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Emma erbt Ein Teneriffa-Krimi von Amapolas, Armand (eBook)

  • Verlag: Zech Verlag
eBook (ePUB)
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Emma erbt

Die Journalistin Emma Schneider hat ihren Job verloren und ein Apartment auf Teneriffa geerbt. Von ihrer Großmutter Ilse. So energisch, wie sie früher ihr Fischgeschäft im Ruhrgebiet führte, so hat Ilse Schneider auch das Edificio La Palma auf Vordermann gebracht. Dort stößt Emma auf eine Ansammlung kauziger Typen und auf eine vertrocknete Leiche... Bald erscheint ihr Omas Paradies eher wie ein Vorhof zur Hölle, zumal sich die Todesfälle häufen. Welche Rolle spielt Nadeshda, die schöne Russin von der Immobilienfirma? Bruno Bautenmeister, der ?Wanderpapst? der Insel? Je gründlicher Emma sich umsieht, umso mehr gerät sie in Gefahr. Ob der Reporter der Inselzeitung, dem sie sich anvertraut, ihr wirklich helfen will? Und leider hat Kommissar Madrigal Mühe, Dienst und Sex auseinanderzuhalten. Armand Amapolas ist das Pseudonym von Uwe Knüpfer. Der Journalist arbeitet als Chefredakteur in Deutschland und war u.a. als Auslandskorrespondent in den USA tätig. Knüpfer schreibt auch politische Bücher und hat deshalb für 'Emma' ein Pseudonym gewählt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 416
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788494342998
    Verlag: Zech Verlag
    Größe: 627 kBytes
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Emma erbt

1. Kapitel

Wenn sie etwas hasste, war es Gedränge. Körperkontakt mit Fremden. Und jetzt: Mittelsitze! Es gab nur noch freie Mittelsitze. B oder E. Und auch davon nicht mehr viele. Mittelsitze in Flugzeugreihen zwangen sie, Stunden zwischen Menschen zu verbringen, die sie nicht kannte und nicht kennen wollte; einander so nah wie im Bett. Was Betten betraf, suchte man sich schließlich seinen Partner aus, gemeinhin. Sie jedenfalls. Beim Billigfliegen blieb ihr keine Chance dazu. Um wenigstens halbwegs unbelästigt zu bleiben, buchte Emma wenn möglich Fensterplätze. Und sie blieb in der Wartezone sitzen, bis das 'Boarding' schon fast 'completed' war: um die Quetschzeit im Flieger zu verkürzen. Aber diesmal hatte sie offensichtlich einen Fehler gemacht. Reservierte Plätze gab es nicht. Bei Jersey Air war das Leben Kampf. Zivilisatorische Umgangsformen? Lästig, zu teuer. Willkommen in der Ursuppe des Lebens!

Was denken sich die Leute, fragte sie sich: dass sie ein paar Minuten früher ankommen würden als alle anderen, wenn sie die vordersten Plätze am 'Gate' ergattern? Dafür nehmen sie Geschiebe und Gedränge in Kauf, erst am Schalter, dann im Gang zum Flugzeug, dann im Flugzeug selbst, vor ihnen Passagiere, die in Gemütsruhe Flugkoffer, Rucksäcke, Handtaschen, Plastiktüten, Jacken und Mäntel im 'Overhead Compartment' verstauen, mit ihren ausladenden Hinterteilen vor die Flugkoffer und Tüten der Nachdrängenden stoßend. Dabei ist dem doch zu entgehen: Einfach abwarten, sitzen bleiben, in einer Zeitung blättern. Sich überlegen fühlen. Zur kleinen selbsterklärten Elite der Gelassenen gehören, die nicht aufspringen, sobald sich eine Stewardess am Schalter zeigt und das Licht einschaltet. So hatte sie es auch heute gemacht und sich gut dabei gefühlt. Leider.

Oh, erinnerte sich Emma mit einem Anflug von Scham: Stewardessen, dass war ja so ein Altherrenwort. Woher hatte sie es nur? Stewardessen gab es ja schon lange nicht mehr, aus Gender-Gründen, stattdessen FlugbegleiterInnen. Aber wie nennt man die am Schalter Sitzenden? Flug-NichtbegleiterInnen? SchalterbeamtInnen? Ha, als wenn eine von denen heute noch unkündbar ist! Die sitzen doch alle auf Schleudersitzen, arbeitsrechtlich gesehen, die armen Schweine. Davon verstand sie, Emma C. Schneider, jetzt etwas. Sie musste unwillkürlich seufzen, so dass der Jungrentner in der Sitzreihe gegenüber - auch so ein gelassen Weltläufiger - überrascht zu ihr hinübersah, die Augenbrauen hochziehend. Sie lächelte. Ein Fehler, auch das. Er lächelte zurück. "Zeit für die Insel, was?" schien er ein Gespräch eröffnen zu wollen. Emma nickte kühl und fixierte den Blick auf die Zeitung, die sie nicht las.

Vielleicht einfach: Die-am-Schalter-Sitzenden. Oder: die Zurückbleibenden. Nein, das wars: FlugschäferInnen. Denn das beschrieb doch ihre Aufgabe, jedenfalls hier, in dieser Werkhalle, die Flughafen spielte: Menschenherden beisammen halten, ihnen Richtung geben, Ausbrechende wieder einfangen, Stürmische bremsen.

Schon allein, weil sie sich nicht gern als Schaf sah, blieb Emma sitzen, bis außer ihr nur noch der flirtgeile Jungrentner und drei, vier andere übriggeblieben waren. Dass sie von Jersey Air dafür bestraft wurde, wusste sie, sobald sie die Maschine betrat. Alle vorderen Reihen waren wohlgefüllt, außer zweien, die mit einem gelben Plastikband abgesperrt blieben wie eine Unfallstelle. Eine Flugschäferin bewachte Band und Sitze. Alle paar Minuten musste sie einem wie Emma sitzplatzsuchend Vorwärtsdrängenden erklären, diese Sitze seien reserviert, sorry. Sie sprach Englisch, mit einem harten slawischen Akzent.

Also blieb Emma nichts anderes übrig, als sich bis ins hintere Ende der Maschine durchzuquälen und sich dort blitzschnell für zwei Sitzpartner zu entscheiden, einen links, einen rechts. Sie wählte die Poloniaks und versuchte, ihre Umhängetasche i

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