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FASTENPREDIGT IN UNTERFILZBACH Krimikomödie aus Niederbayern von Adam, Eva (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 28.02.2019
  • Verlag: Luzifer Verlag
eBook (ePUB)
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FASTENPREDIGT IN UNTERFILZBACH

Wahlkampf im niederbayerischen Dorf Unterfilzbach: Nach seiner erfolgreichen Verbrecherjagd wird der Bauhofangestellte Hansi Scharnagl plötzlich als 'Held' von allen Parteien umworben. Doch seine Frau Bettina fühlt sich vernachlässigt und da kommt es ihr ganz recht, ein bisschen vom zwielichtigen Baulöwen Harald Schmal umgarnt zu werden. Der soll die Seniorenresidenz 'Zum ewigen Licht' erweitern und braucht wieder einmal Kredit von der örtlichen Sparkasse. Doch als deren hinterfotziger Filialleiter Roman Groß nach seiner deftigen Fastenpredigt plötzlich spurlos verschwindet, gerät die Wahl in den Hintergrund und das ganze Dorf steht Kopf ... Der zweite Fall für Hansi und seinen Kollegen Sepp vom Bauhof. Als bayerisches 'Landei' wuchs Eva Adam, Jahrgang 1975, im kleinen Bodenmais im idyllischen Bayerischen Wald auf. Nach beruflichen Stationen als Steuersekretärin und in der internationalen Fünfsterne-Hotellerie, ist sie heute als Event Managerin wieder in ihrem Heimatort tätig. Dort lebt sie mit ihrer Familie und zwei Hunden.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 300
    Erscheinungsdatum: 28.02.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783958353381
    Verlag: Luzifer Verlag
    Serie: Unterfilzbach .2
    Größe: 2060 kBytes
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FASTENPREDIGT IN UNTERFILZBACH

Hello again

"Hello again, isch sag einfach hello again ...", trällerte Hansi Scharnagl aus voller Kehle im absoluten Schlagertaumel.

Es war eine große Freude gewesen, als der bekennende Schlagerfan von seiner Frau Bettina zu Weihnachten zwei Karten für das große Schmachtfetzen-Festival in der bayerischen Hauptstadt überreicht bekommen hatte. Lieder, die das Herz berühren - der große Schlagerabend für Herzensbrecher las Hansi auf den Eintrittskarten und war den Tränen nahe. Dabei hatte Bettina dieses Geschenk nicht ohne Hintergedanken ausgewählt. In den letzten Monaten war Hansi im totalen Helene-Fischer-Wahn und das ging seiner Familie inzwischen dermaßen auf die Nerven, dass die erstgeborene Scharnagl-Tochter Isabelle ihre Mutter hochoffiziell auf die nicht mehr auszuhaltende heimische Wohnsituation aufmerksam machte.

"Mama, wenn du dem Papa jetzt nicht bald dieses ewige saudumme Atemlos verbietest, dann zieh ich aus. Den ganzen Tag dasselbe Lied, das ist ja der reinste Psychoterror."

Bettinas und Hansis einziger Sohn, Hansi junior, war in Sachen Geduld eigentlich recht stoisch. Aber sogar er wäre für eine Abwechslung in der Musikauswahl seines Vaters dankbar gewesen.

"Also da hat Isa ausnahmsweise mal echt recht, Mama. Ich pack das auch bald nimmer. Wie soll ich mich denn da auf meine Gesellenprüfung konzentrieren? Du weißt ja, wie blöd ich das Lernen eh schon find", seufzte der Stammhalter und angehende Elektriker am Frühstückstisch bei der Helene-Fischer-Krisensitzung, die Isabelle anberaumt hatte.

Das Nesthäkchen Indira trat dieser ziemlich anstrengenden und nervigen Situation recht pragmatisch entgegen. Sie war seit Wochen daheim nur noch mit Kopfhörern unterwegs, die sie mit ihrer eigenen Musik aus ihrem Handy beschallten. Aber auch die Sechzehnjährige sah in der Atemlos- Dauerschleife im Scharnagl'schen Zuhause ein Problem, das beseitigt werden musste. Letztendlich hatte dann auch die blitzgescheite Indira die hoffentlich rettende Idee.

"Wir müssten ihm einfach neue Eindrücke verschaffen. Papa müsst vielleicht selber sehen, was es sonst noch so an anderen Schnulzensängern gäb. Schau mal in die Zeitung, Mama, da stehen doch immer Konzerttipps. Vielleicht gehst mit ihm mal auf ein Festival, aber mit mehreren verschiedenen Künstlern. Auch wenn wir dann am Ende statt Helene noch ständig diese Andrea Berg in den Wascheln haben. Aber wenn es schon Schlager sein muss, dann wenigstens nicht immer nur ein einziges Lied."

So war die Idee vom manipulativen Weihnachtsgeschenk für das Familienoberhaupt geboren.

Und so standen Hansi und sein Zuckerschoaserl Bettina nun zusammen mit weiteren 14.998 Besuchern mittleren Alters in der ausverkauften Olympiahalle. Dicht gedrängt in der dritten Reihe vor der Bühne lauschten sie gerade den ganz großen Hits von Howard Carpendale.

"Mei Bettina, hör mal, wie der singen kann. Diese Leidenschaft und dieses G'fühl. Ist das nicht schön?" Hansi war hin und weg von dem blonden Schmachtsänger mit der frischen Föhnwelle.

"Aber freilich, mein Bärle, wunderbar", gab Bettina ihrem geliebten Ehemann recht. Bettina war ein sehr harmoniebedürftiger Mensch.

Hansi kam aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Links und rechts neben ihm waren lauter aufgebrezelte, fast hysterische Frauen mittleren Alters, die beim Anblick des blonden Hünen im Scheinwerferlicht total auszuflippen schienen. Die durchaus attraktive und sehr elegante Frau neben Hansi, die vermutlich im echten Leben als Anwältin oder Ärztin absolute Souveränität ausstrahlte, war so was von aus dem Häuschen, dass sie tatsächlich ihren BH auszog und auf die Bühne warf. Dem Konzertbesucher Scharnagl fiel die Kinnlade herunter. Bei genauem Hinschauen stellte Hansi fast ein wenig schockiert fest, dass sie nicht die einzige BH-Werferin war. Das gab es wirklich und tatsä

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