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Endlich sind sie tot! von Stammsen, Sebastian (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 02.10.2012
  • Verlag: Grafit Verlag
eBook (ePUB)
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Endlich sind sie tot!

Eine Familie wird ausgelöscht, der Mörder ist bekannt. Aber das ist nur der Anfang ... Alles ist klar: Der sechzehnjährige Marvin hat seine Familie auf bestialische Weise umgebracht. Kommissar Oliver Busch und Psychologin Daniela Ellinger sollen den Fall nur noch gerichtsfertig abschließen. Was zu Beginn wie eine Fleißarbeit aussieht, entwickelt sich jedoch bald zu einer großen Herausforderung. Denn ein jeder, der die Familie Brose gekannt hat, hat sie gehasst. Die Psychologin und der Polizist fördern Unglaubliches zutage - kann Marvin am Ende noch vor Gericht gestellt werden?

Sebastian Stammsen, geboren 1976 in St. Tönis am Niederrhein, studierte Psychologie. Er arbeitet für die Unfallkasse Nordrhein-Westfalen und lebt mit seiner Frau und zwei Kindern in Tönisvorst. Zuvor war er einige Jahre im Umweltministerium Baden-Württemberg in der Abteilung Kernenergieaufsicht tätig.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 384
    Erscheinungsdatum: 02.10.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783894258757
    Verlag: Grafit Verlag
    Größe: 552 kBytes
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Endlich sind sie tot!

11
Daniela

Nachdem die nächste Sitzung der Mordkommission auf Abruf vereinbart worden war, machten Busch und ich uns auf den Weg zum Krankenhaus, wo Marvin Brose auf uns wartete. Anscheinend sollte wir ab jetzt das neue Dream-Team bilden. Wie ich Busch einschätzte, war er davon genauso begeistert wie ich.

Wir gingen zielstrebig in den Bereich, der Besuchern normalerweise nicht zugänglich war. Auch hier schien alles steril, trotzdem wurde der Geruch nach Krankheit nur unzureichend vom Desinfektionsmittel überdeckt. Auf dem Flur vor dem Zimmer des Jungen schoben zwei Polizisten Wache. Busch sprach mit gesenkter Stimme und vertraulichem Tonfall mit ihnen, ich konnte nur verstehen, dass einer der Polizisten fragte: "Hast du eigentlich öfter solche Fälle?"

Busch murmelte mit einem kaum merklichen Seitenblick zu mir: "Gott bewahre." Dabei blieb unklar, ob er die Gewalttaten meinte oder unsere Zusammenarbeit.

Das Krankenzimmer befand sich in einem abgeteilten Sicherheitsbereich und verfügte wie die Verhörräume bei der Polizei oder die Therapieräume in einer Klinik über einen Nebenraum, in dem Beobachter durch einen Einwegspiegel und ein Mikrofon jede Einzelheit verfolgen konnten.

Noch während wir auf dem Flur standen, öffnete sich die Tür zu Marvins Zimmer und zwei Männer traten heraus. Wir lernten den vom Jugendamt bestellten Ergänzungspfleger Konrad Bredow und den von diesem eiligst hinzugezogenen Pflichtverteidiger Rüdiger Dobler kennen. Der Ergänzungspfleger fungierte als ein vorübergehender Elternersatz, damit Marvin nicht schutzlos seinem Schicksal ausgesetzt war. Konrad Bredow war ein Mann um die fünfzig mit rundem Gesicht, noch runderem Bauch und grauen Haaren um seine runden Geheimratsecken. Ich entdeckte einige Lachfältchen, aber die Sorgenfalten hatten sich tiefer in sein Gesicht eingegraben und waren weit in der Überzahl. Er sagte seufzend: "Er reagiert überhaupt nicht. So etwas habe ich noch nie erlebt."

Der Rechtsanwalt stand ein wenig ratlos neben Bredow. Mit schmalem Körperbau, korrektem Anzug, korrektem Scheitel und einer wuchtigen Hornbrille wirkte er nicht so angriffslustig, wie er es im Sinne seines Mandanten vielleicht hätte sein sollen.

"Was meinen Sie damit, dass er nicht reagiert?", hakte Busch nach.

"Sitzt nur da und stiert Löcher in die Luft", erläuterte Bredow und wiederholte: "Habe ich noch nicht erlebt so was."

"Ich auch nicht", unterstützte ihn der Rechtsanwalt.

Busch gab ein Grunzen von sich. "Ich informiere Sie kurz, was wir dem Jungen vorwerfen", sagte er und schlug die Mappe auf, in der er alle Unterlagen zum Fall aufbewahrte. Er schilderte knapp den Tatort, zählte die Straftaten auf, die schon zusammengekommen waren, und zückte schließlich noch einige Fotos. "Und jetzt können Sie sagen, dass Sie so etwas noch nie erlebt haben", meinte Busch zum Schluss trocken.

Die beiden Herren, die Marvin beistehen sollten, wurden blass, bewahrten aber tapfer ihre Fassung. Ich hoffte inständig, beim Anblick der Leichen zumindest ein wenig vorteilhafter ausgesehen zu haben.

"Möchten Sie bei der Vernehmung anwesend sein?", fragte Busch die beiden.

"Wir müssen", konstatierte Bredow. Dobler nickte zustimmend.

Busch spähte nachdenklich durch die Jalousie in das Zimmer des Jungen. "Was sollen wir jetzt mit ihm machen?"

Ich vermutete, er meinte damit, ob wir ihn zu zweit befragen sollten oder ob ich es zunächst alleine versuchen wollte. "Zu viele fremde Personen könnten ihm Angst machen", gab ich zu bedenken. Und dann würde er dichtmachen und kein Wort sprechen, fügte ich in Gedanken hinzu.

Busch nickte. "Man stelle sich bloß vor, wir würden dem armen Kerl Angst einjagen." Seine Worte trieften vor Sarkasmus, aber ich konnte nicht mehr darauf reagieren, denn im nächsten Moment wandte er sich an einen der Polizisten neben der Tür. "Er ist doch am Bett fix

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