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Engelberg Kriminalroman von Götschi, Silvia (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 25.11.2019
  • Verlag: Emons Verlag
eBook (ePUB)
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Engelberg

Psychologisch tiefgründige Krimispannung von Bestsellerautorin Silvia Götschi. Ganz Engelberg ist im Winnetou-Fieber. Auch Privatdetektiv Max von Wirth und Federica Hardegger wollen die Karl-May-Freilichtspiele besuchen, als eine alte Freundin die beiden um Hilfe bittet: Seit ihr Mann vor einem Jahr während der Aufführung auf offener Bühne ermordet wurde, erhält sie unheimliche Drohbotschaften. Doch bei Drohungen bleibt es nicht, und schon bald blicken Max und Federica in die mörderischen Abgründe einer längst vergessen geglaubten Geschichte. Silvia Götschi zählt zu den erfolgreichsten Krimiautorinnen der Schweiz. Ihre Krimis 'Einsiedeln' und 'Bürgenstock' landeten auf dem ersten Platz der Schweizer Taschenbuch-Bestsellerliste. Für beide Krimis wurde sie mit dem GfK No 1 Buch Award ausgezeichnet. Seit ihrer Jugend zählen Schreiben, Fotografieren und Psychologie zu ihren Leidenschaften.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 336
    Erscheinungsdatum: 25.11.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783960415206
    Verlag: Emons Verlag
    Größe: 2776 kBytes
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Engelberg

EINS

Diese bescheuerten Leinenhosen mit dem Lederbesatz waren Fedes Idee gewesen. Die Fransenjacke war zu viel des Guten. Max von Wirth, Privatdetektiv und seit zwölf Monaten im Handelsregister eingetragen, schwitzte. Auch an den Füssen, an denen er halbhohe Cowboystiefel trug. Ein Hut schützte ihn vor der sengenden Sonne. Der einzige Grund, warum Max diesen Zirkus mitmachte, war seine Freundin. In ihrem eng anliegenden Kleid, an dem sie offensichtlich mit Leder gespart hatte, sah sie zum Anbeissen aus. Auch sie trug Stiefel, die ihre braun gebrannten Beine betonten. An der linken Wade schlängelte sich eine Python Richtung Kniekehle. Das neuste Tattoo, das sie sich kürzlich hatte stechen lassen. Ihre Mähne hatte sie zu zwei Zöpfen geflochten, um den Kopf ein Lederband gebunden und mit künstlichen Federn geschmückt. Nicht nur die Männer blickten ihr nach. Fede - sie war eine Augenweide. Und wie sie vor ihm dahinschlenderte, eine prall gefüllte Jutetasche lässig über die Schultern geworfen.

Sie hatte unbedingt nach Engelberg fahren wollen, die Tickets zu den Karl May Freilichtspielen bereits weit im Voraus gekauft. "Winnetou", hatte sie ihm ins Ohr geflüstert, nachdem sie miteinander geschlafen hatten. Das hatte sie ihm nie zuvor gesagt, bis er begriff, was sie damit meinte. Sie hatte die Eintrittskarten auf seinen nackten Bauch gelegt. "Nachdem ich die beiden ersten Teile gesehen habe, ist es für mich ein Muss, auch die neuste Vorführung zu sehen. Das Theater ist genial." Max hatte nicht gewusst, worauf er sich einliess, und sich ganz auf Fedes Organisationstalent verlassen. Dass er sich dabei wie ein Clown hatte kleiden müssen, nahm er einstweilen in Kauf. Doch mit dieser unsäglichen Hitze hatte er nicht gerechnet.

"Kommst du?", fragte Fede. "Ich habe einen Mordshunger. Dort drüben gibt es einen Essstand."

Unter seinen Stiefeln knirschte der Sand. Max überquerte den weitläufigen Platz, in dessen Zentrum ein Totem stand, einem farbigen Obelisken gleich, auf dem ein Rabe mit gelbem Schnabel und weit gespreizten Flügeln prangte. Um das Totem herum waren Tische und Bierbänke verteilt, an denen Leute sich verköstigten und sich einzelner Wespen erwehrten, die angriffslustig um belegte Brote kreisten. Es herrschte eine Jahrmarktatmosphäre, mit klassischer Filmmusik untermalt.

Die Leute trugen Kleider, die an Cowboys erinnerten. Sie schienen ihre verborgenen Sehnsüchte auszuleben: einmal im Jahr aussehen wie die Siedler des 19. Jahrhunderts, als diese - gemäss Mythos - den Wilden Westen eroberten. Max sah einem Mann älteren Jahrgangs nach, der sich neben einem Planwagen in Pose stellte. Ein Fotograf lichtete ihn ab. Den Platz umschlossen diverse Stände in Form von Westernhäusern, an denen man Speisen, Getränke und zum Thema passende Preziosen verkaufte.

Vor Billys Saloon, einem rostroten Holzgebäude, hatte sich Fede in die Reihe Wartender gestellt. Sie fuchtelte Max an ihre Seite und rief über alle Köpfe hinweg: "Möchtest du auch eine Wurst? Eine Schweins- oder Kalbsbratwurst?"

Max pirschte in ihre Nähe, worauf sich der Indianerhäuptling hinter Fede beschwerte: "Hey, Cowboy, seine Alte vorausschicken, damit man nicht selbst anstehen muss." Eine Alkoholfahne streifte Max' Nase.

Max ignorierte ihn. Er berührte sachte Fedes Arm. "Ich dachte, du seiest Vegetarierin?"

"Ausnahmen bestätigen die Regel." Sie lachte verschmitzt.

Im Tal lag Verheissung. Ein lila Himmel, umrissen von messerscharfen Bergkanten, ergoss sich über Engelberg. Zugegeben, Max fühlte sich trotz seiner anfänglichen Bedenken wohl. Es war ein Bilderbuchsommer, ein Tag schöner als der andere. Sie hatten den Morgen auf dem Jochpass verbracht, waren zum Trübsee gewandert und von dort mit der Seilbahn zurück nach Engelberg gefahren, wo sie sich im Hotel "Terrace" einquartierten.

"Wir können uns diesen Luxus n

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