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Falscher Ort, falsche Zeit Ein Leonid-McGill-Roman von Mosley, Walter (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.11.2011
  • Verlag: Suhrkamp
eBook (ePUB)
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Falscher Ort, falsche Zeit

Die Machenschaften eines dubiosen Auftraggebers zwingen Leonid McGill in das dunkle Herz Manhattans hinab. Dabei müßte der Privatdetektiv erst einmal darüber hinwegkommen, daß seine Geliebte einen Neuen hat, und verhindern, daß seine Söhne kriminell werden. Als er bei seinen Ermittlungen durch Zufall in einen Mord verwickelt wird, hat er dann aber doch ganz andere Sorgen ... Leonid McGills Familie ist alles andere als harmonisch: Seine Frau Kathrina liebt er nicht, zwei von drei Kindern sind nicht von ihm, und sein einziger leiblicher Sohn haßt ihn. Doch Harmonie ist ohnehin Leonids Sache nicht. Dafür hat er sich früher zu oft und zu lange mit den falschen Leuten eingelassen. Einer von ihnen ist Alphonse Rinaldo, der Mann, der in New York die Strippen zieht. Und auch wenn man besser vermeiden sollte, einen Auftrag von Rinaldo anzunehmen, ist es genauso wenig ratsam, einen solchen auszuschlagen. Leonid macht sich also auf die Suche nach der Frau, die dem Strippenzieher Sorgen bereitet. Und prompt findet er sich als Hauptverdächtiger in einem Mordfall wieder.

Walter Mosley, geboren 1952 in Los Angeles, wurde mit seinem ersten Roman schlagartig bekannt: Teufel in Blau wurde nicht nur von Präsident Clinton zur Lektüre empfohlen, sondern auch mit Denzel Washington erfolgreich verfilmt. Seitdem ist jedes seiner Bücher ein New York Times-Bestseller. Walter Mosley lebt in New York.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 415
    Erscheinungsdatum: 16.11.2011
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783518755808
    Verlag: Suhrkamp
    Serie: Leonid McGill Bd.2
    Originaltitel: Known to Evil
    Größe: 1947kBytes
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Falscher Ort, falsche Zeit

2

Als ich mich von meinem Stuhl erhob und in den Flur ging, fühlte ich mich wie ein Vertriebener, wie ein anderer Mann oder vielleicht auch derselbe in einer ähnlichen, aber vollkommen anderen Welt: der arme Malocher, der im Lotto gewinnt und eines Tages plötzlich merkt, dass der Reichtum sein Blut in Essig verwandelt hat.

"Hallo?", sagte ich in den Hörer.

Ich erwartete einen Bekannten oder vielleicht auch eine Kreditkartenfirma, die wegen einer verdächtigen Lastschrift nachfragte. Niemand, mit dem ich geschäftlich zu tun hatte, kannte meine Privatnummer. Das Business, in dem ich arbeitete, war nichts für unschuldige Ohren.

"Leonid", sagte eine männliche Stimme, "hier ist Sam Strange."

"Warum rufen Sie mich zu Hause an?", fragte ich, denn Strange war zwar der Laufbursche von Alphonse Rinaldo, einer der heimlichen Stützen des politischen und wirtschaftlichen Systems von New York, doch nicht einmal ihm durfte ich durchgehen lassen, mein Familienleben zu stören, wie immer das auch aussehen mochte.

"Der Big Boss hat angerufen und gesagt, es ist ein Notfall", sagte Strange.

Sam arbeitete für den allem Anschein nach selbst ernannten Sonderbevollmächtigten der Stadt New York. Ich sage allem Anschein nach, weil Alphonse Rinaldo zwar definitiv mit dem Rathaus in Verbindung stand, aber niemand seine genaue Arbeitsplatzbeschreibung oder das volle Ausmaß seiner Macht kannte.

Ich hatte ein paar dubiose Aufträge für den Mann erledigt, bevor ich beschlossen hatte, ehrlich zu werden. Doch auch wenn ich mich nicht mehr in kriminelle Aktivitäten verwickeln ließ, konnte ich es mir nicht leisten, ihn abzuweisen, ohne ihn anzuhören.

"Was wollen Sie?", fragte ich.

"Er möchte, dass Sie Kontakt zu einer jungen Frau namens Tara Lear aufnehmen."

Sam sprach Rinaldos Namen nur sehr selten, wenn überhaupt je aus, als hätte er einen inneren Zensor wie die Drucker in alten Zeiten, die den Namen Gottes in Büchern nie ausschrieben.

"Warum?"

"Er will nur, dass Sie mit ihr sprechen und sich vergewissern, dass alles in Ordnung ist. Er hat mir aufgetragen, Ihnen zu sagen, dass er es als großen Gefallen ansehen würde."

Dem Sonderbevollmächtigten Rinaldo einen Gefallen tun zu können, war wie ein Sechser im Lotto mit Superzahl. Wenn ich nicht aufpasste, würde mein Blut sich in hoch verdichteten Raketentreibstoff verwandeln.

Nicht zum ersten Mal fragte ich mich, ob ich meiner lasterhaften Vergangenheit je entkommen würde.

"Leonid", sagte Sam Strange.

"Wann soll ich diese Frau gefunden haben?"

"Sofort ... heute Abend. Und Sie müssen sie auch nicht finden. Ich kann Ihnen ganz genau sagen, wo sie sich aufhält."

"Wenn Sie wissen, wo sie ist, warum sagen Sie es ihm nicht einfach, und er kann selbst mit ihr sprechen?"

"Er möchte es so."

"Warum gehen nicht Sie?"

"Er will Sie, Leonid."

Ich hörte, wie Twill im Esszimmer etwas sagte, verstand jedoch nicht, was. Seine Mutter und Shelly lachten.

"Leonid", sagte Sam Strange noch einmal.

"Jetzt gleich?"

"Unverzüglich."

"Sie wissen, dass ich mittlerweile versuche, ehrlich zu bleiben, Sam."

"Er bittet Sie bloß darum, mit dieser Frau zu sprechen. Um sich zu vergewissern, dass es ihr gut geht. Das ist nichts Illegales."

"Und soll ich ihr sagen, dass Mr. Rinaldo sich um sie sorgt, jedoch nicht selber kommen konnte?"

"Sie erwähnen weder seinen Namen, noch be

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