuldigt wird. Alle Indizien sprechen gegen sie. Und sie kann sich nicht erinnern, was an jenem 21. Dezember geschehen ist, als im Schuppen hinter ihrem Haus die schlimm zugerichtete Leiche gefunden wurde. Nun sitzt sie in Untersuchungshaft und wartet auf ihren Prozess. Ihre Anwältin rät ihr, sich schuldig zu bekennen. Doch Tabitha spürt, dass sie nicht die Mörderin ist. Und nur sie selbst kann das beweisen.


Hinter dem Namen Nicci French verbirgt sich das Ehepaar Nicci Gerrard und Sean French. Seit langem sorgen sie mit ihren höchst erfolgreichen Psychothrillern international für Furore. Sie leben im Süden Englands.

Produktinformationen

    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 512
    Erscheinungsdatum: 01.10.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641241179
    Verlag: C. Bertelsmann
    Originaltitel: House of Correction
    Größe: 2897 kBytes
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Eine bittere Wahrheit

2

Hier lang.« Die kräftig gebaute Aufseherin trug eine gelangweilte Miene zur Schau. Ihr Gang wirkte plump und hart.

»Was?«

»Ihr Beistand wartet.«

»Mein Beistand?«

»Ihre Anwältin. Das hat man Ihnen doch schon gestern gesagt.«

Tabitha konnte sich nicht erinnern. Allerdings konnte sie sich an den Vortag ohnehin kaum erinnern, geschweige denn an die Tage davor. In ihrem Kopf wirbelte alles durcheinander: Gesichter, starrende Blicke, Fragen, die sie nicht beantworten konnte, Worte, die für sie keinen Sinn ergaben, Menschen, die immer wieder ihren Namen nannten - ihren Namen, ihre Adresse und ihr Geburtsdatum -, Formulare, die man ihr hinschob, Rekorder, die klickend ansprangen, um aufzunehmen, was sie von sich gab, lange Gänge, Neonröhren, Türen, Schlüssel und Gitterstäbe.

»Im Besucherraum«, erklärte die Frau. An ihrer Taille klirrten Schlüssel. »Heute ist kein Besuchstag.«

Der große, rechteckige Raum war grell beleuchtet und mit Reihen kleiner Tische ausgestattet, an denen sich je zwei Stühle gegenüberstanden. An der Wand hingen zwei Getränkeautomaten. Abgesehen von einer Frau mittleren Alters, die an einem der Tische saß und auf den Bildschirm eines Laptops starrte, war der Raum leer. Die Frau nahm die Brille ab, rieb sich das runde Gesicht und setzte sie dann wieder auf, um stirnrunzelnd weiterzulesen. Als Tabitha näher kam, blickte sie auf, erhob sich mit einem kleinen Lächeln und streckte ihr die Hand entgegen. Ihr Händedruck fühlte sich kräftig und warm an. Sie hatte grau meliertes Haar und einen ruhigen Blick. Tabitha empfand einen Anflug von Hoffnung. Diese Frau würde alles regeln.

»Ich bin Mora Piozzi«, stellte sie sich vor. »Man hat mich gebeten, Sie zu vertreten.«

»Was ist mit dem anderen passiert?«, fragte Tabitha. Er war jung und munter gewesen, allerdings auf eine hektische, wenig vertrauenerweckende Art.

»Das war Ihr Pflichtverteidiger. Er hat Ihren Fall auf mich übertragen.«

Sie setzten sich einander gegenüber, wobei ihre Stühle laut über den Linoleumboden streiften.

»Wie geht es Ihnen?«

»Wie es mir geht?« Tabitha widerstand dem Drang, sie anzuschreien. Was war denn das für eine Frage? »Ich bin im Gefängnis eingesperrt und habe keinen blassen Schimmer, was eigentlich gerade abläuft.«

»Es ist meine Aufgabe, Klarheit in die Sache zu bringen und Ihnen zu helfen.«

»Ja.«

»Fangen wir mit den grundlegenden Dingen an. Als Erstes müssen Sie mir sagen, ob Sie damit einverstanden sind, dass ich Sie vertrete.«

»Ja.«

»Gut. Ich habe hier Ihre Gefangenennummer, für den Fall, dass man sie Ihnen noch nicht gegeben hat.«

»Gefangenennummer? Aber ich bin hier doch bald wieder raus. Wieso brauche ich eine Nummer?«

»Hier, bitte.«

Sie schob ihr ein Kärtchen hin, von dem Tabitha laut ablas: »AO3573.« Sie blickte hoch. »Dann bin ich jetzt also eine Nummer.«

»Das ist bloß Bürokratie. Sie brauchen sie für Ihre Besucher.«

»Besucher?«

»Da Sie in Untersuchungshaft sind, haben Sie ein Recht auf drei Besucher pro Woche. Hat Ihnen das noch niemand erklärt?«

»In meinem Kopf schwirrt alles ein bisschen durcheinander.«

Mora Piozzi nickte. »Am Anfang ist es schwer.«

»Ich möchte einfach nur so schnell wie möglich hier raus.«

»Natürlich. Deswegen bin ich ja da. Aber Ihnen ist schon klar, wie die Anklage lautet, Tabitha?«

»Ich weiß, was ich angeblich getan haben soll.«

»Gut. Unser Plan für heute sieht folgendermaßen aus: Ich werde erst einmal für Sie zusammenfassen, was man Ihnen zur Last legt. Anschließend erzählen Sie mir in eigenen Worten, was am einundzwanzigsten Dezember passiert ist.«

»Kann ich Sie vorher noch was fragen?«

»Natürlich.«

»Was für einen Tag haben wir heute?«

»Mittwoch, den neunten Januar.«

»Verstehe.«

Weihnachte

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