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Ex & Hopp von Eckert, Horst (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.09.2014
  • Verlag: 110th
eBook (ePUB)
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Ex & Hopp

Mit diesem Crime-Medley beweist Horst Eckert, dass er auch die Kunst der hervorragenden Kurzgeschichte beherrscht. Ob humorvoll, melancholisch oder voller Thrill - in seinen sechzehn zum Teil preisgekrönten Storys zeigt er die Bandbreite seines Könnens.

Der 1959 in Weiden/Oberpfalz geborene Kriminalschriftsteller, Horst Eckert, wurde mehrfach ausgezeichnet (u.a. Friedrich-Glauser-Preis 2001, der Oscar der deutsch-sprachigen Krimiszene, für 'Die Zwillingsfalle', mit dem Marlowe 1999 der deutschen Raymond-Chandler-Gesellschaft für 'Aufgeputscht'). Seine Romane gelten als 'im besten Sinne komplexe Polizeithriller, die man nicht nur als spannenden Kriminalstoff lesen kann, sondern auch als Kommentar zur Zeit' (Deutschlandfunk), wurden mehrfach übersetzt und preisgekrönt. Zuletzt wurde 'Schwarzer Schwan' (Grafit) als bester deutscher Kriminalroman mit dem 'Krimi-Blitz' von Krimi-Couch.de ausgezeichnet. www.horsteckert.de

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 212
    Erscheinungsdatum: 15.09.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783958650411
    Verlag: 110th
    Größe: 257 kBytes
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Ex & Hopp

Gierig sog Rabe die morgendlich kühle Herbstluft ein, als er mit seiner Reisetasche nach draußen trat. Die Freiheit inhalieren - fünf Jahre lang hatte er diesen Moment herbeigesehnt. Dann fiel sein Blick auf Rita, die Blonde aus Unna, die ihren Opel Corsa vor den Fahrradständern geparkt hatte. Sie hatte ihn nicht enttäuscht.

Er war sich nicht sicher, wie er sich verhalten sollte. Ein Händedruck - er spürte, dass sie ähnlich befangen war. Rabe stieg zu seiner neuen Freundin ins Auto.

Sie startete den Motor und sagte: "Der Bewährungshelfer hat dir in Dortmund ein Apartment besorgt."

Rita. Gewelltes Blondhaar, am Ansatz dunkel. Eine gute Figur, fand Rabe, zumindest an den Stellen, die wichtig waren. Und ein Profil, das Entschlossenheit ausstrahlte - diese Eigenschaft hatte er bereits in ihren Briefen erkannt.

"Bloß nicht Dortmund", antwortete er.

"Wohin dann?"

"Autobahn."

Beim Losfahren kreischte der Keilriemen der alten Karre. Rabe vermied den Blick zurück. Der Knast von Werl war kein Ort, den man in Erinnerung behalten sollte.

Erst an der nächsten Kreuzung spähte er die Straßen entlang. Kein Mensch weit und breit, der sie zu beschatten schien, doch Rabe wusste nicht, ob er dem Frieden trauen konnte. Selbst an Ritas Motiven hatte er anfangs gezweifelt. Als habe sie es auf die Steine abgesehen und nur deshalb auf seine Kontaktanzeige geantwortet.

Nichts ist sicher und auf niemanden ist Verlass - Rabes Credo seit der Kindheit.

Rita kurvte durch ein Wohngebiet, den blauen Schildern folgend. Sie sagte: "Ich hab Kuchen dabei. Selbst gebacken, mit Mangos. Ich dachte, wir weihen dein neues Zuhause ein."

"Eins nach dem anderen. Zuerst geht's nach Eringerfeld."

"Klingt nach 'nem gottverlassenen Kuhkaff in Ostwestfalen."

Er lachte. "Weißt du, dass du heute noch schöner bist als bei deinem Besuch im Knast?"

"Schmeichler."

Als sie den Zubringer erreichten, beugte sich Rabe hinüber und küsste Rita auf die Wange. Er glaubte zu spüren, dass es ihr gefiel - das Eis war gebrochen.

Der Tag fing gut an. Und in wenigen Stunden würde er reich sein.

"Was willst du in dem Kaff?", fragte Rita.

Sie hat keine Ahnung, stellte Rabe fest. Woher auch. In seinen Briefen hatte er nichts verraten, denn die Bullen überwachten die Post im Knast. Vor allem wenn sie einen Einbrecher hatten, nicht aber seine Beute.

"Ich bin dort aufgewachsen", antwortete Rabe.

Im Kreuz Werl wechselten sie auf die A 44 und rauschten ostwärts Richtung Kassel. Die Landschaft wirkte trist unter dem grauen Himmel. Keine Blätter mehr im Gestrüpp längs der Böschung. Dahinter drehten sich Windräder.

Rabe bemerkte, dass seine Freundin in den Rückspiegel blickte. Sofort meldete sich seine Paranoia wieder. Ein weißer Mercedes klebte an der Stoßstange des Corsa. Endlich scherte der Bonzenschlitten auf die linke Spur und zog vorbei. Ein Mann mit Hut. Das Heck mit Sylt-Aufklebern bepflastert. Harmlos.

"Mit dem Kuhkaff liegst du richtig", sagte Rabe. "Aber ein Kumpel von mir hat etwas für mich aufbewahrt."

Sie warf ihm einen Blick zu. "Wenn du vorhast, rückfällig zu werden, wird das nichts mit uns."

"Ich hab's kapiert", sagte er. Es freute ihn, dass sie sich um ihn sorgte.

Er legte seine Linke auf ihren Schenkel. Festes Fleisch unter dem Jeansstoff, ein gutes Gefühl. Sie wehrte sich nicht. Eine Zukunft mit ihr konnte sich Rabe noch nicht ausmalen, aber er fand, dass sie auf dem besten Weg waren.

Wieder äugte Rita in den Rückspiegel. Als fürchte sie, dass jemand mitbekam, was seine Hand anstellte. Rabe küsste ihren Hals und blickte verstohlen nach hinten. Die Luft war rein.

"Du hast mir nie etwas über diesen Kumpel geschrieben", sagte die Frau und hielt sich am Lenkrad fest.

"Die Bullen. Postüberwachung, verstehst du? Bin gespannt, wie Kalle reagiert, wenn wir aufkreuzen. Ni

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