text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Fischbrötchenmafia Küsten Krimi von Wachlin, Oliver G. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.10.2017
  • Verlag: Emons Verlag
eBook (ePUB)
9,49 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Fischbrötchenmafia

High Noon an der Waterkant: ein rasant-witziger Krimi rund um die norddeutsche Matjes-Mafia. Hauptkommissar Björn Oehler ist sauer: Direkt neben seinem penibel geputzten Hausboot 'Swantje' hat 'Störtebekers Futterkutter' festgemacht - und lockt mit seinem penetranten Geruch nach gebratenem Fisch jede Menge nerviger Touristen an. Als der Kutter dann plötzlich brennend im Barther Hafen versinkt, ist Oehler nicht besonders traurig darüber. Doch als es die erste Leiche gibt, wird klar: Hier tobt ein blutiger Krieg! Das organisierte Verbrechen hält Einzug an der idyllischen Ostseeküste, und der Kampf ums Fischbrötchen wird mit allen Mitteln geführt. Oliver G. Wachlin lebte als freier Autor und Dramaturg in Berlin. Er schrieb zahlreiche Texte, Konzepte und Drehbücher für Film und Fernsehen sowie diverse Image- und Werbekampagnen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 288
    Erscheinungsdatum: 12.10.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783960412922
    Verlag: Emons Verlag
Weiterlesen weniger lesen

Fischbrötchenmafia

2 DEN REST DES TAGES verbrachte ich in einer Flaute. Kein Wind mehr, nirgends.

Aber so war das beim Segeln, es gab nie perfektes Wetter. Entweder man hatte zu wenig Wind oder zu viel, und er wehte grundsätzlich von der falschen Seite. Man musste viel Demut haben, um trotzdem vorwärtszukommen, guten Scotch und einen Motor.

Ich warf meinen Fünf- PS -Yamaha-Außenborder am späten Nachmittag an, weil ich hungrig geworden und der Whisky ausgetrunken war. Nachschub gab es nur an Land, und deshalb ertrug ich das lärmende Geröhre des Außenborders, auch wenn ich nicht verstand, dass man im zweiten Jahrzehnt des dritten Jahrtausends noch immer nicht in der Lage war, leise, ja lautlose Verbrennungsmotoren zu bauen. Wir konnten mit Drohnen die Araber ins Jenseits bomben, aus der Atomkraft aussteigen und Forschungsroboter zum Mars schießen, während unsere Kinder drahtlos per Smartphone in alle Welt kommunizierten - aber unsere Außenbordmotoren klangen immer noch wie zu Zeiten von Carl Benz.

Wer ein Boot besitzt, braucht auch einen Liegeplatz dafür. Zwar war ich stolzer Pächter eines direkt am Bodden gelegenen Grundstücks, und dort gab es sogar einen Steg. Für den Angelkahn hatte der immer gereicht, doch nun war ich Besitzer eines Folkebootes mit einem Meter zwanzig Tiefgang. Und das war zu viel. An alles hatte ich gedacht beim Kauf des Bootes, nur an den Tiefgang nicht. Wieso auch? Es gab einen Steg, und es gab ein Boot - das sollte doch passen! Tat es aber nicht, denn als ich an meinem Steg zum ersten Mal anlegen wollte, blieb ich gut dreißig Meter davor im Schlick stecken. Näher kam ich nicht heran, da half alles nichts. Der Bodden ist berühmt für seinen modrigen Schlick. Man kann darin nicht stehen, aber eben auch nicht schwimmen.

Tja, Pech gehabt. Aus der Traum vom eigenen Boot vorm Haus. Ich brauchte einen anderen Liegeplatz. In Barth gab es dafür zwei Möglichkeiten. Entweder man ging in die Marina am "Vinetablick", doch dort zahlte man fast zweitausend Euro pro Saison. Günstiger wäre ein Liegeplatz in einem der vielen Segelvereine von Barth, doch dafür musste man Vereinsmitglied werden. Zwar boten viele Vereine auch Gastliegeplätze an, doch die waren dann wieder teurer - da könnte man sich dann auch gleich in die Marina einmieten.

Nun war ich noch nie der große Vereinstyp. Zu meiner Zeit in Berlin hatte ich es mal in einem Poolbillard-Club versucht und war dort grandios gescheitert, weil ich mich nur bedingt an diverse Satzungen halten wollte und den Sinn des Beitragssystems nicht verstand. Zudem gingen mir die Vereinsoberen mit ihrer Wichtigtuerei auf den Sack - ja, wenn wenigstens passable Billardspieler darunter gewesen wären. Aber die wirklich spannenden Typen fand man vor allem in dunklen, rauchigen Kneipen weit außerhalb des Clubs. Echte Zocker, die ihren Gegner in einem Durchlauf über die Bande in den totalen Ruin spielen konnten. Ein paar von denen hätte ich gerne in unserem Club untergebracht, doch daraus wurde nichts. Im Gegenteil, ich wurde gleich mit rausgeschmissen. Im Berliner Poolbillard-Club wollten sie nicht zocken, sondern spielen.

Jetzt war ich drauf und dran, wieder Vereinsmitglied zu werden. Obwohl man mich gewarnt hatte: "Segler sind schlimmer als Kleingärtner!"

Aber mit derlei Sprüchen konnte ich nichts anfangen. Weder war ich jemals Kleingärtner, noch kannte ich welche. Ich fing gleich mit den Seglern an.

Nennenswerte Wirtschaft gab es in Barth seit der Wende nicht mehr, weshalb ich den alten Wirtschaftshafen ansteuerte, wo zwischen den alten Ziegelspeichern neben der Bootswerft Rammin und der Happy-Charter-Basis der Nautische Yachtclub seinen Sitz hatte. Ein gemeinnütziger Verein, der sich der Tradition des Segelsports verpflichtet fühlte und daher besonders stolz auf seine Jugendabteilung zur Förderung des Nachwuchses war.

Schon weit vor der Hafeneinfahrt sah ich die Optis

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen