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Endstation Innviertel Kriminalroman von Fürk-Hochradl, Doris (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 21.11.2019
  • Verlag: Emons Verlag
eBook (ePUB)
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Endstation Innviertel

Witzige Dialoge, urige Originale und das Dreamteam aus Kräuterrosi und ihrem Sepp. Statt erotischer Hochgefühle im Tantraseminar kommt es rund um die Therme Geinberg zu Erpressung, Entführung und Mord. Zum Glück gibt's die Kräuterrosi, der kein Wasser zu schmutzig und kein Fall zu knifflig ist. Frei nach dem Motto 'Unsre Rosi wird's schon richten' knacken bei ihr nicht nur verspannte Wirbel, Muskeln und Sehnen, sondern auch die Innviertler Mordfälle. Doris Fürk-Hochradl wurde 1981 in Braunau am Inn geboren. Bis heute ist sie dem Innviertel treu geblieben und lebt mit ihrer Familie im beschaulichen Feldkirchen bei Mattighofen. Hauptberuflich unterrichtet sie an einer Volksschule.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 288
    Erscheinungsdatum: 21.11.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783960415183
    Verlag: Emons Verlag
    Größe: 3075 kBytes
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Endstation Innviertel

Wasser und Liebe

Rosis Wassertipps, Teil 1

Bei verstopfter Nase, Schnupfen und Atemproblemen helfen Inhalationen mit Salzwasser. Einfach 2 l Wasser, gemischt mit 2 - 3 EL Salz, in einem Topf zum Kochen bringen, Handtuch über den Topf, Kopf darunter, einatmen. Achtung, dass es nicht zu heiß wird!

Ich schwebe. Beinahe zumindest. Angenehm warm umschmeichelt mich das Salzwasser. Leise erklingt Entspannungsmusik unter der Wasseroberfläche. Ich tauche meinen Nacken und die Ohren etwas tiefer hinab. Gitarren- und Klavierklänge vermischen sich mit den dumpfen Stimmen der Badenden und den leichten Wellen. Seltsam, wie ungewohnt eine Melodie sich anhört, wenn der Schall nicht von Luft, sondern von Wasser übertragen wird. Es ist beinahe so, als würde der Klang intensiver sein und durch die Zellen dringen wie eine sanfte Massage.

Ich halte die Augen geschlossen, obwohl ich weiß, dass Sepp mich begierig mustert. Nicht nur das wohltuende Nass prickelt auf meiner Haut, auch Sepps neu erweckte Leidenschaft. Wir haben zu unserer Höchstform zurückgefunden. Es liegt wohl mehr als nur ein Funken Wahrheit in der Redewendung, dass nach einem ordentlichen Gewitter neue, frische Klarheit herrscht. Sepp und ich lieben uns. Intensiv. Wild. Beinahe unbeherrscht. Für die Außenwelt hat sich freilich nichts zwischen Sepp und mir verändert. Wir sind noch immer das unorthodoxe ältere Pärchen, das sich im Herbst des Lebens kennen- und lieben gelernt hat.

Wenn ich daran zurückdenke, wie Sepp vor gut zwei Jahren in meine Stube geschlurft ist und verschämt nach Rat gefragt hat, wie er seinem kleinen Seppel wieder zu altem Standvermögen verhelfen kann, muss ich schmunzeln. Dass ich, die Kräuterrosi, Ortsheilkundige und alteingesessene Beindlrichterin, die wirksamste Medizin für sein müdes Stehaufmännchen sein würde, hatte ich zum damaligen Zeitpunkt nicht geahnt. Seither sind Monate vergangen. Sepp hat sein florierendes Bordell "Das Herzkastl" meinem Sohn Raphael und meiner Schwiegertochter vermacht. Dann hat er sich nicht nur in meinem kleinen Bauernhäuschen eingenistet, sondern auch in meinem Herz. Gemeinsam leben wir im beschaulichen Dorf Ibm. Das Ibmer Moor umgibt uns und formt Land und Leute. Sepp hat zu mir gefunden. Er ist nicht mehr länger der Bumshütten-Sepp, sondern mein Sepp, Kräuterrosis Sepp.

Ich seufze leise in mich hinein, froh darüber, dass Sepp und ich uns näher sind als je zuvor. Die letzten Monate waren eine Herausforderung für unsere junge Beziehung und unsere alten Köpfe. Wer schon viel mehr als ein halbes Jahrhundert auf dem Buckel hat, der kämpft gegen und mit seinen eigenen Wertvorstellungen. Ein langes Leben bedeutet auch, dass man viel Erfahrung gesammelt und in einigen Dingen festgefahrene Glaubenssätze entwickelt hat.

Sepp war davon überzeugt, dass ich mich unnötig in Gefahr begebe, nur weil ich anderen Menschen helfen will. Ich kann aber nicht anders und muss meine Schnüffelnase einfach in fremde Angelegenheiten stecken, wenn ich dieses Kribbeln spüre. Sobald ich fühle, dass ich auf der richtigen Fährte bin, halten mich weder Sepp noch Kurt, mein Schwiegersohn in spe und Inspektor bei der Mordkommission, auf. Nur so konnte ich der Familie des Mordopfers vom Kopfinger Baumkronenweg helfen. Sepp ist durch meinen Einsatz tausend kleine Tode gestorben - vor Sorge um mich. Dadurch haben sich die Gewitterwolken über uns verdichtet, bis wir ordentlichen Streit hatten. Ja, der Mordfall rund um den Baumkronenweg-Mörder hätte unserer Liebe beinahe das Genick gebrochen. Aber nun sind wir hier. In der Therme Geinberg. Nur Sepp und ich. All die Sorgen und Ängste gehören der Vergangenheit an. Ich lausche noch einen Moment der sanften Unterwassermusik in der Salzlagune. Dann setze ich mich langsam wieder gerade hin und öffne die Augen. Stim

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