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Eingebunkert Kriminalroman von Bosetzky, Horst (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 03.02.2016
  • Verlag: Gmeiner-Verlag
eBook (PDF)
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Eingebunkert

Im Berliner Ortsteil Schm"ckwitz soll am Ufer des Langen Sees eine Wohnanlage entstehen. Das Projekt ger"t aber in Gefahr, als der Biologe Dr. Florian Hasenfier in einem alten Bunker Flederm"use entdeckt, die unter Artenschutz stehen. Sollte das publik werden, hat der Investor Millionen in den Sand gesetzt und ist vom Konkurs bedroht. Also muss Hasenfier eliminiert werden. Der Manager Bj"rn Jembke ist zu allem entschlossen, aber auch zwei konkurrierende Wissenschaftler und seine Freundin h"tten guten Grund, den Biologen aus der Welt zu schaffen ... Horst Bosetzky wurde 1938 in Berlin geboren. Der emeritierte Professor f r Soziologie ver"ffentlichte neben wissenschaftlichen Arbeiten zahlreiche, zum Teil verfilmte und preisgekr"nte Kriminalromane. 1992 erhielt er den Ehren-Glauser des SYNDIKATS f r das Gesamtwerk und die Verdienste um den deutschsprachigen Kriminalroman. Zehn Jahre lang war Horst Bosetzky Sprecher des SYNDIKATS und Gr ndungsmitglied von QUO VADIS. Besuchen Sie: www.horstbosetzky.de

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 275
    Erscheinungsdatum: 03.02.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783839249635
    Verlag: Gmeiner-Verlag
    Größe: 2401 kBytes
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Eingebunkert

1. Kapitel

Jörg Schköna lief Gefahr, keine zwei Stunden mehr zu leben, aber das wusste er noch nicht, als er an diesem Abend in Hannover den letzten ICE nach Berlin bestieg. Er kam von einer Tagung in der Evangelischen Akademie Loccum, bei der es um die Prädestinationslehre gegangen war. Diesem theologischen Konzept zufolge hatte Gott von Anfang an das Schicksal des Universums und aller Menschen vorherbestimmt. Das Drehbuch seines Lebens, so sah es Schköna, war also schon lange vor seiner Geburt geschrieben worden, und er hatte nur die ihm vorgegebene Rolle zu spielen. Auch das, was als sogenannter freier Wille definiert wurde, war von Gott vorher festgelegt worden. Dennoch war er kein gewöhnlicher Schauspieler, denn der konnte jedes Drehbuch, das man ihm vorlegte, vom Anfang bis zum Ende lesen, wusste also, wie es mit ihm ausging, er aber nicht. Und das war gut so, denn dann hätte er diesen Zug niemals bestiegen.

Beim Einsteigen entdeckte er Goldie Broiler, den Comedy-Helden mehrerer Fernsehserien, und ein paar Sitze weiter saß eine Schwarze, die ihm als Wiedergängerin von Miriam Makeba erschien. Sofort hatte er es wieder im Kopf: ' Pata Pata' is the name of a dance we do down Johannesburg way. And everybody starts to move as soon as 'Pata Pata' starts to play - whoo ...

Er rang mit sich, beide anzusprechen. Ein Autogramm von Goldie Broiler wäre im Büro der Brüller gewesen, und warum die Schwarze nach Berlin fuhr, hätte für ihn beruflich interessant werden können. Aber nein, wer in der 1. Klasse fuhr, wollte seine Ruhe haben. Seriosität war angesagt.

Dabei aber ging es am Anfang überaus lustig zu, denn in der Bucht mit dem Tisch saß ihm gegenüber ein Pärchen, das sich in der Bahnhofsbuchhandlung ein Taschenbuch gekauft hatte, in dem es um kuriose Erlebnisse bei Fahrten mit der Bundesbahn ging. Der Mann hielt es so, dass Schköna den Titel lesen konnte: Sorry, wir haben uns verfahren . Auch wer die Autoren waren, konnte er herausfinden: Stephan Orth und Antje Blinda. Der Name Orth sagte ihm etwas, ein Orth hatte Ende des 18. Jahrhunderts den Görlitzer Bahnhof erbaut. Aber der war längst abgerissen worden, und da, wo er gestanden hatte, dehnte sich ein Park, der zum Berliner Drogenumschlagplatz Nummer eins geworden war. Dieser Orth konnte also das heitere Buch nicht geschrieben haben, abgesehen davon, dass ihn die Eltern August genannt hatten.

Schkönas Gegenüber kam langsam in Fahrt. "Eine Durchsage: 'Meine Damen und Herren, beachten Sie bitte: Wagen Nummer 1 bis 6 fahren weiter nach Hamburg. Wagen Nummer 7 bis 11 verbleiben in Göttingen.' Dann das Ganze auf Englisch. "'Ladies an gentleman, coaches number 1 to 6 go to Hamburg, coaches number 7 to 11 believe in Göttingen.'"

Einen Lachanfall löste das bei Schköna keinesfalls aus, zumal ihm erst nach einigen Sekunden einfiel, dass believe mit glauben zu übersetzen war, aber ein wenig schmunzeln musste er doch. Gleich nach Abfahrt des Zuges öffnete er seinen Laptop, um ein wenig zu arbeiten. Er war Amtsrat bei der Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen. Besser war schon der nächste take seines Gegenübers.

" 'Liebe Reisende, soeben ist unser Snackverkäufer zugestiegen. Er bietet ihnen nun Sex und heiße Getränke. Unsere Gäste in der ersten Klasse werden auch direkt am Platz bedient.'"

"Sven, geh doch bitte schnell auf die Toilette!", kicherte die junge Dame Schköna gegenüber.

"Nadja, du kannst aber auch nie genug kriegen!", brach es aus Sven heraus, und er wandte sich an Schköna. "Aber wenn Sie Bedarf haben ...?"

Schköna hatte Mühe, einen Schweißausbruch zu verhindern. Woher wusste der Mann, dass er schwul war? Musste man seine Bemerkung schon als Beleidigung auffassen? "Nein, danke!", presste er hervor.

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