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Fallstrick Roman von Binder, Helmut (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 25.10.2013
  • Verlag: Silberburg-Verlag
eBook (ePUB)
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Fallstrick

Ein Mann sitzt im Gefängnis und beteuert seine Unschuld. Es ist schwer, ihm zu glauben, alles scheint gegen ihn zu sprechen. Auch Hermann Florus, Journalist und Gelegenheitsdetektiv im Auftrag einer Versicherung, zweifelt an der Unschuld von Friedemann Leander, der in seiner Strickwarenfabrik einen Brand gelegt und seine Frau ermordet haben soll. Tatsächlich ist Marlene Leander spurlos verschwunden und das gemeinsam geführte Textilunternehmen steckt in erheblichen finanziellen Schwierigkeiten. Liegt hier ein Fall von Versicherungsbetrug vor? Diese Frage führt Florus in die schillernde Welt der Mode, er bekommt Insider-Informationen, hört witzige und traurige Anekdoten aus der Hoch-Zeit der Textilfabrikation auf der Schwäbischen Alb, aber er erfährt auch so manches über deren Niedergang in den 70er- und 80er-Jahren. Hässliche Intrigen und Kampagnen, ein heimlich erklärter Boykott, Produktpiraterie, Werksspionage und dazu die Globalisierung spielen da eine Rolle. Im Verlauf der Recherchen erweist sich der Verdächtigte als Opfer in einem üblen Spiel, das nur wenige Gewinner, aber viele Verlierer kennt - an erster Stelle Leander. Dr. Helmut Binder, Jahrgang 1927, war Textilfabrikant in Hattenhofen (Kreis Göppingen); heute lebt er im Ruhestand in Süßen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 352
    Erscheinungsdatum: 25.10.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783842515901
    Verlag: Silberburg-Verlag
    Größe: 1391 kBytes
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Fallstrick

Der Verdacht

Vorgespräch bei der Versicherung

Wir saßen im zwölften Stock der Verwaltungszentrale der Versicherungsgesellschaft und hörten nach dem einleitenden Vortrag eines Sachbearbeiters an, was uns die Herren Chefs zu sagen hatten.

"Beweise gibt es nicht, der Mann weist jeden Verdacht von sich, verweigert aber jede Mitarbeit bei der Aufklärung mit der stereotypen Begründung, er wisse nichts. Ob es letztendlich zu einem strafrechtlichen Verfahren kommt, ist bei den bislang bekannten Fakten keineswegs sicher. Wenn ja, wird es auf einen Indizienprozess hinauslaufen, mit ungewisser Dauer und ungewissem Ausgang. Auf den Staatsanwalt sollten wir uns nicht verlassen, auch wenn die ersten Ermittlungen geradezu überwältigend starke Indizien ergeben haben.

Sollte der Verdacht gegen Herrn Leander begründet sein, so ist davon auszugehen, dass er klug genug ist, gegebenenfalls Beweise vermieden beziehungsweise durch den Brand selbst vernichtet zu haben. Eine Tatsache, die den Schuldnachweis in Fällen vermuteter Brandstiftung sehr oft unmöglich macht. Der Ausgang eines Strafprozesses aber präjudiziert unsere Leistungspflicht.

Im Prozessfall wird der persönliche und wirtschaftliche Hintergrund des Verdächtigen eine große Rolle spielen. Wir werden daher Herrn Florus mit Ermittlungen beauftragen, die insbesondere das Umfeld des Versicherten betreffen. Wie stets in solchen Fällen wird er insofern nicht in Konkurrenz zu den Ermittlungen der Kriminalpolizei treten."

"Herr Florus", damit wandte er sich an mich, "tragen Sie also alles zusammen, was uns davor bewahrt, zu Unrecht in Anspruch genommen zu werden. Liefern Sie uns einen Bericht, der eine schnelle Beurteilung und Entscheidung nach unserer Interessenlage ermöglicht. Denn unsere Verpflichtungen aus der Betriebsunterbrechungsversicherung steigen mit jedem Tag, den der Versicherungsnehmer durch die Untersuchung verliert.

Wir müssen auch vermeiden, auf Leistung oder gar Schadenersatz wegen Leistungsverzögerung beklagt zu werden, ganz abgesehen davon, dass dies kontraproduktiv wäre im Hinblick auf unsere Werbestrategie, die auf Kunden- und Servicefreundlichkeit baut. Die zuständige Agentur, eine sehr gut berufene, hat nachdrücklich um schnelle und wohlwollende Bearbeitung gebeten und sich im Rahmen dessen, was man menschliches Ermessen nennen könnte, stark für Herrn Leander eingesetzt."

Den letzten Satz hatte Dr. Bell, der Chef der Leistungsabteilung, zugleich an seine anwesenden Kollegen gerichtet. Während seines Monologs war er hinter seinem Schreibtisch mit der dicken Glasplatte auf und ab gegangen, und setzte sich jetzt uns gegenüber in seinen Colani-Sessel.

Ich war dran, der Mann für diffizile Aufgaben, der gelegentlich gerufen wurde, wenn es mehr um Hintergründe ging denn um Fakten, die in Zentimetern messbar waren.

"Was für Vorgänge gibt es bisher?", fragte ich.

"Wenn Sie wissen wollen, wie weit eine unserer Leistungen in der Vergangenheit in Anspruch genommen wurde, hier ist eine Aufstellung der letzten zwanzig Jahre: ein paar kleinere Transportschäden, ein ärgerlicher Fall wegen eines in Mailand ausgeraubten Autos, bei dem der Kunde partout nicht einsehen wollte, dass sein Reisegepäck unterversichert war, da und dort ein unbedeutender Haftpflichtschaden durch eines seiner Firmenfahrzeuge, auch zwei kleinere Transportschäden und zwei von seinen Hunden gemeuchelte Hühner. Alltagsbagatellen, die glatt abgewickelt wurden. Also keine Hinweise auf Inkorrektheiten.

Doch eines sollten wir un

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