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Ewig wartet die Dunkelheit Die Profilerin von Dicken, Dania (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 07.02.2017
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
5,99 €
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Ewig wartet die Dunkelheit

Am Flughafen in Norwich explodiert eine Autobombe. Profilerin Andrea ist vor Ort, weil sie ihre Freunde Sarah und Robert, die aus Schottland kommen, abholen will. Sie kommt mit dem Schrecken davon, doch die anderen haben nicht so viel Glück: Robert fällt ins Koma, Sarah leidet fortan unter Amnesie. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Christopher will Andrea nun herausfinden, wer hinter dem Anschlag steckt. Bald aber entgleist die Situation, denn Christopher und Sarah verlieben sich und Robert wacht auf. Doch plötzlich ist er tot - vergiftet. Sofort fällt der Verdacht auf Christopher. Zusammen mit Andrea flieht Christopher nach Schottland und macht sich dort auf die Suche nach dem wahren Mörder. Wer könnte ein Interesse an Roberts Tod haben? Die erfolgreiche Selfpublisherin jetzt bei 'be'!

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 304
    Erscheinungsdatum: 07.02.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732520435
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Größe: 1358 kBytes
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Ewig wartet die Dunkelheit

Mittwoch

"Von mir aus kannst du das machen", sagte Christopher beinahe spöttisch. "Wenn du Lust hast, über hundert Meilen zu Amy zu fahren, lass dich nicht aufhalten!"

"Es ist ja nur morgen. Aber ich möchte es tun, weil ich mir vorstellen kann, wie das ist."

Fragend zog Christopher eine Augenbraue in die Höhe, sodass Andrea lachte. "Das ist mein Ernst! Du warst ja nicht dabei, als sie sich die Pulsadern aufgeschnitten hat. Eine größere seelische Not gibt es nicht. Christine mag ich natürlich immer noch nicht, aber es geht hier um Amy. Das ist eine ganz andere Person."

Er wirkte nicht überzeugt. "Mehrere in einem Körper? Das kann ich nach wie vor nicht glauben."

"Du warst doch dabei, als ich mit ihr in Peterborough gesprochen habe."

"Ich war nebenan. Nein, das ist mir zu hoch. Aber ich muss mich ja auch nicht drum kümmern!"

"Eben", erwiderte Andrea grinsend und ging langsam wieder in ihr Büro hinüber. Es war schön, mit einem Freund zusammenzuarbeiten. Und das war Detective Sergeant Christopher McKenzie, seit sie damals gemeinsam den Campus Rapist gesucht hatten. Er war bei dem Versuch, ihre Entführung zu verhindern, beinahe gestorben. Inzwischen arbeitete Andrea seit anderthalb Jahren als Polizeipsychologin mit ihm zusammen und wusste seinen beinahe jungenhaften Charme zu schätzen. Aber Christopher wirkte mit seinen strubbeligen braunen Haaren auch jünger als siebenunddreißig.

Bevor Andrea sich an ihren Schreibtisch setzte, streifte sie mit einem Blick die Bücher in ihrem Regal und zog zwei zum Thema Psychotherapie heraus. Sie blätterte nachdenklich darin herum, aber zur Therapie dissoziativer Identitätsstörungen konnte sie nichts finden. Also stellte sie die Bücher wieder weg und griff zu einer Enzyklopädie, in der sie schon einmal Informationen zum Thema gefunden hatte. Möglicherweise stand darin auch, wie man multiple Persönlichkeiten behandelte.

Sie überflog das betreffende Kapitel. Ursächlich für die Persönlichkeitsspaltung war in den allermeisten Fällen körperlicher oder sexueller Missbrauch in der Kindheit. Da Kinder dem nichts entgegenzusetzen hatten, schufen sie sich oft andere Persönlichkeiten, um mit dem erlebten Trauma besser zurechtzukommen. Häufig wussten die verschiedenen Persönlichkeiten jedoch gar nichts voneinander. Jede dieser Persönlichkeiten übernahm bestimmte Aufgaben: So verfügten die meisten Betroffenen über einen sogenannten Host, den Gastgeber, der die wichtigsten Alltagsaufgaben erledigte und mit der Außenwelt kommunizierte. Die übrigen Persönlichkeiten bezeichnete man als "Alter".

Genau wie bei Amy gingen viele weitere psychische Störungen mit einer dissoziativen Identitätsstörung einher: Depressionen, Borderline-Symptome, Ängste, Zwänge, Suchtverhalten. Nichtsdestotrotz war diese Störung so umstritten wie kaum eine andere, denn einerseits ließ sie sich schwer von der Schizophrenie abgrenzen, und auf der anderen Seite glaubten viele Experten, dass dieses Krankheitsbild den Betroffenen von den Therapeuten nur eingeredet würde.

Andrea hatte dazu keine Meinung, bis sie selbst erlebte, wie sich bei Amy ein Switch vollzog, den sie selbst hatte triggern können. Auf ihr Verhalten als Ritzerin angesprochen, trat Christine zurück und ließ Amy den Vortritt, die für die Selbstverletzungen verantwortlich war. Diese hatte einen anderen Tonfall, eine sanftere Stimmlage und eine andere Sprechweise.

Andrea blätterte um. Zur Therapie fand sie keine Hinweise. Allerdings wusste sie jemanden, der ihr ganz bestimmt weiterhelfen konnte. Sie griff zum Telefon und wählte die Nummer ihres Kollegen Dr. Gordon Weaver in London, der ebenfalls im Profiler-Team mitarbeitete und über langjährige Erfahrung als Traumatherapeut verfügte.

"Du bist es", sagte er. "Was kann ich für dich tun?"

Andrea schilderte ihm kurz, was es mit Amys Brief auf sich hatte, und sagte: "Ich will hinfahren, um ihr zu erklären, welche Möglichkei

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