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Feindliche Übernahme Thriller von Kuhn, Shane (eBook)

  • Verlag: DuMont Buchverlag
eBook (ePUB)
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Feindliche Übernahme

Was ist das beste Mittel, seinen gefährlichsten Gegner kaltzustellen? Richtig - ihn heiraten. Genau das macht Auftragsmörder John Lago und steckt seiner ehemaligen Erzfeindin Alice den Ring an den Finger. Das schönste Hochzeitsgeschenk machen sie sich gegenseitig: Sie töten ihren gemeinsamen Chef und übernehmen den Laden kurzerhand selbst. Human Resources Inc. schleust Killer als Praktikanten in Firmen ein, um dort hochrangige Zielpersonen auf effektive und elegante Weise zu beseitigen - denn wer wird sich nachher schon an den unscheinbaren Praktikanten erinnern? Zunächst funktioniert die feindliche Übernahme perfekt. Doch wenn etwas zu einer guten Ehe und Geschäftspartnerschaft gehört, dann ist das Vertrauen - das zählt aber nicht gerade zu den Charaktereigenschaften eines Profikillers. So entspinnt sich ein Katz-und-Maus-Spiel, das eines ganz sicher ist: tödlich. Der rasanteste Rosenkrieg seit "Mr. & Mrs. Smith" Cool, actionreich und extrem witzig SHANE KUHN ist als Drehbuchautor, Regisseur und Produzent tätig, außerdem ist er Mitbegründer des Slamdance Film Festivals. Bei DuMont erschien 2014 sein erster Roman um John Lago ?Töte deinen Chef?, der mit Dave Franco in der Hauptrolle verfilmt werden wird. Daniel Hauptmann ist ausgebildeter Literaturübersetzer für Englisch und Französisch und absolvierte sein Studium in Heidelberg, Edinburgh, Südafrika und Wien. Neben Buchübersetzungen ist er freiberuflich als Drehbuchübersetzer von Serien und Kinofilmen tätig. Er lebt derzeit in Wien.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 320
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783832189556
    Verlag: DuMont Buchverlag
    Serie: John Lago
    Originaltitel: Hostile Takeover
    Größe: 4002 kBytes
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Feindliche Übernahme

Prolog

Federal Bureau of Investigation - Nationales Zentrum zur Analyse von Gewaltverbrechen, Quantico, Virginia
Gegenwart

Das ist der erste Tag vom Rest meines Lebens , denke ich mir, während ich im grellen Licht eines fensterlosen Verhörraums die Augen zusammenkneife. In der Reflexion des gelblichen Einwegspiegels sehe ich aus wie ein Käfer in einem Einmachglas, der still darauf wartet, dass ein geistig zurückgebliebener Fünfjähriger es mit Wasser füllt und zusieht, wie ich steif herumstrampelnd einen langsamen, qualvollen Tod sterbe. Aber mein Henker erscheint nicht in Gestalt eines gelangweilten Vorstadt-Rotzlöffels. Er erscheint in Gestalt von Assistant Director Winton Fletcher - einem FBI -Agenten Mitte fünfzig, wie er im Buche steht: gerötetes Gesicht (von seiner Ivory-Seife), mit maschineller Präzision geschorener Haarschnitt (von Floyd, seinem Lieblingsfriseur), billige, schlecht sitzende Privatschulen-Krawatte (von Joseph A. Bank) und auf Hochglanz polierte Budapester mit rutschfesten Gummisohlen (von Florsheim).

Fletch, wie ich ihn gerne nenne, verkörpert alle konservativen, patriotischen amerikanischen Werte, die sich spießige Werbestrategen und Leiter politischer Kampagnen in den Fünfzigern ausgedacht haben. All das zusammen erzeugt absichtlich das Bild eines farblosen Charakters, der nur deswegen inszeniert wird, um selbst dem kaltblütigsten Verbrecher ein behagliches Gefühl zu vermitteln und ihm ein volles Geständnis zu entlocken. Wäre ich kein Ehrengast von Uncle Sam - in Zylinder, Frack und orangefarbenem Overall, abends die hohe Kochkunst einer Hochsicherheitsgefängnis-Kantine mit Giftspritze zum Nachtisch -, würde ich ihn glatt für einen Lutheraner-Pfarrer oder einen Vertreter für Aluminiumverkleidung aus Wichita halten. Er nimmt auf der gegenüberliegenden Seite des Tisches auf seinem hohen Ross Platz.

"Ich bin Assistant Director Fletcher", beginnt er.

"Hi, ich bin Doktor Rosenpenis", antworte ich in Hommage an Fletch , den schlechtesten viel zitierten Film aller Zeiten.

Er lächelt mich an, unsicher, wie er das, was ich gerade sagte, verstehen soll, aber abgestumpft genug, um sich einen Dreck darum zu scheren. An einem solchen Ort hat jemand in seiner Position schon so ziemlich alles gesehen ... bis heute. Er holt einen nagelneuen gelben Notizblock aus seinem Aktenkoffer und beginnt, umständlich darin zu stöbern, offenbar sucht er noch etwas anderes.

"Ihr Stift steckt in Ihrer seitlichen Anzugtasche, Fletch", komme ich ihm zu Hilfe. "Dort haben Sie ihn vermutlich hingesteckt, damit die Wachen keinen Ärger machen, weil Sie eine potenziell tödliche Waffe in einen Raum mit einem durchgeknallten Mörder bringen."

Er lächelt erneut und holt den Stift hervor.

"Ich bin beeindruckt", sagt er, während er seinen Notizblock sorgsam auf den Tisch neben einen dicken Aktenordner legt, auf dessen Etikett mein Name in einheitlichen Blockbuchstaben prangt: JOHN LAGO .

"Das sollten Sie auch sein", erwidere ich bedrohlich.

Er sieht mich weder an noch reagiert er. Er wurde dazu ausgebildet, nie auf negative emotionale Schwankungen zu reagieren, nur auf positive, und bei allen Unterhaltungen völlig die Kontrolle zu behalten. Verhörbeamte dürfen nie als menschliche Wesen mit Privatleben und Schwächen betrachtet werden. Sie müssen wie Fletcher wirken: in jeglicher Hinsicht unnahbar und unaufdringlich, wortgewandte Roboter, die ihren Job mit fehlerfreier Präzision ausführen. Zumindest was das betrifft, haben wir zwei etwas gemeinsam.

Fletcher zieht eine durchsichtige Plastikasservatentüte aus seinem Koffer und legt sie auf den Tisch. In ihrem Inneren befindet sich ein blutbeschmiertes Notizbuch, auf dessen Vorderseite mit einem Edding folgender Titel gekritzelt wurde:

Leitfaden für Praktikanten .

Mein Originalmanuskript.

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