text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Fährentod auf Norderney. Ostfrieslandkrimi von Uliczka, Rolf (eBook)

  • Verlag: Klarant
eBook (ePUB)
3,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Fährentod auf Norderney. Ostfrieslandkrimi

Ein mysteriöser Mordfall überschattet die Ankunft der Norderney-Fähre auf der idyllischen Nordseeinsel. Zunächst scheint nur ein führerloser SUV die Abfahrt der Autos von der Fähre zu behindern. Doch in Wirklichkeit haben Kommissarin Femke Peters und ihr Team von der Kripo Aurich einen neuen Fall, denn der Fahrer liegt tot auf der Rückbank! Wer hat dem charismatischen ostfriesischen Immobilienunternehmer Günter Grundmann die tödliche Giftspritze verpasst? Die Ermittler stoßen auf eine Vielzahl an Verdächtigen. Gibt es einen Zusammenhang mit Grundmanns neuestem Bauprojekt auf Norderney, das erbitterte Proteste hervorrief? Oder steckt seine gehörnte Ex-Frau hinter der Tat, die er für die dreißig Jahre jüngere Vanessa verließ? Und hat die junge Schönheit nur mit dem renommierten Unternehmer angebandelt, um für einen Auftraggeber an brisante Dokumente zu gelangen? Nicht ohne Grund ist Vanessa plötzlich wie vom Erdboden verschluckt

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 200
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783965862692
    Verlag: Klarant
    Größe: 333 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Fährentod auf Norderney. Ostfrieslandkrimi

1. Kapitel

 

Norderney, die zweitgrößte der Ostfriesischen Inseln, konnte auf eine bis auf das Jahr 1800 zurückreichende Tradition als offizielles Seebad der Nordsee zurückblicken, wie unzählige Baudenkmäler und Dokumentationen belegten. Die Ernennung zur Sommerresidenz für fast dreißig Jahre durch den hannoverschen Kronprinz Georg und späteren König Georg V von Hannover wirkte dabei fast wie ein Ritterschlag. In der Folge gaben sich gekrönte Häupter, die hohe Diplomatie, namhafte Künstler und Gelehrte ein Stelldichein und sorgten für ein mondänes Flair und die Bezeichnung als »Königlich-Preußische Seebadeanstalt«.

Natürlich gingen auch die Kriegswirren nicht spurlos an der Insel vorbei, unterbrachen den Badebetrieb aber jeweils nur relativ kurz. Dafür blieben zum Beispiel Siedlungshäuser, die vor dem Zweiten Weltkrieg in der Nordhelmsiedlung entstanden waren, bis heute erhalten. Da Norderney von größeren Luftangriffen verschont blieb, prägten viele Baudenkmäler und Sehenswürdigkeiten nach wie vor das Bild der Insel, wie zum Beispiel der Leuchtturm, das Kap Norderney, das Kaiserliche Postamt, die Norderneyer Windmühle, das Conversationshaus und einige prachtvolle Hotelbauten der Gründerzeit. Abgesehen von manchen als Bausünden bezeichneten Hochhausbauten der sechziger Jahre konnte sich Norderney dadurch weitgehend den etwas mondänen Charme der Gründerzeit erhalten.

Ein touristisch und logistisch bedeutender Vorteil war die tideunabhängige Erreichbarkeit der Insel. Da wunderte es auch nicht, dass sich Norderney von einem kleinen Fischerdörfchen im Mittelalter mit noch nicht einmal einhundert Bewohnern zu einem der meistfrequentierten Badeorte der ostfriesischen Nordseeküste entwickelte. So wurden schon eine halbe Million Gästeankünfte und mehr als drei Millionen Übernachtungen in einem Jahr verzeichnet.

Ein beliebtes Urlaubsziel für Hunderttausende Erholungssuchende jedes Jahr, doch diese Beliebtheit hatte auch ihre Tücken. Immer mehr Wohnraum der Einheimischen wurde zu Feriendomizilen umgewandelt. Für die Verantwortlichen der Stadt eine zunehmende Herausforderung.

Da kam der Vorschlag einer Immobilienentwicklungsgesellschaft aus Aurich wie gerufen. Lasse Grundmann, der Chef der Grundmann Real Estate GmbH & Co. KG, hatte mit seinem Seniorpartner die Idee, Investoren zu suchen, die bereit waren - rein aus Renditegesichtspunkten - ausschließlich in dauervermieteten Wohnraum zu investieren. Die Bewirtschaftung sollte dann eine Vermietungsgesellschaft der Insel übernehmen.

Lasse war gebürtiger Ostfriese mit einer hochgewachsenen, kräftigen Figur. Seinen Blondschopf trug er in einer modern gestylten Kurzhaarfrisur. An Kleidung und Auftreten war unschwer zu erkennen, dass es sich bei ihm um einen erfolgreichen Angehörigen der Finanzdienstleistungsbranche handelte. Sein Vater - Seniorpartner in der Firma - kleidete sich in gleichem Stil, wobei Günter Grundmann, bereits leicht ergraut, noch die Aura eines erfahrenen Experten und erfolgsverwöhnten Grandseigneurs umgab.

Man hatte sich im Norderneyer Stadtrat - mit Zustimmung des Landkreises - darauf geeinigt, zur Entschärfung des Problems ein Grundstück an der östlichen Stadtrandgrenze bereitzustellen. Eine erste Tranche von achtzig Wohnungen sollte in zweieinhalbgeschossiger Bauweise erstellt werden, um nicht die Bausünden der sechziger Jahre zu wiederholen. Die Projektentwicklung dafür übernahm die Grundmann Real Estate GmbH & Co. KG.

Günter Grundmann, Seniorpartner und Vertriebsprofi, der in der Firma nur »GG« genannt wurde, hatte es tatsächlich geschafft, dass fast einhundert Personen auf der Gästeliste für ein erstes Interessententreffen auf der Insel standen. Zwar waren über die Hälfte der Interessenten mit Partnerin oder Partner angereist, aber dennoch belief sich die Anzahl der potenziellen Investoren immerhin noch auf über sechzig. Dabei war es gar nicht so einfach gewesen, überhaupt

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen