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Eisige Weihnachten Weihnachtskrimi von Danz, Ella (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.10.2019
  • Verlag: Gmeiner-Verlag
eBook (ePUB)
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Eisige Weihnachten

Große Lust hat Kerstin nicht auf das weihnachtliche Familientreffen in einem einsam gelegenen Hotel. Wie soll sie die drei Tage mit ihrer komplizierten Schwester, Vaters nerviger Freundin Lilo und ihrer freudlosen Schwiegermutter nur überstehen? Dazu noch ihr Mann André, der Kerstin zunehmend lästig wird. Als sie endlich am Ziel ankommen, ist es dunkel, das Hotel geschlossen, die Familie entnervt und vom Himmel fällt unablässig Schnee. Das Weihnachtsfest verspricht traumhaft zu werden ...

Ella Danz, gebürtige Oberfränkin, lebt seit ihrem Publizistikstudium in Berlin. Nach Jahren in der Ökobranche ist sie mittlerweile als freie Autorin tätig. Ihr spezielles Interesse gilt der genauen Beobachtung von Verhaltensweisen und Beziehungen ihrer Mitmenschen. In ihren Büchern wird gern gekocht und gegessen, und das Zusammenleben ihrer Protagonisten mit Genuss und Ironie durchleuchtet.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 256
    Erscheinungsdatum: 09.10.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783839260883
    Verlag: Gmeiner-Verlag
    Größe: 1935 kBytes
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Eisige Weihnachten

Kapitel I

Was für eine bescheuerte Idee, dieses Familientreffen an Heiligabend in einem Hotel zu veranstalten, noch dazu in so einer gottverlassenen Gegend. Und noch bescheuerter, dass sie sich darauf eingelassen hatte.

»Es ist ein unheimlich schönes Hotel, wirklich, und heißt 'Die blaue Bergvilla' - wie das schon klingt! Total romantisch, oder?«, hatte Anke ins Telefon geflötet, als sie Kerstin den Plan unterbreitete. Froh, dass die monatelange Funkstille mit ihrer komplizierten Schwester erst einmal beendet war, hatte Kerstin spontan zugestimmt. Doch zur Romantik gehören mindestens zwei, dachte sie nun und schaute erst auf ihren Mann und dann missgelaunt nach draußen, wo schmutziggrau und trüb die Eintönigkeit der Leipziger Tiefebene vorbeizog.

André hatte Kerstins kurzen Blick bemerkt, schenkte ihr ein strahlendes Lächeln und tätschelte ihr Knie, was sich wie ein angenehmer, leichter Stromstoß anfühlte. Doch sie vermied es, ihn anzuschauen. André erhöhte die Geschwindigkeit des Scheibenwischers und summte eine Melodie. Er schien gute Laune zu haben. Ob er die auch nach diesem Weihnachtsfest noch haben würde?

Ihr Ehemann sah wirklich verdammt gut aus, seine Berührungen machten Lust auf mehr, trotzdem - Kerstin hatte sich fest vorgenommen, auf Abstand zu bleiben und spätestens vor ihrer Rückfahrt in aller Offenheit mit ihm zu sprechen, da sich zu Hause neben den beruflichen Verpflichtungen und in der vorweihnachtlichen Alltagshektik nie die Gelegenheit für ein umfassendes Gespräch ergeben hatte. Weihnachten war das Fest der Liebe, und die hatte so viele Facetten, sie konnte aufblühen oder welken, insofern war der Termin vielleicht gar nicht so unpassend gewählt, verteidigte Kerstin ihr Vorhaben vor sich selbst.

Das Kind, das in ein paar Monaten volljährig wurde, lag auf der Rückbank, seit Berlin im Schlafkoma. In den frühen Morgenstunden erst nach Hause gekommen, stank Lukas immer noch wie eine nicht gelüftete Eckkneipe. Auf der sogenannten Weihnachtsfeier mit seinen Freunden war der Alkohol offensichtlich in Strömen geflossen. Und wer weiß, was sie sich sonst noch so reingezogen hatten - Kerstin wollte es lieber gar nicht wissen.

Auf der A 9 herrschte lebhafter Verkehr. Scheinbar drängte es viele zu Weihnachten zu ihrem Anhang, egal, wie verfahren die familiären Beziehungen auch sein mochten. Der Gedanke an ihre Familie war nicht dazu angetan, Kerstins Stimmung zu verbessern. Ihre schöne Schwester, die ihr von jeher in einer intensiven Hassliebe zugetan war, und ihr großer, manchmal etwas einfältiger Bruder mit Anhang, Andrés Mutter und Papas Gefährtin Lilo - der Einzige, auf den sie sich wirklich freute, war Papa. Sie hatten sich nicht gesehen seit ihrer Rückreise aus Italien im September, als sie bei ihm in Bamberg einen kurzen Stopp eingelegt hatten.

Papa hätte gern auch an Weihnachten zu ihnen nach Berlin kommen können - allein, was seine Gefährtin bestimmt als Affront aufgefasst hätte. Doch Lilo war Kerstin, die sich nichts als entspannte Feiertage wünschte, einfach zu anstrengend. Aber dann war irgendwer auf diese geniale Idee vom Familienweihnachten gekommen, die Anke ihr in den schönsten Farben anpries, ganz stimmungsvoll in einem entzückenden Hotel, fernab der Zivilisation, aber mit allem Komfort und gehobener Gastronomie. Trotz ihrer intuitiven inneren Abwehr hatte Kerstin ihre Skepsis für sich behalten. Wer weiß, wie sich die empfindliche Anke, die sich für eine perfekte Organisatorin hielt, von Kerstin wieder bevormundet gefühlt hätte, wenn diese das Projekt »Romantische Waldweihnacht« sofort abgelehnt hätte. Kurzerhand hatte sie also Ja gesagt und Anke das Kommando überlassen. Irgendwie sah sie das auch als therapeutische Maßnahme für ihre kleine Schwester. Außerdem reichte es ihr vollauf, die ganzen Weihnachtsgeschenke beschaffen zu müssen.

Bei der Pause im Hamburgerladen einer Raststätte, die ihr Man

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