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Feindesland Thriller von Sternbergh, Adam (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 31.08.2015
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Feindesland

Das Ende ist nah
Terroristen haben New York zweimal in die Luft gesprengt. Das World Trade Center und den Times Square. Beides hat einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Eine Weile lang ist es ruhig gewesen. Kein Wunder, wenn alle nur träumen. Aber jetzt scheinen die Terroristen tatsächlich einen Weg gefunden zu haben, in die Träume einzudringen ... Spademan stellt sich ihnen entgegen.

Bevor ADAM STERNBERGH Romanautor wurde, war er Kulturredakteur des New York Times Magazine und Chefredakteur beim Magazin New York. Seine Artikel erschienen in diversen Publikationen wie GQ, The Times und beim Radioprogramm 'This American Life'. Spademan war sein Debütroman, der für den Edgar Award nominiert wurde. Er lebt in Brooklyn, New York.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 368
    Erscheinungsdatum: 31.08.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641125936
    Verlag: Heyne
    Serie: Spademan Bd.2
    Originaltitel: Near Enemy
    Größe: 741 kBytes
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Feindesland

2

Dies war früher eine Stadt der Schlösser.

Mindestens fünf Stück an jeder Eingangstür, wie bei einem Tresor.

Kettenschloss.

Kastenschloss.

Knaufschloss.

Bolzenschloss.

Aber niemand in New York macht sich mehr die Mühe mit so vielen Schlössern. Die Stadt ist sicherer geworden. Oder zumindest unbelebter. Die Häuser stehen leer. Und keiner macht sich mehr die Mühe, irgendwo einzubrechen, denn es gibt nichts mehr zu klauen. Alles ist restlos geplündert, und jeder, der noch in Manhattan lebt und irgendwas Wertvolles zu beschützen hat - Familie, Würde, die Baseball-Karten-Sammlung -, tut das mit einer Schrotflinte und nicht mit einem Bolzenschloss. Das eigentliche Problem für einen Einbrecher ist nicht reinzukommen, sondern wieder rauszukommen.

Wenn man genügend Gewalt anwendet, gibt jedes Bolzenschloss nach.

Aber Schrotflinten sind erbarmungslos.

Natürlich besitzen die Reichen immer noch jede Menge Luxuskram. Nur bewahren sie den Luxuskram nicht mehr hier draußen auf.

Hier draußen brauchen sie nur noch ein Bett und eine Verbindung.

Alles andere horten sie in der Limnosphäre.

Und wenn man reich ist, so reich, dass man den ganzen Tag seinen Körper verlassen, sich einklinken und in die Limnosphäre abtauchen kann, dann wohnt man vermutlich irgendwo hermetisch abgeriegelt in einem Glasturm, beschützt von Code-Schlössern und Portiers, die rund um die Uhr mit Schrotflinten auf den Knien die Straße beobachten.

Wo man ganz sicher nicht wohnt, wenn man reich ist, ist hier: eine geduckte, weitläufige, baufällige Wohnsiedlung wie Stuyvesant Town, nahe genug am Ufer, um den Fluss riechen zu können. Ein paar Dutzend Ziegel-Apartmenthäuser scharen sich um Innenhöfe, in denen das Gras längst braun und verdorrt ist. Dort verrotten auf Spielplätzen verbeulte Rutschen, schief an Ketten hängende Schaukeln, mit Rostekzemen übersäte Eisen-Schaukeltiere, befallen von irgendeiner ekligen Schaukeltier-Krätze. Diese Apartmenthäuser sind in etwa so einladend wie Gefängnisse der niedrigen Sicherheitsstufe, nur fehlen hier die Sportplätze, die Zäune und die Wachleute, die einschreiten, wenn jemand abzuhauen versucht.

Und deshalb sind auch alle abgehauen.

Die Anlage ist eine Geisterstadt.

Die Lobby steht jedem weit offen.

Nur hereinspaziert.

Stuyvesant Town wurde vor Dekaden für die Mittelklasse gebaut, damals, als es noch so was wie eine Mittelklasse gab. Irgendwann verkaufte die Stadt das Gelände dann an Privatinvestoren. Und nach Times Square überließ man das Ganze einfach sich selbst. Jetzt steht die Siedlung allen offen, ist ein Zuhause für Haus besetzer, Herumtreiber, Obdachlose, Schmarotzer und Betthüpfer.

Hinter Letzteren bin ich her.

Betthüpfer.

Und zwar hinter einem ganz bestimmten.

Ich muss bekennen, ich habe es vermisst.

Ich war eine Zeit lang anderweitig beschäftigt. Habe mir eine Auszeit genommen. Familienangelegenheiten, wenn man so will. Weil ich jetzt offenbar eine Familie habe. Oder so was in der Art.

Ist irgendwie kompliziert.

Aber das hier?

Das ist einfach.

Sie fragen an. Ich trete in Aktion.

Ursache und Wirkung. So alt wie Kain und Abel. So alt wie das Universum.

Es gibt nicht mehr viele Dinge, die so einfach sind. Nicht in meinem Leben. Nicht in New York. Nicht im Universum.

So viel steht fest.

Sie mögen das vielleicht für kalt und grausam von mir halten, und Sie haben recht. In beiden Fälle

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