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Feinde Thriller von Saygin, Susanne (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.09.2018
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Feinde

Für den türkischstämmigen Polizisten Can und das Ermittlungs-Team um seine Vorgesetzte Simone fängt alles mit einem Doppelmord im Roma-Milieu in einer deutschen Großstadt an. Doch dieses Verbrechen zieht schnell weite Kreise: Korruption, Menschenhandel und das Schicksal derjenigen, die von der Gesellschaft nichts mehr zu erwarten haben, sind der Schmelztiegel, in dem sich dieser fesselnde, emotionale und realistische Roman um das Leben und Überleben in unserer heutigen Zeit entfaltet. Der Polizist Can tut alles, um die Wahrheit zu finden und gleichzeitig seine Menschlichkeit nicht zu vergessen. Sein Kampf gegen die eigene Fehlbarkeit ist zugleich eine kraftvolle Suche nach Erlösung und Liebe.

Susanne Saygin, geboren 1967, aufgewachsen im Rheinland, Geschichtsstudium in Köln und Cambridge, Promotion in Oxford. Danach Tätigkeit im akademischen Projektmanagement und in der freien Wirtschaft (u.a. im Umfeld der ersten deutschen Bundesliga). Die Autorin mit deutsch-türkischen Wurzeln hatte ihren Lebensmittelpunkt knapp zwanzig Jahre lang in Köln. Seit 2010 lebt und arbeitet sie in Berlin. Für ihren Debütroman "Feinde" hat die Autorin über fünf Jahre lang recherchiert.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 352
    Erscheinungsdatum: 10.09.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641201616
    Verlag: Heyne
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Feinde

2

Anderthalb Stunden später riss ihn der Wecker aus dem Schlaf. Can duschte und machte sich einen Kaffee. Auf dem Tisch lag die neueste Ausgabe des Kölnischen Morgen . Isa musste sie in der Nacht mitgebracht haben. "Doppelmord am Schrottstrich" sprang ihn von der Titelseite an. Simone hatte gute Arbeit geleistet: Der Artikel deutete zwar einen sexuellen Hintergrund der Tat an, verschwieg aber, wie die Männer umgekommen waren. Can legte das Blatt zur Seite. Er kippte seinen inzwischen lauwarmen Espresso herunter und machte sich auf den Weg zur Arbeit. Über Nacht hatte es kaum abgekühlt, der Himmel war milchig-weiß, und die Menschen auf der Straße bewegten sich träge wie unter feuchten Lappen.

Um kurz nach sieben war Can im Büro. Zwanzig Minuten später saß er mit Simone, Aldenhoven und Terzuolo in der Einsatzbesprechung.

In der Gerichtsmedizin waren zwei Mitarbeiter ausgefallen, mit den Obduktionsergebnissen war daher erst am nächsten Tag zu rechnen. Die Identität der Toten war weiterhin ungeklärt. Terzuolo und Aldenhoven hatten die Fotos und Fingerabdrücke der Ermordeten an die Kollegen in den anderen Dezernaten und ans LKA gegeben - bislang ergebnislos. Die Rückmeldung vom BKA und von Europol stand ebenfalls noch aus. Auch auf das Amtshilfeersuchen bei der Polizei in Plovdiv hatten sie noch keine Reaktion. Ihr einziger Ansatzpunkt war, dass die Männer am Wertstoffhof die Ermordeten gekannt hatten. Allerdings wusste sie nicht, wo sich die Müllstricher seit gestern aufhielten. Sie konnten nur darauf hoffen, dass sich Jossif Babatov, der Junge, dem Can seine Karte zugesteckt hatte, melden würde - und selbst dann war die Frage, wie viel seine Aussage wert sein würde.

Sie einigten sich darauf, dass Terzuolo und Aldenhoven im Präsidium die Stellung halten würden, während Can und Simone weiter auf der Straße ermittelten.

Um kurz nach acht fuhren sie los. Can hatte eine Liste mit den Kölner Übergangswohnheimen für Asylbewerber auf dem Schoß.

"Wo fangen wir an?", fragte Simone. "Silo-Ranch?"

"Der Asylantenbunker in Nippes? Der ist schon seit zwei Jahren geräumt."

"War auch Zeit."

Anfang der siebziger Jahre hatte die Stadt einen zwölfstöckigen Stahlbetonkasten mit Sozialwohnungen direkt neben der Nippeser Hochbahntrasse hochziehen lassen. Weil in dem Haus niemand freiwillig wohnen wollte, waren die Behörden dazu übergegangen, dort einen Teil des menschlichen Treibguts zwischenzulagern, das auf der Suche nach Asyl in Köln anlandete. In den schlimmsten Zeiten waren rund fünfhundert Menschen in dem Haus einquartiert gewesen. Viele von ihnen kamen aus Bürgerkriegsgebieten, Gewalt hatte ihren Alltag schon lange vor der Kasernierung in dem völlig überfüllten Heim bestimmt. Can und seine Kollegen waren damals fast täglich vor Ort gewesen. Wenn sie in das Gebäude reinmussten, dann nur mit kugelsicheren Westen.

"Was ist mit den Leuten, die dort untergebracht waren?", fragte Simone.

"Abgeschoben. Oder auf andere Heime verteilt."

"Haben sie das Ding danach wenigstens endlich gesprengt?"

"An einen Investor abgestoßen. Der hübscht den Bau gerade auf und will die Wohnungen dann ganz normal vermieten."

"Wer soll da wohnen? Der Kasten hat doch noch nie funktioniert."

"Hartz IV geht immer. Das neue Bezirksrathaus ist ja jetzt auch gleich vor der Tür, da haben es die Leute dann nicht so weit zum Jobcenter."

Simone trat scharf auf die Bremse, um nicht mit dem Mercedes eines Jungtürken zusammenzustoßen, der ihnen nahezu mittig auf der Straße entgegenkam.

"Scheißausländischermitbürger", murmelte sie.

Eine Viertelstunde später fuhren sie vor einem Übergangsheim in Niehl vor. Die Fassade der dreistöckigen Flachdachbauten aus den sechziger Jahren war frisch gestrichen.

"Sieht doch ganz ordentlich aus", meinte Can. "Hast du mit dem Leiter einen Termin ausg

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