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Eine Frage der Würde Ein Fall für Avvocato Guerrieri 5 - Roman von Carofiglio, Gianrico (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.03.2016
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
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Eine Frage der Würde

Der Richter Pierluigi Rocca befindet sich auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Doch genau zu diesem Zeitpunkt scheint es, als würden seine Widersacher wegen Bestechlichkeit gegen ihn ermitteln. Voller Sorge bittet er einen alten Freund, den Anwalt Guido Guerrieri, um Hilfe. Guerrieri ist von der Unschuld Roccas überzeugt und übernimmt offiziell seine Verteidigung, als es tatsächlich zu einer Anklage kommt. Es gelingt ihm, den Hauptzeugen als unglaubwürdig darzustellen und seine Aussage wertlos zu machen. Doch dann tauchen Indizien auf, die Guerrieri vor ein schmerzhaftes Dilemma stellen ... Gianrico Carofiglio wurde 1961 in Bari geboren und arbeitete in seiner Heimatstadt viele Jahre als Antimafia-Staatsanwalt. 2007 war er als Berater des italienischen Parlaments für den Bereich organisierte Kriminalität tätig. Von 2008 bis 2013 war Gianrico Carofiglio Mitglied des italienischen Senats. Berühmt gemacht haben ihn vor allem seine Romane um den Anwalt Guido Guerrieri. Carofiglios Bücher feierten sensationelle Erfolge, wurden bisher in 27 Sprachen übersetzt und mit zahlreichen literarischen Preisen geehrt, u.a. mit dem Radio Bremen Krimipreis 2008. Er lebt mit seiner Familie in Bari.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 320
    Erscheinungsdatum: 14.03.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641189372
    Verlag: Goldmann
    Serie: Guido Guerrieri .5
    Originaltitel: La regola dell' equilibrio
    Größe: 1348 kBytes
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Eine Frage der Würde

1

Es war um den zehnten April herum. Die Luft war frisch und klar. Ein wohlriechender Wind, wie es ihn hier nur selten gibt, wehte durch die Stadt; die Sonne und ihr Licht ergossen sich über uns und die graue Fassade des Gerichtsgebäudes. Carmelo Tancredi und ich standen am Eingangsportal und unterhielten uns.

" Manchmal denke ich ernsthaft daran aufzuhören " , sagte ich, gegen die Mauer gelehnt. Der Putz bröckelte, ein Spinnennetz aus kleinen Rissen kroch nach oben und bot einen beunruhigenden Anblick.

" Womit aufzuhören? " , fragte Tancredi, während er die Zigarre aus dem Mund nahm.

" Mit dem Anwaltsdasein. "

" Machst du Witze? " , sagte er, mit einer leichten, unbewussten Bewegung des Kinns.

Ich zuckte die Schultern. In dem Moment kamen zwei Richter vorbei. Sie bemerkten mich nicht, und ich war froh, sie nicht grüßen zu müssen.

" Kennst du die beiden? " , fragte ich und deutete mit dem Kopf zur Glastür, hinter der sie verschwunden waren.

" Ciccolella und Longo? Ich weiß, wer sie sind, aber kennen ist zu viel gesagt. Ich hatte einmal eine Verhandlung bei Ciccolella, aber das war eine kurze Angelegenheit. "

" Vor ein paar Tagen stand ich mit ihm im Aufzug. Da waren auch zwei Referendare und diese Anwältin, die sich immer so anzieht, als wäre sie zu einem chinesischen Neujahrsfest unterwegs. "

Tancredi musste lachen. Er wusste sofort, wen ich meinte.

" Die Nardulli. "

" Genau, die Nardulli. Sie ist zwar etwas schräg, aber ein herzensguter Mensch. Sie rührt mich beinahe. Sie verteidigt eine Menge Leute umsonst. "

" Das ist wahr. Wenn wir einen Pflichtverteidiger brauchen und keinen finden, springt sie immer ein, auch wenn sie nichts dabei verdient. Aber warum erzählst du mir das? "

" Der Aufzug hält im Erdgeschoss, und ich trete beiseite, um ihr Platz zu machen; sie ist die einzige Frau im Aufzug. Sie will gerade hinausstöckeln mit ihren absurd hohen Absätzen, da drängt sich Ciccolella an ihr vorbei, rempelt sie an, sodass sie fast umfällt, schaut sie einen Moment lang an und ruft dann vorwurfsvoll: 'Frau Anwältin!' So als wollte er ihr sagen: 'Sie hätten mich vorlassen müssen, Sie hätten überhaupt nicht erst versuchen dürfen, vor mir durch die Tür zu gehen. Ich bin schließlich Richter, falls Sie das nicht wissen sollten.' Dann verschwand er, ohne zu grüßen. "

" Sympathischer Typ. "

" Er hat sie absichtlich angerempelt. Mir war das Ganze richtig unangenehm. Ich hätte eingreifen sollen, ihm sagen, dass man sich nicht so benimmt, dass er ein Rüpel ist. Aber natürlich habe ich das nicht getan. Der Vorfall hat mich ins Grübeln gebracht. In meiner Kanzlei haben sie mich dann mindestens drei Mal Selbstgespräche führen sehen, und das an einem Tag. Das passiert mir übrigens immer öfter. "

" Deine Mandanten wissen sowieso schon, dass du verrückt bist. Was ist denn bei diesen Grübeleien herausgekommen? Sagt man so, Grübeleien? "

" Ich glaube schon. "

Ein Polizeiwagen hielt, aus dem zwei zwielichtige Gestalten stiegen. Sie grüßten Tancredi, der mit einem Kopfnicken antwortete, und betraten das Gebäude.

" Ich dachte mir, dass es früher anders war "/sp

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