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Engelsgeduld Pfarrer Baltasar Senner ermittelt 5 - Ein Krimi aus dem Bayerischen Wald von Schreiner, Wolf (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.05.2015
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
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Engelsgeduld

Als er die neueste Idee des Passauer Bischofs vernimmt, glaubt Pfarrer Baltasar Senner, die Engel singen zu hören. Im Bayerischen Wald soll der Tourismus angekurbelt werden - mit einem prächtigen Festspiel, Adelsmänner, Jäger, feine Damen und Bauernvolk inklusive. Und ausgerechnet Baltasar soll hoch zu Ross für christliche Eintracht bei dem Spektakel sorgen und den Segen spenden. Doch dann wird probeweise die Kanone abgefeuert, und kurz darauf bricht die Hauptdarstellerin tot zusammen. Baltasar wittert einen Mord und setzt Himmel und Erde in Bewegung, um den Täter zu fassen ...

Wolf Schreiner wurde 1958 in Nürnberg geboren. Er wuchs in Oberbayern in der Nachbarschaft zum katholischen Wallfahrtsort Altötting auf und studierte in München Politik, Volkswirtschaft und Kommunikationswissenschaft. Wolf Schreiner arbeitete als Journalist für Zeitschriften, Rundfunk und Fernsehen, bevor er seine Leidenschaft für Krimis entdeckte. Er lebt heute in München.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 352
    Erscheinungsdatum: 18.05.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641154240
    Verlag: Goldmann
    Größe: 1566 kBytes
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Engelsgeduld

14

B altasar nahm die Abzweigung zum Reiterhof. Die Schwester des Opfers hatte wegen der Abrechnung der Beerdigungskosten angerufen und gebeten, er möge vorbeischauen, wann immer er Zeit hätte. Deshalb hatte er sich spontan zu dem Ausflug entschlossen, zumal Teresa ihren Großputz veranstaltete und ihn aus dem Haus haben wollte.

Noch immer ging ihm die Verhaftung Klara Murlingers durch den Kopf. War sie tatsächlich die Mörderin von Eva Dirnberger? Dann hatte sie in der Kirche grandios geschauspielert. Doch er hatte Zweifel, ganz im Gegensatz zur Kriminalpolizei, die sicher war, die Richtige geschnappt zu haben. Die Schlussfolgerung war nachvollziehbar, schließlich hatte sich die Frau mit ihrem Verhalten verdächtig gemacht.

Oder war bei der letzten Schießübung schlicht vergessen worden, die Waffe zu entladen? Dann wäre alles nur ein schrecklicher Zufall, eine Verkettung unglücklicher Umstände.

Oder eine dritte Person hatte absichtlich die Waffe präpariert, wissend, dass sie die Schützin benutzen würde. Ein perfider Mordplan, schlau in seiner Schlichtheit, der eigentliche Täter - oder die Täterin - konnte sich unbehelligt im Hintergrund halten.

Vor allem aber schätzte er Klara Murlinger nicht so dumm ein, so einen Mord zu begehen, wenn alle Spuren zu ihr zurückführen würden. Nein, es gab bei diesem Fall zu viele Ungereimtheiten. So einfach war es nicht.

Sie hatte ihn um Hilfe gebeten. Und er war der Einzige, der ihr helfen konnte. Indem er Indizien zusammentrug, bis sich ein klares Bild bot.

War Klara Murlinger unschuldig, so bedeutete das im Umkehrschluss, dass der wahre Mörder noch frei herumlief. Wer wusste, ob Eva Dirnberger sein einziges Ziel gewesen war?

Er parkte seinen Wagen vor dem Haupthaus des Reiterhofs. Er klopfte an die Tür, sie war nicht verschlossen, und trat ein. "Hallo", rief er. Niemand antwortete.

Wieder im Freien, ging er zu den Ställen. Er schaute zu der Box, in der Rosalie stand. Sie wieherte zur Begrüßung.

"Na, meine Gute, du machst vielleicht Sachen." Baltasar strich ihr über den Hals. "Ich bin froh, dass ich nicht mehr reiten muss, das sage ich dir. Keine Macht der Welt bringt mich mehr auf ein Pferd."

"Warum das?" Eine Stimme hinter ihm. Er drehte sich um, vor ihm stand ein Mädchen, höchstens dreizehn Jahre alt. Sie trug eine Latzhose und schob einen Schubkarren mit Mist vor sich her. Er stellte sich vor.

"Arbeitest du hier?", fragte Baltasar.

"Ich helf aus, dafür darf ich kostenlos reiten. Warum hassen Sie Pferde, Herr Pfarrer?"

"Ich hasse sie nicht. Ich bin nur jüngst beim Reiten gestürzt - während der Generalprobe fürs Robin-Hood-Festival."

"Ach, Sie waren das." Es klang mitleidig, so wie man mit einem hoffnungslosen Fall redete.

"Ich hab vorher noch nie länger auf einem Pferd gesessen." Er hatte das Gefühl, sich rechtfertigen zu müssen.

"Aber es ist doch total einfach." Das Mädchen hatte die Schubkarre abgestellt. "Sie sollten den Tieren mehr vertrauen, so wie Sie den Menschen vertrauen."

"Das hat Eva Dirnberger auch zu mir gesagt."

Plötzlich liefen der Schülerin Tränen über die Wangen. "Eva - sie war immer gut zu mir. Und jetzt ist ... ist sie für immer weg. Nichts wird mehr so wie früher."

"Du hattest sie sehr gern."

"Sie ist ... war ... wie eine Ersatzmutter für mich. Sie hat mir geholfen und hat mich nicht wie ein Kind behandelt. Und sie hat mir meinen Traum erfüllt, mit Pferden zusammen zu sein. Ich kann ohne Pferde nicht sein, das sind für mich die liebsten Wesen auf der Welt."

"Na ja, das wird

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