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Fünf Kriminalgeschichten von Wallace, Edgar (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 30.01.2016
  • Verlag: Nexx
eBook (ePUB)
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Fünf Kriminalgeschichten

Dieses Buch ist eine Sammlung von Edgar Wallace' schönsten Geschichten: - Der Fall Stretelli - Das Diamantenklavier - Doktor Kay - Der Selbstmörder - Indizienbeweis

Richard Horatio Edgar Wallace (1875-1932) war ein englischer Schriftsteller, Drehbuchautor, Regisseur, Journalist und Dramatiker. Er gehört heute noch zu den erfolgreichsten englischsprachigen Kriminalschriftstellern.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 100
    Erscheinungsdatum: 30.01.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783958704640
    Verlag: Nexx
    Größe: 278kBytes
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Fünf Kriminalgeschichten

Der Fall Stretelli

Detektivinspektor John Mackenzie hatte seinen Abschied eingereicht, und die Zeitungen brachten aus diesem Anlass viele Berichte über ihn und seine Erfolge. Seine direkten Vorgesetzten wunderten sich, welche Gründe ihn zu dem vorzeitigen Rücktritt veranlasst haben mochten. Aber alle Vermutungen waren falsch; kein Mensch ahnte die eigentliche Ursache. Mackenzie wusste nämlich nicht mehr, wie er in dem Widerstreit zwischen Pflicht und Gerechtigkeitssinn handeln sollte, und wählte deshalb den Ausweg, sein Amt niederzulegen.

In diesen Konflikt war er durch die Bearbeitung des Falles Stretelli geraten, der äußerlich dadurch zum Abschluss gebracht wurde, dass man an einem kalten Dezember-Morgen im Gefängnis zu Nottingham einen Verbrecher hängte.

Die Tatsache, dass John Mackenzie seinen Abschied einreichte, war umso unverständlicher, als seine Vorgesetzten ihm zur Aufklärung dieses Falles besonders gratuliert und eine Beförderung in Aussicht gestellt hatten. Aber gleich darauf ging er in sein Büro und schrieb kurz entschlossen sein Abschiedsgesuch.

In gewisser Weise war Mackenzie eben altmodisch.

---

Einige Monate bevor er den Dienst quittierte, brachte ihm ein Untergebener eine Visitenkarte mit der Aufschrift: "Dr. med. Mona Stretelli, Madrid." Als er das las, rümpfte er die Nase.

Er hatte ein Vorurteil gegen Ärztinnen, obwohl dies die erste war, die ihn amtlich aufsuchte.

"Führen Sie die Dame in mein Büro", sagte er und wunderte sich, was eine spanische Ärztin bei Scotland Yard zu suchen hatte.

Noch ehe er sich versah, stand sie bereits vor ihm - lebhaft, dunkel, von durchschnittlicher Größe. Als er sie näher betrachtete, kam ihm zum Bewusstsein, dass sie sogar schön war.

"Es ist mir eine große Ehre, Sie kennenzulernen", begrüßte er sie höflich in französischer Sprache. "Was kann ich für Sie tun?"

Sie lächelte leicht über diesen etwas brüsken Empfang.

"Ich wäre Ihnen sehr verbunden, wenn Sie mir zehn Minuten Ihrer sonst so kostbaren Zeit schenken, würden, Mr. Mackenzie", entgegnete sie auf Englisch. "Ich habe Ihnen eine wichtige Mitteilung zu machen." Dann reichte sie ihm einen Brief, der den Stempel des Innenministeriums trug. Es war ein Einführungsschreiben, das ihr ein hoher Beamter gegeben hatte. Inspektor Mackenzie wunderte sich jetzt nicht mehr, dass sie ihn aufgesucht hatte.

"Kennen Sie Mr. Morstels?" fragte sie.

Er schüttelte den Kopf.

Sie zögerte.

"In London müssen Sie aber doch - gewisse Gerüchte hören ... Ich meine, von West End. Haben Sie noch nie etwas von Margaret Stretelli erfahren?"

Mackenzie runzelte die Stirn.

"Selbstverständlich, der Name kommt mir bekannt vor. Sind Sie mit der Dame verwandt?"

"Sie war meine Schwester", entgegnete sie ruhig.

Sie nickte: wieder, und er sah, dass ihre Augen feucht wurden.

Als Margaret Stretelli aus London verschwand, war man in Scotland Yard darüber weder erleichtert noch betrübt, aber man vermerkte es. Margaret gehörte zu einem Kreis moderner junger Damen, die sich gewöhnlich in einem Restaurant in Soho trafen. Man wusste im Polizeipräsidium, dass sie mit allen möglichen fragwürdigen Elementen zusammenkam. Sie war in gewisser Weise am Kokainhandel beteiligt, da sie das Rauschgift selbst kaufte. Einmal hatte die Polizei eine Razzia abgehalten und sie in einer Kokainkneipe abgefasst, so dass sie vor den Polizeirichter kam und eine Ordnungsstrafe erhielt. Ein anderes Mal hatte sie ebenfalls die Aufmerksamkeit der Polizei auf sich gelenkt, weil sie in ihrem Luxuswagen gegen einen Laternenpfahl gefahren war. Ihr selbst w

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