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Falsche Haut Thriller von Sachs, Leon (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 17.03.2016
  • Verlag: Emons Verlag
eBook (ePUB)
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Falsche Haut

Frag einen Franzosen nie, was im Zweiten Weltkrieg wirklich passiert ist... Alex Kauffmann; Professor für Geschichte an der Universität Fribourg, muss tief in die Vergangenheit zurückgehen, um herauszufinden, weshalb seine Freundin Natalie mit dem Tod bedroht wird. Zu spät begreift er, dass er damit die Interessen eines mächtigen Geheimbund stört... Ein junger Geschichtsprofessor, der zu tief gräbt. Ein Geheimbund, der vor nichts zurückschreckt. Ein atemloser Thriller, der unter die Haut geht. Leon Sachs heißt im wahren Leben Marc Merten. Nach dem Abitur in seiner Heimat Köln studierte er im schweizerischen Fribourg Medienwissenschaften. Nach einigen Jahren im Beruf als PR-Berater hängte er ein Diplom in Theologie und Religion an der englischen Universität Durham an. Heute lebt und schreibt der Journalist wieder in Köln.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 336
    Erscheinungsdatum: 17.03.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783863589509
    Verlag: Emons Verlag
    Größe: 3402 kBytes
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Falsche Haut

1

Mittwoch, 4. Juni 2014, Fribourg, Schweiz

Alexander Kauffmann wich gerade noch rechtzeitig zurück. Die Klinge verfehlte ihr Ziel nur um Millimeter. Im nächsten Augenblick spürte er, wie die Glocke seines Degens erzitterte. Sein Gegner hatte erneut zugestochen, und nur das Metall, das seine Hand schützte, hatte ihn vor einem schmerzhaften Treffer bewahrt.

Alex entschied sich für den Rückzug. Ihm war klar, dass jeder Fehler sein Ende bedeuten würde. Sein Widersacher hatte es längst aufgegeben, ihn mit einem gezielten Stoß erledigen zu wollen. Er schlug immer wilder um sich, wohl wissend, dass ein einziger Treffer seines Degens, so glücklich er auch sein mochte, Alex den Garaus machen würde.

Noch schaffte es Alex, die Angriffe abzuwehren. Sein Arm funktionierte automatisch, die Reflexe waren eine Kombination aus jahrelangem Training und außergewöhnlicher Auffassungsgabe. Doch Alex wusste, dass ihm all seine Erfahrung jetzt nur noch bedingt helfen konnte. Immer weiter drängte ihn sein Gegenüber zurück. Alex spürte, dass die Wand hinter ihm gefährlich nahe kam. Er musste handeln. Ansonsten war es für ihn in wenigen Sekunden aus und vorbei.

Da erkannte er seine Chance. Die vielleicht einzige, die ihm noch blieb. Alex blockte eine weitere Attacke seines Gegners ab und schoss im nächsten Augenblick blitzschnell nach vorn. Der Mann hatte keine Chance. Alex bohrte ihm die Klinge seines Degens in die Brust. Für einen Augenblick schien die Welt stillzustehen. Sein Gegenüber blickte erstaunt an sich herab. Der elastische Stahl der Klinge drückte auf seine Schutzweste und bog sich unter der Spannung, ehe sich Alex aus dem Ausfallschritt löste, zurücktrat und die Waffe zum Gruß hob.

Gemeinsam verließen sie die Planche, streiften ihre Masken ab, warfen die Waffen achtlos auf ihre Sporttaschen und ließen sich auf eine Bank fallen. Mit dem Rücken an die Wand der Sporthalle gelehnt, beobachtete Alex das Treiben auf den anderen Bahnen. Vier weitere Paare duellierten sich. Andere Fechter machten Pause. Alles Studenten der Universität Fribourg und alle, wusste Alex, nicht älter als Mitte zwanzig. Alle außer ihm selbst.

Eigentlich gehörte er hier längst nicht mehr hin. Nicht nur wegen seiner mittlerweile sechsunddreißig Jahre. Sondern auch, weil einige der Studenten hier im Raum in seinen Vorlesungen saßen. So wie der junge Miguel, dem er gerade eine Lehrstunde erteilt hatte.

Im Prinzip hielt Alex wenig davon, wenn sich Professoren unter Studenten mischten. Manche erklärten, sie wollten ein Gespür für das Leben der nächsten Generation bekommen. Alex hielt das für Augenwischerei. Er wusste genau, dass sich die jungen Leute in seiner Gegenwart anders verhielten, als wenn er nicht in ihrer Nähe war. Andere Kollegen sagten offen, sie würden sich jünger fühlen, noch einmal wie Studenten, wenn sie sich abends mit jenen trafen, die tagsüber noch in den Hörsälen gesessen und über ihren Professor gelästert hatten. "Eine lockerere Atmosphäre als bei Sprechstunden", schwärmten sie dann und vergaßen in Alex' Augen völlig, wie wichtig es war, Distanz zu wahren.

Dass er diese Distanz selbst verletzte, indem er jede Woche zum Fechttraining der Studenten ging, war einzig und allein seinem sportlichen Ehrgeiz geschuldet. Er wollte sich beweisen, sich mit Jüngeren messen, sich zeigen, dass er noch nicht zum alten Eisen gehörte. Wenn jemand versuchte, ihn während des Trainings in private Gespräche zu verwickeln, blockte er ab. Er war hier, um zu trainieren. Nicht mehr und nicht weniger. Hier konnte er sich mit den Besten der Universität messen und steckte die meisten doch noch immer in die Tasche.

Abgesehen davon war Fechten für ihn nicht irgendein Sport. Es lehrte ihn, geduldig zu sein, zu beobachten, sein Gegenüber zu analysieren, wie beim Schach den nächsten Zug vorherzusehen und, noch während der Gegner glaubte, ihn mit einem An

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