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Federgrab Thriller - Ein Fall für Kommissar Munch 2 von Bjørk, Samuel (eBook)

  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
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Federgrab

Aus einem Jugendheim bei Oslo verschwindet ein siebzehnjähriges Mädchen. Einige Zeit später wird sie tot im Wald gefunden - gebettet auf Federn, umkränzt von einem Pentagramm aus Lichtern und mit einer weißen Blume zwischen den Lippen. Die Ermittlungen des Teams um Kommissar Holger Munch und seine Kollegin Mia Krüger drehen sich im Kreis, bis sie von einem mysteriösen Hacker kontaktiert werden. Er zeigt ihnen ein verstörendes Video, das neue Details über das Schicksal des Mädchens enthüllt. Und am Rande der Aufnahmen ist der Mörder zu sehen, verkleidet als Eule - der Vogel des Todes ...

Hinter dem Pseudonym Samuel Bjørk steht der norwegische Autor, Dramatiker und Singer-Songwriter Frode Sander Øien. Er veröffentlichte zwei hochgelobte Romane sowie sechs Musikalben, bevor er seinen ersten Thriller "Engelskalt" schrieb, der auf Anhieb ein internationaler Bestseller wurde.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 512
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641182472
    Verlag: Goldmann
    Serie: Holger Munch 2
    Originaltitel: Uglen
    Größe: 3127 kBytes
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Federgrab

- 4 -

Holger Munch verspürte eine gewisse Verärgerung, aber auch eine Art Erleichterung, als er zum ersten Mal seit zehn Jahren sein altes Zuhause betrat. Verärgerung, weil er sich dazu bereit erklärt hatte, Marions Geburtstag hier oben zu feiern. Erleichterung, weil es ihm davor gegraust hatte, sich den alten Erinnerungen zu stellen, er hatte nicht so recht gewusst, wie er damit umgehen sollte, aber das Haus, in dem er jetzt stand, hatte keine Ähnlichkeit mehr mit dem alten. Sie hatten renoviert. Einige Wände herausgerissen. In anderen Farben gestrichen. Munch ertappte sich zu seiner Überraschung bei dem Gedanken, dass sein früheres Zuhause eigentlich recht gut aussah, und je mehr er sich umblickte, umso ruhiger wurde er. Er konnte auch keine Spur von Rolf entdecken, dem Lehrer aus Hurum. Vielleicht würde es doch kein so ganz furchtbarer Nachmittag werden?

Marianne hatte ihn in der Tür empfangen, mit derselben Miene wie immer, wenn sie sich treffen mussten, ob nun zu Konfirmationen, Geburtstagen oder Beerdigungen, immer mit einem höflichen und freundlichen »Hallo«. Keine Umarmung, keine Zuneigungsbeweise, aber ohne Bitterkeit, Enttäuschung oder Hass in den Augen wie die ersten Male nach der Scheidung. Nur ein knappes, aber dennoch freundliches Lächeln, willkommen, Holger, setz dich doch schon mal ins Wohnzimmer, ich muss noch den Kuchen für Marion verzieren, sechs Kerzen. Stell dir das vor, dass sie schon so groß ist!

Munch hängte seinen Dufflecoat im Flur auf und wollte das Geschenk ins Wohnzimmer bringen, als er einen Freudenschrei hörte, gefolgt von eifrigen Schritten auf der Treppe aus dem ersten Stock.

»Opa!«

Marion kam auf ihn zugerannt und umarmte ihn fest.

»Ist das für mich?«, fragte die Kleine und starrte das rosa Geschenk aus großen Augen an.

»Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag«, sagte Munch lächelnd und streichelte die Haare seiner Enkelin. »Na, wie fühlt es sich an, sechs Jahre alt zu sein?«

»Nicht viel anders eigentlich, fast genau wie gestern mit fünf«, sagte Marion altklug und strahlte, ohne das Geschenk aus den Augen zu lassen. »Darf ich das jetzt aufmachen, Opa, sofort? Ach bitte, darf ich?«

»Wir müssen eigentlich erst noch das Geburtstagslied singen«, sagte Miriam, die jetzt auch aus dem ersten Stock heruntergekommen war.

Sie kam auf Munch zu und umarmte ihn.

»Wie schön, dass du kommen konntest, Papa. Geht es dir gut?«

»Mir geht's gut«, sagte Munch und half ihr, das große Geschenk ins Wohnzimmer zu bringen, zu einem Tisch, auf dem schon mehrere Geschenke lagen.

»Ach, alles ist für mich, können wir nicht bald ...«, bettelte die Kleine, es war deutlich, dass sie fand, sie warte schon viel zu lange.

Munch schaute zu seiner Tochter hinüber und erntete ein Lächeln. Es tat ihm gut, ihren Blick zu sehen. Ihr Verhältnis war nach der Scheidung gelinde gesagt alles andere als gut gewesen, aber seit einigen Monaten schien der Hass, den Miriam ihm in all den Jahren entgegengebracht hatte, langsam zu verschwinden.

Zehn Jahre. Ein kühles Verhältnis zwischen Vater und Tochter. Wegen der Scheidung. Weil er zu viel gearbeitet hatte. Und dann, seltsamerweise, hatte seine Arbeit sie wieder näher zusammengebracht, als ob es auf der Welt doch so etwas wie Gerechtigkeit gäbe. Keine sechs Monate zuvor, ein großer Fall, vielleicht einer der schwersten der Einheit, und Miriam und Marion waren sogar darin verwickelt gewesen. Die fünf Jahre alte Marion war von einem kranken Menschen entführt worden, und man hätte meinen können, das hätte zu einer noch größeren Distanz zwischen Munch und seiner Tochter geführt, aber das Gegenteil war der Fall gewesen. Miriam hatte ihn überhaupt nicht verantwortlich gemacht, sie war einfach nur überglücklich gewesen, weil die Einheit den Fall gelöst hatte. Eine Art neuer Respekt. Er glaubte, das in ihrem Blick zu bemerken, sie sah ih

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