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Elend 3. Hannover-Krimi mit Marike Kalenberger von Lonski, Günter von (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.01.2013
  • Verlag: CW Niemeyer Buchverlage GmbH
eBook (ePUB)
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Elend

Kriminalhauptkommissarin Marike Kalenberger hat ihr Burn-out überwunden und kehrt zur Mordkommission Hannover zurück. Man will sie nicht einbinden, aber beschäftigen, und betraut sie mit dem Fall einer Dreiundachtzigjährigen, die in einer Seniorenresidenz auf unnatürliche Weise gestorben ist - behauptet ihre Tochter. Kalenberger ermittelt eher lustlos, mit dem Fall ist keine Anerkennung zu gewinnen. Dann stirbt ein alter Mann in derselben Residenz genauso überraschend. Kalenberger forscht in seiner Vergangenheit. Sein Hobby waren Intarsienarbeiten aus Knochen - menschlichen Knochen. Zwei Pfleger des Stifts sind spurlos verschwunden, der Standard-Bestatter vergibt Grabstätten in Untermiete und ein amtlich bestellter Betreuer vermittelt das Erbe der Senioren an eine dubiose Stiftung. Doch das ist erst der Anfang in Kalenbergers unübersichtlicher Ermittlungsarbeit. Wenn's ums große Geld geht, scheint selbst Mord ein akzeptiertes Argument zu sein. Kaltblütig, selbstherrlich, arrogant. Doch Kalenberger hält dagegen ... Günter von Lonski wurde 1943 in Duisburg-Laar geboren. Er studierte an der Hochschule der Künste in Berlin. Seit 1981 schreibt er Romane, Krimis, Jugend- und Kinderbücher, Hörspiele, Kurzgeschichten, Glossen, Satiren und Schulbuchbeiträge. 2010 erhielt er den Rolf-Wilhelms-Litera turpreis der Stadt Hameln. Günter von Lonski ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt in der Nähe von Hannover. Er ist außerdem Autor von bereits zwei erschienenen Weserbergland-Krimis Das letzte Lied und Tödlicher Wind, in denen der akribische Journalist Hubert Wesemann ermittelt - spannend, unterhaltend, mit einem Schuss Humor und Ironie. Mehr über Günter von Lonski und seine Aktivitäten erfahren Sie unter www.vonlonski.net

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 288
    Erscheinungsdatum: 01.01.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783827198464
    Verlag: CW Niemeyer Buchverlage GmbH
    Größe: 1992 kBytes
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Elend

ZWEI
Adél geht zur Friedhofsgärtnerei hinüber. Hier hat sie einige Zeit gearbeitet. Zwanzig Euro und das Handy - weg für nichts. Kalenberger hat den Stoff, ohne zu zögern, durchs Klo gejagt. Herr Sander hätte Arbeit für sie. Auf Vierhundert-Euro-Basis. Scheiße, sie ist längst nicht mehr beim Amt gemeldet. "Dann dreihundertfünfzig." Er schaut Adél an. "Bleiben wir bei vierhundert auf die Hand. Aber schlafen kannst du hier nicht mehr. Wenn was passiert, bin ich dran."
Nee, ist klar, Unterkunft vorhanden. Wann sie anfangen kann? "Ich ruf dich an, noch die alte Handynummer?"
"Akku kaputt, ich komm' vorbei und frag nach."
"Kannst gleich dableiben, wir haben zwei Trauerkränze für morgen."
Adél bindet sich die grüne Schürze um, holt einen Kranzrohling aus dem hinteren Lager. "Schreib die Stunden selber auf!", ruft ihr Sander hinterher.
Wenn Kalenberger etwas an sich hasst, ist es ihre Inkonsequenz. Sie weiß genau, dass die Schuhe nach spätestens einer halben Stunde drücken. Bei ihren durchgetretenen Füßen kein Wunder. Aber zieht sie die bequemen flachen an?
Jetzt steckt sie schon anderthalb Stunden in den Schuhen und so fühlen sich die Füße auch an. In Strümpfen kann sie nicht Auto fahren, also weiter die Schmerzen ertragen und vielleicht, vielleicht morgen eine vernünftigere Entscheidung treffen.
Frau Scheffel leitet ein mittelständisches Maschinenbauunternehmen. Keine zehn Minuten bis Misburg-Anderten. Bevor Kalenberger aussteigt, massiert sie ihre Füße. Kein Gefühl mehr in den Zehen. Sie wird wieder ihre Tai-Chi-Übungen machen müssen. Jetzt wartet Frau Scheffel. Ob Frauen in ihrer Position überhaupt warten? Bestimmt wartet sie auch auf irgendetwas, wie jeder Mensch. Das halbe Leben ist warten. Aber bestimmt nicht auf die Kripo. Die Termine werden von der Sekretärin verwaltet.
Frau Scheffel ist eine schmale, energische Frau, Anfang fünfzig. Einen halben Kopf kleiner als Kalenberger, mit einer sehr präsenten Ausstrahlung. Als kleinen Pepp leistet sie sich zwei rötliche Strähnen im blond gefärbten Haar. Ein beiger Hosenanzug und an den Füßen ein Paar bequeme Schuhe. Sieht Kalenberger auf den ersten Blick. Als sie wieder aufschaut, huscht ein Lächeln über Frau Scheffels Gesicht. "Ich bin viel im Betrieb unterwegs." Sie bietet Kalenberger mit einer Handbewegung Platz in der Designer-Sitzgruppe aus Stahl und Leder an. Ist bequemer drin zu sitzen, als es im Stehen aussieht. Frau Scheffel setzt sich ebenfalls.
Frau Scheffel bestellt telefonisch zwei Kaffee. "Sie trinken doch Kaffee?"
Was soll Kalenberger darauf sagen. Auf eine japanische Teezeremonie ist der Arbeitsablauf des Sekretariats sicher nicht eingestellt.
"Sie kommen im Zusammenhang mit dem Tod meiner Mutter?"
Kalenberger will antworten, doch Frau Scheffel hat den nächsten Satz schon vorbereitet.
"Dann ermitteln Sie also?"
"Ermittlung kann man das im Moment noch nicht nennen, ich informiere mich." Kalenberger nimmt den dünnen Schnellhefter aus der Tasche, legt ihn vor sich auf den Glastisch. Dann noch ihr Notizbuch und den Kugelschreiber. Der ist aus der Halterung gerutscht, Kalenberger muss in der Tasche kramen.
Frau Scheffel schiebt ihr den Stift mit Firmenaufdruck zu.
"Was wollen Sie genau wissen?"
"Ich möchte mir ein eigenes Bild von den Vorgängen machen", sagt Kalenberger. "Der persönliche Eindruck kann durch keine Drucksache ersetzt werden."
"Also dann!" Frau Scheffel schaut auf die Pro

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