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Für eine Handvoll Mäuse Ein Fall für Mrs. Murphy von Mae Brown, Rita (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 25.09.2015
  • Verlag: Ullstein
eBook (ePUB)
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Für eine Handvoll Mäuse

Die neue Zeit hält Einzug in Crozet, Virginia. Genveränderter Mais ist nur ein Beispiel dafür und erregt die Gemüter der traditionsbewussten, aber auch der umweltfreundlich gesinnten Farmer. Bei einer Fahrt übers Land kommen die Haristeens eines Tages an der Morrowdale Farm mit ihren weitläufigen Maisfeldern vorbei. Eine große Schar Krähen macht sich an einer Vogelscheuche zu schaffen. Als sie sich der Figur nähern, der eine Krähe unter dem Strohhut ein Auge auspickt, wird schnell klar, dass unter den abgetragenen Hosen und dem zerknitterten Hemd keine Strohpuppe steckt, sondern ein Toter. Ein schwieriger Fall - der nur mit dem Scharfsinn der ehemaligen Postbeamtin Harry Haristeen und ihrer Katze Mrs. Murphy zu lösen ist.

Rita Mae Brown, geboren in Hanover, Pennsylvania, wuchs in Florida auf. Sie studierte in New York Filmwissenschaft und Anglistik und war in der Frauenbewegung aktiv. Berühmt wurde sie mit dem Titel Rubinroter Dschungel und durch ihre Romane mit der Tigerkatze Sneaky Pie Brown als Co-Autorin.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 256
    Erscheinungsdatum: 25.09.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783843710688
    Verlag: Ullstein
    Größe: 16020kBytes
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Für eine Handvoll Mäuse

1

F air Haristeen, Doktor der Veterinärmedizin, und seine Frau Mary Minor "Harry" Haristeen nahmen sich gern mal einen Sonntag frei, um über die Nebenstraßen von Mittelvirginia zu kurven. Das erinnerte sie an ihre Highschoolzeit, als sie frisch verliebt waren und Fair, angeschlagen vom Football-Spiel, Harry, schmutzig von der Stallarbeit, abgeholt hatte und mit ihr in seinem 1958er Pick-up durch die Gegend gegondelt war. Als sie heute, mehr als zwei Jahrzehnte später, über Land fuhren, saß Fair am Steuer ihres Volvo-Kombis, Harry neben ihm, die Tiere lümmelten sich auf dem Rücksitz.

Mrs. Murphy, die Tigerkatze, Pewter, ihre graue übergewichtige Freundin, und Tucker, die Corgihündin, begleiteten ihre Menschen gewöhnlich überallhin, außer bei starker Hitze. An einem milden Tag wie heute, die Fenster einen Spalt offen, konnten die drei Tiere schlafen oder plaudern, während die Menschen sich unterhielten.

"Ideales Wetter", meinte Fair.

Der 12. Oktober war wahrhaftig ein herrlicher Frühherbsttag - die Sommerwärme hielt lange an in diesem Jahr. Die Wälder sahen aus wie mit Gelb, Orange, Feuerrot, Dunkelrot und Gold besprüht.

"Hey, Miranda hat die Grippe." Harry sprach von ihrer ehemaligen Mitarbeiterin und guten Freundin. "Sie schwört, das Trinken von Elektrolyten wird sie gesund machen. Hat sie aus dem Fernsehen."

Fair schüttelte den Kopf. "Elektrolyte können zwar nützen, aber unsere liebe Miranda scheint mir für Quacksalber empfänglich zu sein."

Beim Betrachten der vorbeigleitenden Landschaft bemerkte Pewter ein hübsches, mit gelben Schindeln verschaltes Bauernhaus. "Quacksalber - klingt irgendwie nach Entenschnattern, quak-quak. Was hat ein Kurpfuscher mit 'ner Ente gemeinsam?"

"Keine Ahnung" , erwiderte Tucker. Die Corgidame war an Pewters Wissbegier gewöhnt. "Sie reden ja auch von 'Schlangen öl'. Ein Quacksalber verkauft Schlangenöl. Zum Verrücktwerden."

"Ha!" , frohlockte Pewter. "Wenn die sich Schlangenöl besorgen, kriegen wir sie vielleicht soweit, dass sie nach Katzenminze süchtig werden."

"Menschen schnupfen keine Katzenminze" , entgegnete Tucker in vollem Ernst.

"Sie sind lernfähig", erklärte die graue Katze im Brustton der Überzeugung.

"Pewter, manchmal denke ich, du bist so überdreht wie fett", sagte der Hund törichterweise.

"Fett!", empörte sich Pewter.

"Du brauchst einen ganzen Sitz für dich allein. Immer wenn wir eine Kurve nehmen, schwabbelt der Speck an deinem Bauch", hänselte Tucker.

Pewter holte aus und landete eine schnelle Rechte auf Tuckers Schulter.

Tucker entblößte knurrend die Reißzähne.

Harry drehte sich um. "Schluss jetzt!"

"Ich hab nichts gemacht" , distanzierte Mrs. Murphy sich von den Streitenden, die sofort auf sie losgingen.

"Arschkriecherin!" Pewter versetzte der Tigerkatze einen Hieb, die ihn prompt erwiderte.

Das Fauchen und Bellen störte Fair dermaßen, dass er am Straßenrand unweit von Hester Martins Obst- und Gemüsestand anhielt.

Harry stieg aus und öffnete die hintere Wagentür. "Wollt ihr wohl Ruhe geben?"

Die drei Tiere sprangen im Kombi ganz nach hinten. Als Harry die Hecktür öffnete, sprangen die Tiere wieder auf ihre Sitze.

Fair konnte sich das Lachen nicht verkneifen, als Harry fluchend beide Türen zuknallte. Sie trat an die Fahrerseite, sein Fenster war heruntergelassen.

"Die wissen, wie sie dir den letzten Nerv rauben", meinte Fair lachend.

"Dir offensichtlich auch. Ich hab schließlich nicht angehalten." Harry sah die Straße hinunter zu dem Stand, einer weißen Schindelbude mit großem Vordach. Die Ware war in adretten bunten Reihen präsentiert. "Hey, lass uns ein paar Bischofsmützen mitnehmen. Hester hat bestimmt noch Kürbisse."

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