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Eisfieber Roman von Follett, Ken (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.07.2010
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Eisfieber

Ein tödliches Virus verschwindet aus einem privaten Forschungslabor. Für die junge Sicherheitschefin Toni Gallo ist dies eine Katastrophe. Sie ahnt nicht, dass der Dieb aus dem engsten Kreis um den Firmengründer Stanley Oxenford kommt. In dessen verschneitem Landhaus im schottischen Hochland entbrennt ein dramatischer Kampf, bei dem mehr auf dem Spiel steht als ein einzelnes Leben ... Ken Follett, geboren 1949 in Cardiff, Wales, gehört zu den erfolgreichsten Autoren der Welt. Berühmt wurde er mit den Romanen Die Säulen der Erde und der Fortsetzung Die Tore der Welt, die beide auch erfolgreich verfilmt wurden. Nach einigen Thrillern hat er mit Sturz der Titanen, Winter der Welt und Kinder der Freiheit eine groß angelegte Chronik des 20. Jahrhunderts vorgelegt. Im September 2017 erschien sein lang erwarteter Historischer Roman Das Fundament der Ewigkeit, eine Fortführung seiner weltbekannten Kingsbridge-Romane.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 462
    Erscheinungsdatum: 13.07.2010
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783838703459
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Originaltitel: Whiteout
    Größe: 2915 kBytes
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Eisfieber

21:30 (S. 181-182)

Das Wetter wurde immer schlimmer. Schon die Hinfahrt zum Altersheim hatte sich in die Länge gezogen, doch die Rückfahrt ging noch langsamer vonstatten. Die dünne, von Autoreifen festgefahrene Schneeschicht auf der Straße hatte sich nicht in Schneematsch verwandelt, sondern war gefroren. Ängstliche Fahrer schlichen nur noch im Schritttempo dahin und hielten alle anderen auf. Tonis roter Porsche Boxster war zwar das richtige Fahrzeug, um Schleicher zu überholen, aber die rutschigen Straßenverhältnisse waren nicht unbedingt sein Metier, und so konnte Toni nicht viel tun, um schneller ans Ziel zu kommen.

Ihre Mutter saß zufrieden auf dem Beifahrersitz. Sie trug einen grünen Wollmantel und einen Filzhut und war Bella nicht im Geringsten böse. Toni ärgerte das ein wenig, und sie schämte sich dieses Gefühls. In ihrem tiefsten Inneren wünschte sie sich, Mutter wäre ebenso wütend auf Bella, wie sie, Toni, es war. Es wäre ihr eine Genugtuung gewesen. Mutter aber schien zu glauben, Toni habe sie so lange warten lassen."Bist du dir eigentlich darüber im Klaren, dass Bella dich schon vor ein paar Stunden hätte abholen sollen?", hatte sie sie leicht verärgert gefragt."Aber ja doch, mein Kind, aber deine Schwester hat eben eine Familie, um die sie sich kümmern muss.""Und ich habe einen verantwortungsvollen Job.""Ich weiß, ich weiß, dein Kinderersatz."

"Also darf Bella dich versetzen, ich aber nicht?""So ist es, mein Kind."Toni versuchte, dem Beispiel ihrer Mutter zu folgen und alles großherzig zu verzeihen. Aber immer wieder musste sie an ihre Freunde im Hotel denken, die im Jacuzzi saßen, sich mit Wortspielereien vergnügten oder vor einem großen Kaminfeuer Kaffee tranken. Charles und Damien würden ihr Schwulsein immer ulkiger zur Schau stellen, je weiter der Abend voranschritt und je mehr sie sich entspannten.

Michael würde Geschichten von seiner Mutter erzählen, einem irischen Feuerkopf von geradezu legendärem Ruhm in ihrer Heimatstadt Liverpool, und Bonnie würde Anekdoten aus Studententagen zum Besten geben, über die unmöglichen Situationen, die sich immer wieder daraus ergeben hatten, dass sie und Toni die einzigen weiblichen Wesen an einer Fakultät für Maschinenbau mit dreihundert Studenten waren.Alle amüsieren sie sich königlich, dachte Toni, und ich fahre hier mit meiner Mutter durch den Schnee ...

Ach was, hör auf zu jammern! Du bist erwachsen, und Erwachsene haben eben ihre Pflichten. Wer weiß, wie lange Mutter noch lebt? Du solltest froh sein über jede Minute, die du sie noch hast ...Wenn sie an Stanley dachte, fiel es ihr schwerer, auch die gute Seite zu sehen. Sie hatte sich ihm an diesem Vormittag so nahe gefühlt – und jetzt war die Kluft zwischen ihnen größer als der Grand Canyon. Hab ich ihn zu sehr gedrängt, fragte sie sich immer wieder. Kam das etwa so rüber, als ob ich von ihm verlangen würde, dass er sich zwischen mir und seiner Familie entscheidet?

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