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Emma Laurent Zwei Welten von Gotthardt, Thomas (eBook)

  • Verlag: BookRix
eBook (ePUB)
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Emma Laurent

Emma Laurent zieht mit ihrer Familie von München nach Südfrankreich auf das Gelände des Kernforschungszentrums Grimadan. Dass ihr Vater nicht an der Lösung aller Energieprobleme forscht, sondern an einem Projekt, das die Welt für immer verändern wird, erfährt Emma erst, als es bereits zu spät ist. Ein Störfall im Atomkraftwerk auf dem Gelände katapultiert sie und ihren Bruder Felix in ein Abenteuer, das ihre Vorstellungskraft sprengt und aus dem es scheinbar kein Entrinnen gibt. Auf ihrer Flucht schließt Emma ein Bündnis, das sie immer weiter in eine ausweglose Situation manövriert und ihr eine folgenschwere Entscheidung abringt. Während Zielfahnder des französischen Innenministeriums versuchen, sie aufzuspüren, muss sie alles riskieren, um sich und ihren Bruder zu retten und den Wettlauf gegen die Zeit zu gewinnen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 201
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783748740445
    Verlag: BookRix
    Größe: 642 kBytes
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Emma Laurent

PROLOG

Als Dr. Lukas Laurent in das Zimmer seiner Tochter ging, wurde ihm bewusst, dass er vielleicht niemals erfahren wird, ob er in dieser Nacht seine beiden Kinder rettet oder tötet.

"Wach auf!" Er schüttelte seine Tochter heftig an der Schulter. "Wach schon auf!" Dr. Laurent rief noch lauter. Und endlich bewegte sich Emma. Sie hatte schon immer einen guten Schlaf gehabt.

"Was ist denn los, Papa?", fragte Emma und blickte mit zusammengekniffenen Augen ihren Vater an, der mit zwei Taschenlampen vor ihr stand.

"Zieh dich ganz schnell an. Du hast eine Minute. Ich erkläre dir gleich alles." Die Stimme von Dr. Laurent zitterte und er wischte sich mit dem Handrücken über seine geröteten Augen. Dann gab er ihr eine Taschenlampe und verließ das Zimmer.

Emma schwang müde die Beine aus dem Bett, legte die Taschenlampe neben sich, zog ihren Schlafanzug aus, schnappte sich ihre Unterwäsche, dann die Jeans, die sie am Abend auf den Boden geworfen hatte, ein T-Shirt, das über ihrem Schreibtischstuhl hing, ein paar kurze Socken und ihre Turnschuhe und zog alles in einem Höllentempo an. Zum Schluss hängte sie sich noch ihre Ausweiskette um den Hals und zog sich ihre schwarze Jacke über. Sie schaute auf ihren Wecker. 23:52 Uhr. Was war nur los? Ihr Vater hatte geweint und holte sie mitten in der Nacht aus dem Bett. Sie beugte sich nach vorne, versuchte etwas Ordnung in ihre langen blonden Haare zu bringen, warf dann den Kopf wieder zurück, strich die Haar glatt und stürzte zur Zimmertür hinaus. Auf dem Gang prallte sie fast mit ihrem Bruder zusammen, der völlig verstört aus seinem Schlafanzug schaute. Ihre Mutter versuchte gerade ihren kleinen Bruder Felix anzuziehen, der sich aber dagegen vehement wehrte.

"Ich will wieder ins Bett", schrie er. "Ich will schlafen." Felix fing an zu weinen.

"Nicht weinen, Felix, bitte nicht weinen", sagte ihre Mutter und fing selbst an zu weinen. "Bitte Felix, bitte komm, wir müssen weg", sagte sie mit tränenerstickter Stimme.

Emma sah zu ihrer Mutter, dann zu ihrem Vater, der regungslos vor der Badezimmertür stand und die Szene mit seiner Taschenlampe ausleuchtete. Er sah entsetzlich aus. Die ausgebeulte Jeans, die Turnschuhe und sein kariertes Hemd, das über der Hose hing, machten den Anblick nicht besser.

"Was ist denn los? Sag doch bitte was, Papa!" Jetzt wurde auch Emmas Stimme brüchig. "Warum ist der Strom weg?"

"Es gibt ein Problem in der Anlage", sagte ihr Vater.

"Mit dem Reaktor?", fragte Emma. Aber eigentlich wusste sie die Antwort bereits.

Ihr Vater schaute seine Frau mit ernster Miene an. "Alles Weitere nachher. Felix, würdest du dich jetzt endlich anziehen." Dr. Laurent ging auf seinen zehnjährigen Sohn zu.

Vier Minuten später standen sie im Hausgang. Emma schaute durch das Dielenfenster hinüber zu ihren Nachbarn. Die Hendersons waren Amerikaner und Mr. Henderson stand mit seiner Frau vor dem Haus im Mondlicht und gestikulierte wild umher. Beide hatten Bademäntel an, wie Emma feststellte.

Vereinzelt waren Menschen und Autos zu sehen. Jetzt sah sie die Florents, ihre Nachbarn auf der linken Seite, mit ihrem Auto vorbeifahren. Am hinteren Fenster konnte Emma das Gesicht der siebenjährigen Emilie erkennen, die mit großen Augen ihre Nase an der Scheibe des Vans plattdrückte. Emma zuckte zurück, als wollte sie auf gar keinen Fall gesehen werden.

Das ganze Gelände lag im Dunkeln und durch die Nacht drang der unheilvolle Alarm der Sirenen. Es waren drei aufeinanderfolgende Töne. Dann eine kurze Pause und wieder die drei Töne. Und dann wieder und wieder und wieder. Emma wusste, was diese Signalfolge bedeutete. Evakuierung!

"Warum heulen die Sirenen, wenn der Strom weg ist?", fragte Emma.

"Los, hier entlang!" Ihr Vater öffnete die Tür in den Keller und ging voraus. "Die Sirenen hängen an der Notstromversorgung", antwortete er

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