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Fünf Leichen zu viel (eBook) Brandeisen & Küps zweiter Fall Frankenkrimi von Kastura, Thomas (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.06.2015
  • Verlag: ars vivendi
eBook (ePUB)
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Fünf Leichen zu viel (eBook)

Wie einst Holmes und Watson gehen Staatsanwalt Brandeisen und Kommissar Küps erneut gemeinsam auf Verbrecherjagd ... und bekommen es diesmal mit fünf Leichen zu viel zu tun. So stößt das exzentrische Bamberger Ermittlerpaar bei seinen Nachforschungen unter anderem auf einen Glühweinstadtrat, einen Meisterfälscher und einen Schafkopfmörder. Ob in der Sauna oder im Steigerwald, auf dem Spezial-Keller in Bamberg oder in Schottland - stets heißt es: Totlachen mit Stil. Denn wenn das gnadenlose Duo auszieht, um die Kriminellen das Fürchten zu lehren, bleibt kein Auge trocken. Thomas Kastura, geboren 1966 in Bamberg, lebt ebendort mit seiner Frau und seinen beiden Töchtern. Er studierte Germanistik und Geschichte, arbeitet seit 1996 als Autor für den Bayerischen Rundfunk und veröffentlichte zahlreiche Erzählungen, Jugendbücher und Kriminalromane, u. a. Der vierte Mörder (2007 auf Platz 1 auf der KrimiWelt-Bestenliste), Drei Morde zu wenig sowie aktuell den Thriller Dark House. Thomas Kastura ist außerdem Herausgeber der ars vivendi-Krimianthologien Tatort Garten und To die, or not to die.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 230
    Erscheinungsdatum: 16.06.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783869135717
    Verlag: ars vivendi
    Größe: 1052 kBytes
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Fünf Leichen zu viel (eBook)

Die Lichtlein brennen

"Man hat schon traurigere Leichen gesehen", meinte Staatsanwalt Brandeisen.

Das Grinsen des Toten war wie festgefroren - nicht vor Kälte, sondern aufgrund eines finalen Stromschlags. Die Haare sträubten sich wie beim Struwwelpeter. Und es roch verschmort, als sei eine Weihnachtsgans zu lange in der Röhre geblieben.

Kommissar Küps überprüfte seine Notizen. "Herzversagen infolge von Kontraktionen der Atemmuskulatur und des Zwerchfells. Der Mann heißt Konrad Fabitsch, 52, Montageleiter. Der Tod ist erst vor einer Stunde eingetreten."

30. Dezember, ein milder Winterabend, es war bereits dunkel. Die beiden Ermittler standen im Vorgarten eines Anwesens im Bamberger Berggebiet: großflächiger Grundriss, breite Fenster, niedriges Giebeldach. Alles ganz normal. Bis zum ersten Advent: Dann erwachte das Einfamilienhaus aus biederen Vorstadtträumen und fand sich alljährlich zu einem ungeheueren Spektakel verwandelt.

"Wäre einer der Herren Kriminaltechniker so nett, den Strom wieder anzustellen", rief Brandeisen, "damit wir einen realistischen Eindruck bekommen?"

"Aber bleiben Sie von den Kabeln weg!", riet ein Polizist und ging nach drinnen.

Sekunden später wurde es Licht.

"Grundgütiger!" Der Staatsanwalt war wie geblendet.

Das Haus erstrahlte in weihnachtlicher Beleuchtung. Und nicht nur das Haus. Wie viele Tausend Glühbirnen mochten es sein, die da Dachrinnen und -firste, Fallrohre und Fensterrahmen, Gartenzaun und Garage zierten? Doch nicht nur die Konturen der Gebäude wurden durch schier endlose Lichtschläuche betont. Es gab Eiszapfenvorhänge, Sterne in allen Größen und Farben, stilisierte Schneem änner und Tannenbäume. Im Vorgarten hatte sich eine Gruppe bläulich schimmernder Acrylfiguren einträchtig niedergelassen, Reh neben Eisbär, Eichhörnchen an Robbe - leider lag kein Schnee. Und ein illuminierter Weihnachtsmann, der mit einem Sack auf dem Buckel den Balkon erklomm, durfte natürlich nicht fehlen. Brachte er heuer ein bisschen Geschmack mit? Wohl kaum.

"Das kann man bestimmt aus dem Weltall sehen", staunte Brandeisen. "Wie die belgischen Autobahnen."

Küps zollte dem technischen Aufwand Respekt. "Ungefähr 20.000 Lichter, verteilt auf 22 Stromkreise. Hängt alles an Zeitschaltuhren."

"Der Wahnsinn hat also Methode."

"Ein Mann braucht ein Hobby." Der Kommissar deutete auf ein Kabel, das dem Toten vorsichtig entwunden worden war. "Schauen Sie, die Isolierung ist beschädigt. Direkt unter dem Stecker."

"Haben Sie mich wegen einer defekten Leitung verständigt?", fragte der Staatsanwalt ungläubig. Er hatte von Elektrik keine Ahnung und war schon froh, wenn es ihm gelang, eine Energiesparlampe auszuwechseln.

Küps kniete sich hin. Der Vorgarten war taghell erleuchtet, man konnte jedes Detail erkennen. "Jemand hat das Kabel bis auf den Draht abgeschabt. Und halb durchtrennt, als kein Saft drauf war. Mit einem Taschenmesser, sagt die Spurensicherung."

"Ein Dummejungenstreich?"

"Mord." Küps wusste: Brandeisen, stets interessiert an aufsehenerregenden Delikten, würde sich auch dieses Mal tatkräftig in die Ermittlungen einschalten.

Der Kommissar folgte dem Kabel. Es führte zu einem beleuchteten Rentier mit Schlitten. "Ich stelle mir das so vor: Die Beleuchtung ging an, zu einem festen Zeitpunkt, sagen wir um 17 Uhr. Dieser Stromkreis war als Einziger unterbrochen. Die Lichter blieben aus, oder sie haben geflackert. Fabitsch dachte, dass sich irgendwas gelockert hat. Er packte zu und - dusch ! Aus die Maus."

Brandeisen musterte die Scheußlichkeit. In puncto Weihnachtsbräuche war er konservativer als der Erzbischof. Was hatte ein Rentier, jene Ausgeburt amerikanischer Kommerzialisierungsperfidie, in einem fränkischen Vorgarten verloren?

Der Kommissar ahnte, was im Kopf seines langjährigen Ermittlungspartners vorging. "Und wa

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