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Endstation Donau Ein Wien-Krimi von Kneifl, Edith (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 27.08.2014
  • Verlag: Haymon Verlag
eBook (ePUB)

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Endstation Donau

AUF DER DONAU WIRD GESCHMUGGELT UND GEMORDET, WIEN IM VISIER DER MAFIA Für die Schönheit der Donau haben die beiden Kleinkriminellen Marko und Toni wenig Zeit, sind sie doch dabei, sich in der osteuropäischen Mafiaszene Wiens nach oben zu arbeiten. Während sie immer mehr in Schwierigkeiten geraten, kommt es einige Kilometer weiter auf einem Donaukreuzfahrtschiff zu einem mysteriösen Vorfall. Die Wiener Kellnerin Katharina Kafka, die mit ihrem Freund Orlando an der Schiffsbar angeheuert hat, erblickt im Wasser vor dem Bullauge ihrer Kabine eine Leiche. Und bald ist klar: Auf der 'MS Kaiserin Sisi' geht es nicht mit rechten Dingen zu. Neben Kreuzfahrtpassagieren scheint das Schiff auch heiße Ware zu befördern. Hat die Mafia ihre Finger mit im Spiel? Ist Kafka gar dabei, sich in einen Kriminellen zu verlieben? Je weiter sich die 'MS Kaiserin Sisi' Wien nähert, desto dramatischer wird die Lage. Die Abgründe der Wiener Seele sind Edith Kneifls Spezialität. Ebenso wie für die Donau gilt: So friedlich und ruhig die Oberfläche auch wirken mag, darunter verbirgt sich oft Böses! WEITERE KRIMIS MIT DEM ERMITTLERDUO KATHARINA KAFKA UND ORLANDO: - Schön tot - Blutiger Sand - Stadt der Schmerzen Edith Kneifl, geboren 1954 in Wels, lebt und arbeitet als Schriftstellerin und Psychoanalytikerin in Wien. Endstation Donau ist ihr zwanzigster Kriminalroman. Ihre Werke wurden vielfach ausgezeichnet und in mehrere Sprachen übersetzt. Bei Haymon sind bisher u.a. die ersten drei Teile ihrer Krimi-Serie rund um die Wienerin Katharina Kafka erschienen, zuletzt Blutiger Sand. Kriminalroman (2012). Zuletzt bei HAYMONtb: Satansbraut. Ein Waldviertel-Krimi (gemeinsam mit Stefan Gergely, 2013).

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 264
    Erscheinungsdatum: 27.08.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783709935866
    Verlag: Haymon Verlag
    Größe: 1292 kBytes
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Endstation Donau

2. Tulcea, Rumänien

Es war zu spät, um umzukehren. Ich bereute längst, mich auf dieses Abenteuer eingelassen zu haben. Was für ein reizloser, schmuddeliger Hafen, dachte ich beim Anblick der heruntergekommenen Lagerhäuser und verrosteten Kräne, die in den strahlend blauen Himmel ragten.

Ich saß mit meinem Freund Orlando in einem Gastgarten in der rumänischen Stadt Tulcea. Unser Tisch stand nahe am Donauufer, eine alte Linde spendete dürftigen Schatten. Es war Mitte September und hatte um die dreißig Grad.

"Tulcea ist sozusagen das Nadelöhr zum Donaudelta", sagte ich zu Orlando. "Du wirst sehen, das Delta wird dir gefallen."

Seit wir in Bukarest den Flieger verlassen hatten, schmollte er. Es war sein erster Besuch in einem ehemals sozialistischen Land.

Ich hatte ihm von der grandiosen Landschaft und der beeindruckenden Weite Rumäniens vorgeschwärmt. Er interessierte sich jedoch nur für Graf Dracula. Seit er kapiert hatte, dass Transsylvanien von der Donau weit entfernt ist und sich ein Abstecher dorthin nicht ausgehen würde, ließ er mich seine Enttäuschung spüren.

Ich war an seine Launen gewöhnt. Orlando war eben eine Zicke. Dennoch versuchte ich ihn aufzuheitern, indem ich den tollen Kaviar erwähnte, den wir hier kriegen würden. Mein Freund gebärdete sich gern als Gourmet, obwohl Pizza Margherita seine Lieblingsspeise war.

"Kaviar?"

"Ja, den unbefruchteten Rogen von Stören."

"Hier gibt's bald keinen Kaviar mehr. Hab gerade erst gelesen, dass die Störe vom Aussterben bedroht sind. Durch den Bau der Wasserkraftwerke und Staudämme haben sie ihre Laichgründe verloren. Außerdem werden sie wegen ihrer Eier schlicht und einfach abgeschlachtet ..."

"Quatsch! Der Stör ist der Fisch der Donau! Er wird sogar 'der König der Donau' genannt."

"Du bist wieder mal nicht am Laufenden, Kafka. In dem Artikel stand, dass durch die hemmungslose Wildfischerei und den illegalen Kaviarhandel die Störe beinahe ausgerottet wurden. Obwohl die bulgarischen und rumänischen Behörden ein vierjähriges Fangverbot für Störe in der Donau und im Schwarzen Meer verhängt haben, werden diese armen Fische wegen ihrer heißbegehrten Eier zu tausenden umgebracht."

"Störe gab es schon vor zweihundertfünfzig Millionen Jahren und wird es immer geben. Mag sein, dass einige Arten wegen der Überfischung bedroht sind, aber sicher nicht alle."

"Ich habe noch nie einen Stör gesehen."

"Kein Wunder. Sie schwimmen ja auch am Grund des Flusses. Angeblich sind sie genauso alt wie Dinosaurier. Haben aber im Gegensatz zu denen überlebt."

"Sie sehen den Dinos wirklich ähnlich." Orlando zeigte mir ein Foto, das er im Internet gefunden hatte.

"Du weißt, dass die Roaming-Gebühren irrsinnig hoch sind? An deiner Stelle würde ich nicht ständig im Internet surfen."

"Ich schalte es gleich aus."

Missmutig starrten wir beide auf den langen, alten Kahn, der direkt vor dem Lokal angelegt hatte.

Die "MS Kaiserin Sisi" war nicht gerade das neueste Schiff der rumänischen Kreuzfahrt-Flotte. Obwohl es vor ein paar Jahren generalsaniert worden war, mangelte es ihm an Schick und vor allem an Komfort. Die Kabinen, selbst die Doppelkabinen auf Deck 1, waren sehr klein. In den Toiletten und Duschen konnte man sich kaum umdrehen. Die Klimaanlage funktionierte nur hin und wieder und bei über dreißig Grad Außentemperatur gab sie vollends den Geist auf.

Als ich Orlando erzählt hatte, dass das Schiff, auf dem wir die nächsten fünf Wochen verbringen würden, nach seiner geliebten österreichischen Kaiserin benannt war, konnte er sich vor Begeisterung kaum einkriegen.

Orlando hatte einen Sisi-Tick. Als wir uns kennenlernten, machte er des Nachts in langen Sisi-Roben die Straßen Wiens unsicher. All meine Überredungskünste waren vonnöten gewesen, ja ich hatte ihn sogar regelrecht erpressen müssen, hatte gedroht, ihm die Freundschaft zu

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