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Fischermord Ein Rügen-Krimi von Peters, Katharina (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.02.2019
  • Verlag: Aufbau Verlag
eBook (ePUB)
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Fischermord

Fluchtpunkt Rügen. Romy Beccare und Jan Riechter, Leiter ihres Kommissariats, haben geheiratet. Kaum aus den Flitterwochen zurückgekehrt, gibt es Arbeit für die Ermittler. Auf einem Hof im Norden Rügens wird der Besitzer und Familienvater Torsten Fischer erhängt aufgefunden. Erst sieht es so aus, als habe er Suizid begangen, dann jedoch entdeckt man einen fremden Fußabdruck am Tatort. Romy findet heraus, dass der Tote seine Biografie gefälscht hat. Er wurde in Argentinien geboren und kam erst in den neunziger Jahren nach Rügen. Zudem schien er eine geheime Affäre gehabt zu haben. Doch wo ist genau das Motiv für die Tat? Der neue Roman von der Autorin der Bestseller 'Hafenmord' und 'Todesstrand'. So hat man Rügen noch nie gesehen. Katharina Peters, Jahrgang 1960, schloss ein Studium in Germanistik und Kunstgeschichte ab. Sie ist passionierte Marathonläuferin, begeistert sich für japanische Kampfkunst und lebt am Rande von Berlin. An die Ostsee fährt sie, um zu recherchieren, zu schreiben – und gelegentlich auch zu entspannen. Aus der Rügen-Serie mit Romy Beccare sind "Hafenmord", "Dünenmord", "Klippenmord", "Bernsteinmord", "Leuchtturmmord", "Deichmord", "Strandmord" und "Fischermord" lieferbar. Mit der Kriminalpsychologin Hannah Jakob als Hauptfigur sind "Herztod", "Wachkoma", "Vergeltung", "Abrechnung" und "Toteneis" lieferbar. Aus der Ostsee-Serie sind "Todesstrand", "Todeshaff", "Todeswoge" und "Todesklippe" lieferbar.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 336
    Erscheinungsdatum: 15.02.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783841216120
    Verlag: Aufbau Verlag
    Größe: 3881 kBytes
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Fischermord

1

Durch das offene Fenster hörte sie ein paar aufgeregte Möwen kreischen, die Sonne war gerade aufgegangen. Romy war seit wenigen Minuten wach. Jan schnarchte leise. Einen Moment betrachtete sie sein entspanntes Gesicht und das eigenwillige Kinn und strich ihm über die Wange. Seit mehr als zwei Wochen verheiratet, und es fühlt sich immer noch richtig gut an, dachte sie und lächelte. Sie schob die Bettdecke zurück und stand auf. Sie zog sich an, trank ein Glas Saft und machte sich auf den Weg zum Strand. Um sechs Uhr früh hatte sie ihn fast für sich alleine, zumindest im Mai, außerhalb der Ferienzeit. Ein Jogger lief Richtung Thiessow, zwei Fischerboote schaukelten bei minimalem Wellengang behäbig die Küste hinauf. Sie versank einen langen Moment in der Betrachtung des Morgenhimmels und lief dann am Strand entlang, jeden Schritt auskostend.

Ihre Hochzeitsreise hatte sie quer durch Italien bis runter nach Sizilien geführt, und es war wunderschön gewesen, keine Frage. Das Aber, das mitschwang, war immer das gleiche - es war nicht Rügen. Ende. Sie wollte gerade ihre Schuhe ausziehen und weiter durchs Wasser waten, als ihr Smartphone vibrierte. Fines Konterfei strahlte ihr vom Display entgegen. Die gute Seele des Innendienstes kümmerte sich seit dreißig Jahren auf ihre ganz eigene forsche Art um die Geschicke im Bergener Kriminalkommissariat. Mit ihr war nicht gut Kirschen essen, ihre dröhnende Stimme war legendär, und wen sie mochte, durfte sich glücklich schätzen. Wer sich ihren Missmut zuzog, dem standen schwere Zeiten bevor, von dauerhafter Antipathie einmal ganz zu schweigen.

Ein Anruf um diese Zeit war kein gutes Zeichen. Romy stellte die Verbindung her. "Moin. Habe ich dich geweckt?"

"Nein. Ich bin am Strand unterwegs und ..."

"Gut. Ich schätze, du kannst dein Touri-Programm beenden und dir den Sand aus den Zehen pulen. Wir haben eine Leiche - oben in Wittow. Ich informiere gleich noch die anderen. Deinen Mann musst du schon selbst aus dem Bett schmeißen."

"Okay, das kriege ich hin, ich ..."

"Bis dann."

"Warte, Fine! Wie wäre es mit ein paar Stichworten?"

"Ach ja, hätte ich fast vergessen. Torsten Fischer, fünfundfünfzig. Wurde erhängt im Stall gefunden. Sieht nach Suizid aus, aber genauer anschauen solltet ihr es euch trotzdem. Alles Weitere haben die Kollegen aus Altenkirchen dann für euch, und Buhl dürfte auch schon unterwegs sein."

Kriminaltechniker Marco Buhl war der Leiter der Kriminaltechnik; Romy konnte sich an keinen Fall erinnern, dessen Lösung sie nicht auch seiner zuverlässigen und gründlichen Arbeitsweise verdankten. "Gut. Ich beeile mich."

Als sie zu Hause eintraf, war Jan gerade aufgestanden und kochte Kaffee. Abgesehen von knapp sitzenden schwarzen Shorts, in denen er eine ausgesprochen gute Figur machte, trug er nichts. Er sah sie an, lächelte und runzelte dann die Stirn. "Arbeit?"

"Ja. Fine hat gerade angerufen. Könnte sich um einen Suizid handeln, oben in Wittow."

Er sah auf die Uhr. Romy wusste, dass er dringend in der Polizeiinspektion Stralsund erwartet wurde.

"Ich denke, ich kann mir das zunächst mal alleine ansehen."

"Okay. Zeit für ein kleines Frühstück?"

"Ich fürchte, nicht." Sie trat näher, küsste ihn auf die kratzende Wange und legte einen Arm um seine Hüfte. "Sag mal, seit wann bist du eigentlich schon so früh derart munter?"

"Ich weiß nicht, worauf du anspielst."

Sie knuffte ihn in die Seite. Jan war der Inbegriff des Morgenmuffels, und es war äußerst selten, dass er bereits kurz nach dem Aufstehen gesprächig und fröhlich war. In den Flitterwochen hatte sie sich allerdings nur selten beklagen können. "Bis dann."

Sie griff nach einem Stück Brot, trank einen Espresso und machte sich wenig später auf den Weg.

Torsten Fischer war in der Nacht zu seinem fünfundfünfzigsten Geburtstag gestorben. Der gebürtige Greifswalder war gelernter Pferdewirt und

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