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Falschmalerei Ein Baden-Württemberg-Krimi von Weichold, Dietrich (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 06.12.2012
  • Verlag: Silberburg-Verlag
eBook (ePUB)
2,99 €
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Falschmalerei

Kommissar Kupfer wird ins Schönaicher Gewerbegebiet gerufen. Ein Möbel- und Antiquitätenhändler ist in seinem Büro niedergeschlagen worden. Am Tatort ein verdächtiges Pärchen: der Mann, ein Maler namens Fritz 'Diego' Tauscher, verwickelt sich schnell in Widersprüche. Aber vieles ist nicht so, wie es auf den ersten Blick scheint, klar ist nur, dass es bei diesem Mordfall - das Opfer stirbt kurze Zeit später - um richtig viel Geld geht. Seine Ermittlungen führen Kommissar Kupfer in Fälscherwerkstätten und Künstlerateliers, er taucht ein in eine eng vernetzte Kunstfälscher-Szene, die mit billigen Kopien horrende Profite erzielen. Dabei fällt Licht in die Dunkelkammern eines spekulativen Kunstbetriebs mit windigen Akteuren und geltungssüchtigen Möchtegern-Mäzenen, die sich zwischen Fälschung und Wahrheit allzu häufig für den schönen Schein entscheiden - mit tödlichen Folgen! Dietrich Weichold, geboren 1944, studierte in Tübingen Germanistik und Anglistik. Bis zu seiner Pensionierung 2008 unterrichtete er Deutsch, Englisch und Spanisch an verschiedenen Gymnasien in Tübingen, Madrid und Rottenburg. Neben kleineren Veröffentlichungen für den Schulgebrauch ist bisher ein Kriminalroman von ihm erschienen. Er lebt mit seiner Frau in Ammerbuch-Entringen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 272
    Erscheinungsdatum: 06.12.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783842515369
    Verlag: Silberburg-Verlag
    Größe: 1199 kBytes
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Falschmalerei

1

Kriminalhauptkommissar Siegfried Kupfer zog verbissen am Korkenzieher und bekam seine Rotweinflasche nicht auf. Er stellte sie auf den Tisch, schüttelte seine Hand locker und stöhnte: "Das darf nicht wahr sein."

Dann versuchte er es ein zweites Mal. Er hielt den Atem an, blies die Backen auf und wurde rot im Gesicht. Der Korken kam. Sein Seufzer der Erleichterung wurde vom Telefon übertönt. Er nahm ab. Seine Miene verfinsterte sich.

"Ich bin gleich da", sagte er und legte auf. "Verdammt, warum müssen sich die Leute ausgerechnet am Freitagabend den Schädel einschlagen!"

"Was ist denn schon wieder?" Marie Kupfer sah ihren Mann mitleidig an.

"Irgendjemand hat draußen im Schönaicher Gewerbegebiet einem Möbelhändler eins über den Schädel gezogen. Ein Pärchen hat ihn gefunden, in seinem Büro." Er zog den Korken vollends aus der Flasche.

"Du trinkst jetzt aber nichts?", fragte Marie erstaunt.

"Natürlich nicht, aber ein bisschen Luft tut dem gut, bis ich wieder da bin. Stell ihn bitte in den Keller. Sonst wird er zu warm."

Es war den ganzen Tag drückend schwül gewesen, eine bedrohlich dunkle Wolkenwand war von Südwesten her übers Gäu herangezogen und entlud sich seit zehn Minuten in einem großartigen Gewitter über Böblingen. Ein Blitz folgte dem andern, der Donner rollte fast ununterbrochen über den Himmel, und der Starkregen prasselte gegen Fenster und Hauswand. Als Kupfer in der Diele seine Regenjacke anziehen wollte, stand er plötzlich im Dunkeln. "Auch das noch!"

Marie kam mit einer Taschenlampe aus der Küche. "Nimm auch einen Schirm."

"Den dreht's mir bloß um."

"Iss doch noch etwas, wenigstens einen Bissen. Du weißt ja gar nicht, wann du wiederkommst."

Sie hielt ihrem Mann ein Stück Brot mit Käse hin, das er in der Dunkelheit nicht richtig sehen konnte. Aber er biss ab, murmelte so etwas wie "danke" und verließ kauend sein Haus in der Böblinger Jägerstraße.

Ringsum war es zappenduster. Er zog sich die Kapuze über, hielt den Kragen zu und rannte leicht gebückt zu seinem Auto. Es schüttete wie aus Eimern, der Scheibenwischer konnte keine klare Sicht schaffen, auch nicht im schnellsten Gang.

Bevor er in die Stuttgarter Straße einbog, zögerte er einen Moment. Über die Panzerstraße durch den Wald nach Schönaich zu fahren, wäre der schnellste Weg gewesen, den er aber nicht riskieren wollte. Ein umgestürzter Baum würde genügen, dachte er, und aus wäre es mit dem Zeitgewinn. Also bog er nach rechts ab und fuhr langsam durch das dunkle Stadtzentrum. Glücklicherweise waren die Straßen fast leer, aber überall schoss das Wasser die Fahrbahn hinunter und staute sich da und dort zu tiefen Lachen. Jedes Mal, wenn ein entgegenkommendes Fahrzeug vorüberfuhr, trommelte das Wasser gegen die Karosserie. Als er die Hochhäuser rechts der Schönaicher Straße passierte, gingen die Lichter wieder an, was ihm aber wenig nützte. Die schlechte Sicht und das Wasser auf der Straße zwangen ihn, langsam zu fahren. Überall lagen Blätter und kleinere Zweige auf der Fahrbahn, und er musste damit rechnen, dass plötzlich ein ganzer Ast auf der Straße lag. Aber er hatte Glück. Er atmete erleichtert auf, als er die Allee schließlich hinter sich hatte und ein paar hundert Meter hinter dem Rauhen Kapf nach lin

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